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Kapitalmarkt Blog
Pnazerhersteller KNDS hat seine geplanten IPO verschoben und damit das Umfeld für Börsengänge verschlechtert
Finanzierung

Schwieriges Umfeld für Börsengänge trotz Rekord-Listings

von Lieselotte Hasselhoff 08/07/2026

Die Verschiebung des KNDS-Börsengangs und der holprige Start von SpaceX an der Nasdaq verdeutlichen eine neue Realität: Selbst Unternehmen mit Rekordaufträgen und Milliardenerlösen scheitern daran, Investoren von ihren Bewertungsvorstellungen zu überzeugen. Das IPO-Fenster hat sich 2026 spürbar verengt, das Umfeld für Börsengänge spürbar gelitten.

Von Holger Clemens Hinz

Am 2. Juli 2026 zog der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS die Reißleine. Der Hersteller des Leopard-2-Panzers hat die geplante Doppelnotierung in Frankfurt und Paris auf unbestimmte Zeit vertagt. Als Begründung nannte das Unternehmen die Börsenvolatilität im europäischen Rüstungssektor.

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08/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

KMU bleiben tragende Säule der deutschen Wirtschaft

von Lieselotte Hasselhoff 08/07/2026

Kleine und mittlere Unternehmen erwirtschafteten 2024 rund 2,8 Billionen Euro Umsatz und beschäftigten mehr als die Hälfte aller abhängig Beschäftigten in Deutschland – ihre volkswirtschaftliche Bedeutung bleibt trotz anhaltender geopolitischer Belastungen hoch.

Nach aktuellen Daten des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn zählen mehr als 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland zur Gruppe der kleinen und mittleren Unternehmen, das entspricht über 99 Prozent aller privatwirtschaftlichen Betriebe. Ihr Umsatzanteil am gesamtdeutschen Wirtschaftsgeschehen liegt bei 29 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich die strukturelle Relevanz dieser Unternehmensgruppe auf dem Arbeitsmarkt: Knapp 22 Millionen der rund 40 Millionen abhängig Beschäftigten sind in Kleinst-, Klein- oder mittelgroßen Betrieben tätig. Auch in der Berufsausbildung übernehmen KMU eine Schlüsselrolle: 68 Prozent aller Auszubildenden werden dort ausgebildet. Gleichwohl zeichnet sich ein struktureller Wandel ab: Der Anteil der Auszubildenden in Kleinst- und Kleinbetrieben sinkt seit Jahren, während größere Betriebe ihren Anteil kontinuierlich ausbauen. Für den Mittelstand ergibt sich daraus eine wachsende Herausforderung bei der Fachkräftesicherung. Die Studie verweist darauf, dass KMU trotz ihrer zentralen wirtschaftlichen Stellung im Wettbewerb um Auszubildende strukturell unter Druck geraten.

08/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

Mittelstand verliert schleichend Erfahrungsträger

von Lieselotte Hasselhoff 06/07/2026

Mehr als 8,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland sind 55 Jahre oder älter – rund ein Viertel aller Erwerbstätigen. Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das einen doppelten Druck: Offene Stellen sind bereits schwer zu besetzen, gleichzeitig rücken altersbedingte Abgänge näher.

Das zeigt die aktuelle KOFA-Studie 4/2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Besonders brisant ist die Lage bei ausgebildeten Fachkräften: Über 4,6 Millionen Beschäftigte ab 55 Jahren arbeiten auf Fachkraftniveau . In Engpassberufen, in denen qualifizierte Arbeitskräfte ohnehin fehlen, sind rund 3,6 Millionen Beschäftigte 55 Jahre oder älter. Gerade in Bau- und Verkehrsberufen zeigt sich das besonders deutlich: Bei Spezialisten in der Aufsicht im Hochbau sind 41,2 Prozent der Belegschaft 55 Jahre oder älter, bei Bus- und Straßenbahnfahrerinnen und -fahrern 40,0 Prozent. Für den Mittelstand geht es dabei nicht allein um die Nachbesetzung von Stellen. Erfahrungswissen, Kundenkontakte und betriebliche Kontinuität hängen oft an einzelnen Personen und lassen sich kurzfristig kaum ersetzen. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: In einigen Berufen bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt, während gleichzeitig viele ältere Beschäftigte absehbar ausscheiden. Im Ofen- und Luftheizungsbau etwa blieben 2025 knapp drei von zehn Ausbildungsplätzen unbesetzt, bei einem Beschäftigtenanteil von 29,4 Prozent ab 55 Jahren. Die Studie empfiehlt KMU, Altersstrukturen frühzeitig zu analysieren, Wissenstransfer systematisch einzuplanen und Ausbildungskapazitäten gezielt auf kommenden Ersatzbedarf auszurichten.

06/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

Reformpaket entlastet den Mittelstand

von Philipp Rose 03/07/2026

Die Bundesregierung hat ein umfassendes Reformpaket beschlossen, das kleine und mittlere Unternehmen (KMU) an entscheidenden Stellen entlasten soll. Neben weitreichenden Erleichterungen beim Bürokratieabbau und beim Datenschutz sieht der Beschluss auch deutliche Flexibilisierungen im Arbeitsrecht vor.

Hintergrund der 34 Beschlüsse des Koalitionsausschusses ist der anhaltende Reformdruck auf die deutsche Wirtschaft. Für mittelständische Betriebe besonders relevant ist die geplante Einschränkung der EU-Lieferkettenrichtlinie. Ihre Umsetzung wird im Herbst 2026 zunächst auf Großunternehmen begrenzt, wodurch die Prüfpflichten für mittelbare Zulieferer aus dem KMU-Bereich auf ein Minimum sinken. Zudem soll ein neues Berichtsentlastungsgesetz durch eine Beweislastumkehr zugunsten der Betriebe zahlreiche Dokumentationspflichten abbauen. Eine Ausweitung der Genehmigungsfiktion sorgt dafür, dass behördliche Anträge künftig nach vier Monaten automatisch als genehmigt gelten. Im Arbeitsrecht wird die sachgrundlose Befristung für Neueinstellungen bis Ende 2030 auf 48 Monate verlängert. Flankiert wird dies durch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sowie die Rückkehr zur Attestpflicht ab dem ersten Tag. Beim Datenschutz setzt sich die Regierung für eine DSGVO-Ausnahme von KMU bei risikoarmen Datenverarbeitungen ein. Wie Markt und Mittelstand berichtet, wird zudem der Pauschalsteuersatz für Mini-Jobs von zwei auf fünf Prozent angehoben.

03/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

Erbschaftssteuerreform gefährdet laut IHK Unternehmensnachfolge im Mittelstand

von Lieselotte Hasselhoff 02/07/2026

IHK-Präsident Uwe Goebel betonte, bei einer Veranstaltung in Osnabrück, ein bevorstehendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts könnte zur Verschärfung der Steuer führen, was insbesondere Mittelständler belasten würde. Betriebsvermögen in Form von Maschinen, Gebäuden oder Lizenzen sei nicht unmittelbar liquidierbar, so dass schnellere Steuerpflicht  könnte die Nachfolge in Familienunternehmen erheblich erschweren und somit Arbeitsplätze in Gefahr bringen könnte. 

Ilona Grönniger, stellvertretende Vorsitzende des IHK-Fachausschusses Recht, Finanzen und Steuern, kritisierte die hohen bürokratischen Hürden und die Komplexität des derzeitigen Rechtssystems, insbesondere bei der Unternehmensbewertung. Ihrer Meinung nach werden viele Unternehmen für steuerliche Zwecke realitätsfern bewertet. Der Dachverband DIHK spricht sich in einem Positionspapier bereits für die Beibehaltung der Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen und weniger Bürokratie aus.

02/07/2026 0 Kommentare
SpaceX - Index- und Marktphasen
Finanzierung

SpaceX: Höhenflüge und Kurseinbrüche gehören zum Plan

von Holger Clemens Hinz 30/06/2026

Der Börsengang von SpaceX am 12. Juni war ein IPO der Superlative, Anleger feierten Elon Musk und den rasanten Kursanstieg der Aktie. Doch Ruhm und Ehre des Börsen-Debüts verfliegen nach nur zwei Wochen, der Kurs ist massiv gefallen – und in den nächsten Monaten droht dem SpaceX-Aktienkurs viel weiteres Ungemach. Auslöser dürften Indexfonds und verkaufswillige Alt-Aktionäre sein.

Von Holger Clemens Hinz

Nach dem Börsengang von SpaceX am 12. Juni 2026 herrschte erst einmal weit verbreitete Euphorie: 75 Milliarden Dollar Emissionserlös, ein Kursplus von 20 Prozent zum Handelsauftakt und nach kurzer Zeit ein Börsenwert für das Raumfahrtunternehmen von zwei Billionen Dollar. SpaceX sammelte die Börsenrekorde nur so ein. Doch inzwischen hat dieses Image deutliche Risse bekommen – und ein Blick auf das, was noch kommt, verheißt für Aktie nichts Gutes.

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30/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

Hausbanken unter Druck: KMU wechseln Kreditgeber häufiger

von Lieselotte Hasselhoff 29/06/2026

Mittelständische Unternehmen in Deutschland lösen sich zunehmend von ihrer Hausbank. Laut dem iwoca KMU-Index wechseln 35 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe alle zwei Jahre oder häufiger ihren Kreditgeber.

Für 77 Prozent der befragten Finanzierungsexperten ist die Schnelligkeit der Kreditentscheidung das wichtigste Kriterium. Klassische Großbanken kommen diesem Anspruch derzeit kaum nach: 80 Prozent der Experten bewerten ihr Vergabeverhalten als zurückhaltend oder sehr zurückhaltend, Bearbeitungszeiten von drei bis vier Wochen sind weiterhin üblich. Für Betriebe mit akutem Liquiditätsbedarf ist das häufig zu lang. In diese Lücke stoßen digitale Finanzierer. Sie punkten mit einfachen Prozessen und deutlich kürzeren Entscheidungswegen – und gewinnen damit Marktanteile, die traditionelle Institute verlieren. Hintergrund ist ein Verhaltenswandel, den iwoca-Deutschlandchef Fabian Platzen mit dem Privatkundenmarkt vergleicht: Unternehmen wählen das passende Produkt beim besten Anbieter, auch wenn sie dadurch mehrere Finanzierungspartner unterhalten. Mehr als die Hälfte der Betriebe vergleicht dabei nur zwei Kreditangebote vor der Entscheidung. Die Entwicklung zeigt, dass Finanzierungsbeziehungen im Mittelstand transaktionaler werden  und dass Anbieter, die nicht innerhalb weniger Minuten entscheiden und flexible Laufzeiten bieten, strukturell ins Hintertreffen geraten.

29/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

Mindestlohn und Aktivrente prägen den KMU-Arbeitsmarkt

von Philipp Rose 26/06/2026

KMUs in Deutschland steuern dem anhaltenden Beschäftigungsrückgang zunehmend mit flexiblen Arbeitsmodellen entgegen. Vor allem Rentner, Minijobber und Werkstudenten fungieren in vielen Betrieben als wichtiger Anpassungspuffer, um auf wirtschaftliche Schwankungen zu reagieren.

Seit Ende 2023 sinkt die Beschäftigung im Mittelstand kontinuierlich um durchschnittlich 0,3 Prozent pro Jahr. Dabei entwickelte sich die geringfügige Beschäftigung seit Anfang 2025 zum zentralen Treiber dieses negativen Gesamttrends. Die Anhebung der Minijobgrenze auf 520 Euro hatte zunächst einen deutlichen Zuwachs ausgelöst, bevor ab Ende 2024 ein breit angelegter Rückgang einsetzte. Sukzessive Mindestlohnerhöhungen verstärkten diesen Effekt in den betroffenen Branchen sprunghaft, weshalb viele Unternehmen ihre Personalplanungen anpassen mussten.
Bei der Rentnerbeschäftigung zeichnet sich hingegen seit Einführung der Aktivrente Anfang 2026 eine positive Trendumkehr ab. Die Zahl versicherungsfreier Rentner stieg spürbar an, wobei kleine und mittlere Betriebe die stärksten Zuwächse verzeichneten. Dagegen erlebten Werkstudenten seit 2022 einen deutlichen Rückgang um rund 17 Prozent, was sich insbesondere bei kleinen Unternehmen bemerkbar machte. Wie der Datev-Report „Beschäftigungsgruppen in KMU“ berichtet, gewinnen diese flexiblen Beschäftigungsformen als Puffer für mittelständische Unternehmen massiv an Bedeutung, da reguläre Stellen oft unbesetzt bleiben.

26/06/2026 0 Kommentare
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Hier schreiben die Kapitalmarkt-Experten der Quirin Privatbank über die deutsche Wirtschaft, den heimischen Mittelstand und die Entwicklungen an den Kapitalmärkten.

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Holger Clemens Hinz
Leiter Kapitalmarktgeschäft

Thomas Kaufmann
Stv. Leiter Kapitalmarktgeschäft

Carsten Peter
Direktor Kapitalmarktgeschäft

Daniel Kukalj
Leiter Institutionelles Research

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