Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren gefallen. Laut einer Umfrage von DZ Bank und dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) planen nur noch 52 Prozent der befragten Unternehmen, in den kommenden sechs Monaten in den eigenen Betrieb zu investieren.
Seit 1995 befragen DZ Bank und BVR mehr als 1.000 Unternehmen zur Investitionsbereitschaft. Der aktuelle Wert markiert den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung – und unterschreitet damit selbst die Tiefpunkte während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, der Coronapandemie 2020 sowie der Energiekrise nach dem Beginn des Ukrainekriegs 2022.
Eine parallel veröffentlichte Befragung der KfW zeichnet ein ähnliches Bild: Demnach haben lediglich 57 Prozent der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten überhaupt Investitionen getätigt und somit weniger als im Krisenjahr 2009. Als Hauptgründe nennen die Mittelständler in der Umfrage von BVR und DZ Bank eine schwache Nachfrage, steigende Kosten und hohe geopolitische Unsicherheiten. Vor allem bei der Energie klagen zwei Drittel über zu hohe Kosten. Zudem fiel die durchschnittliche Eigenkapitalquote von 30,7 Prozent im Jahr 2024, dem bisherigen Rekordwert, auf 26,5 Prozent im Jahr 2025. Gleichzeitig stieg der dynamische Verschuldungsgrad auf 364,5 Prozent. Unter dem Strich nehmen Unternehmen mehr Fremdkapital auf, während der Cashflow stagniert.
