Wie bringt man ein 250 Jahre altes deutsches Traditionsunternehmen an die New York Stock Exchange – mit einer Bewertung von über zehn Milliarden US-Dollar? Erik Massmann hat es 2023 als CFO von Birkenstock getan und weiß: Der US-Kapitalmarkt ist eine andere Welt. In der zweiten Folge des Podcasts „Kapitalmarkt Logbuch“ von Quirin Privatbank und Rödl&Partner berichtet Erik Massmann von seinen IPO-Erfahrungen, den Unterschieden zwischen europäischen und US-amerikanischen Investoren, hohen regulatorischen Hürden sowie sehr großen Zahlen – und er entzaubert den Mythos Börsenglocke.
Erik Massmann hat schon mehrere IPOs in seinem Leben umgesetzt. Im Gespräch mit Holger Clemens Hinz und Christian Maier erzählt er von seinen Erfahrungen beim Birkenstock-Börsengang in New York 2023: Mehr Investoren, mehr Volumen, mehr Dokumentation, mehr Nerven – und Anwälte, die ein Vielfaches des hiesigen Stundensatzes kosten. Ein Börsengang an der Wall Street ist Massmann zufolge in fast jeder Hinsicht größer als hierzulande. Allein die Vorbereitung eines IPOs an der New Yorker Börse (NYSE) gibt einen Vorgeschmack auf das Ausmaß: Noch vor der eigentlichen Roadshow führte das Birkenstock-Team in zwei Vorrunden rund 150 bis 200 Investorengespräche. Die Fonds kamen sehr gut vorbereitet – sie hatten die Unterlagen gelesen, den Markt analysiert und teilweise selbst eine Bestellung auf der Birkenstock-Website aufgegeben, um den Kaufprozess zu verstehen. Ein Niveau, das Massmann aus seiner europäischen Erfahrung so nicht kannte: „Da hängt Amerika schon so ein bisschen den Level höher.“
