Deutschlands Mittelstand zeigt im Außenhandel ein gespaltenes Bild: Während die Importzahlen 2024 zulegten, gingen die Exporte zurück. Das geht aus der jährlichen Auswertung der Eurostat-TEC-Statistik durch das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn hervor.
Auf der Einfuhrseite wuchs die Zahl importierender KMU auf rund 859.000 – ein Zuwachs von 2,6 Prozent gegenüber 2023. Damit stellen kleine und mittlere Unternehmen 98,3 Prozent aller Importeure in Deutschland, insgesamt führte jedes vierte KMU Waren aus dem Ausland ein. Beim Volumen behalten Großunternehmen die Oberhand: Mit Einfuhren im Wert von 792 Milliarden Euro importierten sie mehr als doppelt so viel wie der Mittelstand.
Beim Export dreht sich das Bild. Die Zahl der ausführenden Unternehmen sank 2024 auf rund 263.000 – ein Minus von 1,4 Prozent. KMU-Exporte brachen dabei stärker ein als die der Großunternehmen: Der Ausfuhrwert fiel um 3,2 Prozent auf 268 Milliarden Euro. Damit rutscht der KMU-Anteil am deutschen Gesamtexport erstmals unter die 20-Prozent-Marke.
Wichtigster Handelsraum bleibt die EU. 26 Prozent der KMU bezogen ihre Importwaren aus dem Binnenmarkt, rund 62 Prozent des KMU-Exportwerts flossen dorthin. IfM-Wissenschaftler Peter Kranzusch sieht darin kein Zufall: Der EU-Binnenmarkt biete Rechtssicherheit und stabile Rahmenbedingungen – gerade in Zeiten wachsender globaler Unsicherheit ein entscheidender Vorteil für den Mittelstand.
