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Scale: Warum das Börsensegment nun zum Erfolgsmodell mutiert
Finanzierung

Scale: Warum das Börsensegment nun zum Erfolgsmodell mutiert

von Lieselotte Hasselhoff 06/08/2026

Seit seinem Start im März 2017 hat sich das Börsensegment Scale im Freiverkehr der Deutschen Börse für die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zunehmend etabliert. Das Interesse der Unternehmen und Investoren ist zuletzt deutlich gewachsen. Dabei hatte allerdings der Gesetzgeber auch seine Hand im Spiel. Ein Blick hinter die Kulissen. 

Von Holger Clemens Hinz

Der Vorgänger des Scale-Segments, der Entry Standard, hatte über die Jahre an Reputation verloren. Zu geringe Transparenzanforderungen und einige prominente Unternehmenspleiten hatten nachhaltig am Vertrauen der Anleger gerüttelt. Mit der Einführung von Scale im Jahr 2017 vollzog die Deutsche Börse eine strategische Neuausrichtung: weg von einem reinen Einsteiger-Segment hin zu einer qualitätsgeprüften Plattform für ambitionierte KMU. Der entscheidende Unterschied liegt in den strengeren, aber für den Mittelstand maßgeschneiderten Regeln. Und die hat der Gesetzgeber vor kurzem geändert. 

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06/08/2026 0 Kommentare
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Einfache KI-Anwendungen dominieren den Mittelstand

von Philipp Rose 05/08/2026

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im deutschen Mittelstand hat sich binnen sechs Jahren verfünffacht. Inzwischen nutzen 20 Prozent der Unternehmen mindestens eine KI-Technologie, wobei vor allem leicht zugängliche Anwendungen mit breiten Einsatzmöglichkeiten verbreitet sind.

Am häufigsten setzen mittelständische Unternehmen Technologien zur Erzeugung natürlicher Sprache ein. Ihr Anteil liegt bei 14 Prozent. Dazu zählen etwa Chatbots, die Erstellung von Produktbeschreibungen oder Übersetzungen. Weitere zehn Prozent nutzen Technologien zur Texterkennung, beispielsweise für die Vorsortierung von E-Mails oder die automatisierte Rechnungsverarbeitung. Anspruchsvollere Anwendungen bleiben dagegen deutlich seltener. Jeweils fünf Prozent verwenden KI für die Automatisierung von Arbeitsabläufen, die Entscheidungsunterstützung, Spracherkennung oder Bilderkennung und Bilderzeugung. Auf Data Analytics entfallen drei Prozent, auf Technologien für die autonome Bewegung von Maschinen lediglich ein Prozent. Das geht aus einem aktuellen KfW Research hervor.

Für mittelständische Unternehmen bedeutet das, dass KI-Nutzung nicht allein von der Betriebsgröße abhängt. Entscheidend sind vielmehr der Digitalisierungsgrad, internes Know-how, Innovationsaktivitäten und die Beschäftigung von Hochschulabsolventen. Eine Digitalisierungsstrategie erhöht die Nutzungswahrscheinlichkeit um bis zu neun Prozentpunkte. Zudem steht die Bedeutung von Informationsangeboten wie Fachzeitschriften, Messen und Websites in einem moderaten Zusammenhang mit dem KI-Einsatz. Empfohlen werden deshalb Investitionen in Datenkultur, IT-Infrastruktur und Weiterbildung.

05/08/2026 0 Kommentare
KMU-News

Geschäftserwartungen treiben Stimmung im Mittelstand

von Philipp Rose 03/08/2026

Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland hat sich im Juli deutlich verbessert. Der KfW-ifo-Index stieg um vier Zähler auf minus 17,3 Punkte, bleibt damit jedoch klar unter seinem langfristigen Durchschnitt.

Ausschlaggebend waren vor allem optimistischere Geschäftserwartungen. Auch die Lageurteile entwickelten sich positiv. Die Stimmung hellte sich in sämtlichen Wirtschaftsbereichen auf. Besonders kräftig fiel der Anstieg im Verarbeitenden Gewerbe aus, wo das Geschäftsklima um 9,7 Zähler zulegte. Einzel- und Großhandel meldeten ebenfalls deutliche Verbesserungen. Im Bauhauptgewerbe und bei den Dienstleistungen blieb die Erholung moderater. Mit den besseren Aussichten stiegen auch die Beschäftigungserwartungen mittelständischer Unternehmen um 4,1 Zähler auf minus 7,4 Punkte. Das Geschäftsklima der Großunternehmen veränderte sich dagegen kaum und sank um 0,1 Zähler. Die Absatzpreiserwartungen gingen im Mittelstand erneut zurück. Nach einem Minus von 1,8 Zählern liegen sie nach drei Rückgängen in Folge nicht mehr deutlich über dem Niveau vor dem Iran-Krieg. Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer führt die Entwicklung unter anderem auf das Reformprogramm der Regierungskoalition und eine zeitweise Entspannung im Iran-Krieg zurück. Für den Mittelstand bleibt das Umfeld jedoch fragil. Bei anhaltenden Störungen der Ausfuhr aus der Golfregion besteht weiterhin ein erhebliches Rückschlagrisiko.

03/08/2026 0 Kommentare
KMU-News

Weiterbildung in KMUs besser als ihr Ruf

von Philipp Rose 31/07/2026

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden ihre Beschäftigten pro Kopf intensiver weiter als Großunternehmen. Trotz struktureller Nachteile bei strategischer Planung und formalen Prozessen. Das zeigen Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Laut einer repräsentativen Befragung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung investierten kleine Unternehmen 2023 durchschnittlich 24 Weiterbildungsstunden je Beschäftigtem, während Großunternehmen nur auf 18 Stunden kamen. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch informelles Lernen. Wissensvermittlung am Arbeitsplatz, kollegialer Austausch und Coaching gehören in vielen KMU fest zum Alltag. Weil jede Schulungsmaßnahme unmittelbar betrieblichen Nutzen stiften muss, ist das Lernen eng an konkrete Projekte und technische Neuerungen geknüpft. Ein Ansatz, der Transferverluste minimiert.

Gleichzeitig bestehen strukturelle Schwachstellen: Strategische Qualifizierungsplanung bleibt in vielen Betrieben unterentwickelt, weil operative Auslastung kaum Raum lässt. Bestimmte Beschäftigtengruppen – etwa Ältere oder Teilzeitkräfte – laufen Gefahr, bei fehlenden Konzepten übergangen zu werden. Zudem hängt Weiterbildung häufig an einzelnen Schlüsselpersonen, was Kontinuität gefährdet. Abhilfe schaffen können branchenübergreifende Weiterbildungsverbünde und Netzwerke wie der Weiterbildungsverbund Region Stuttgart oder das Familienunternehmensnetzwerk Maschinenraum, die Kosten teilen und strategische Orientierung bieten, wie Haufe berichtet. Für den Mittelstand liegt die Stärke in der Agilität – diese gilt es künftig gezielter nach außen sichtbar zu machen.

31/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

Fintechs verdrängen Hausbanken im Mittelstand

von Philipp Rose 29/07/2026

Payment-Dienstleister drängen in das Kerngeschäft traditioneller Banken vor. Sie bieten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zunehmend integrierte Finanzdienstleistungen an – von Echtzeit-Umsatzanalysen bis hin zu Krediten innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Der Trend trägt den Namen Embedded Finance und bezeichnet die Integration von Finanzdienstleistungen in Plattformen von Nicht-Finanzunternehmen. Was mit dem Kartenlesegerät beginnt, endet bei datengetriebenen Kreditentscheidungen. Über tagesaktuelle Umsatzdaten bewerten Fintechs die Bonität ihrer Kunden deutlich schneller als Banken, die sich traditionell auf Jahresabschlüsse und standardisierte Prozesse stützen. Das Ergebnis: Kredite bis zu 250.000 Euro ohne klassischen Zinssatz, dafür mit einer einmaligen Festgebühr und automatisierter Rückzahlung als prozentualer Anteil am Tagesumsatz.

Davon profitieren vor allem Handwerksbetriebe, Landwirte und kleinere Mittelständler, deren Stärke nicht in der Finanzverwaltung liegt. Wie das Handelsblatt berichtet, warnen Experten jedoch vor einem Lock-in-Risiko: Wer einmal tief in das Ökosystem eines Payment-Anbieters eingebunden ist, verliert faktisch die Flexibilität für einen Anbieterwechsel. Die Entwicklung verweist zugleich auf eine strukturelle Lücke im Bankensystem: Wo Banken jungen und kleinen Firmen kurzfristige Liquidität verweigern, öffnet sich Raum für den Kapitalmarkt und alternative Anbieter. Eine Dynamik, die für Mittelständler Chancen und Abhängigkeitsrisiken zugleich bereithält.

29/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

Connemann bleibt Mittelstandsbeauftragte

von Lieselotte Hasselhoff 27/07/2026

Gitta Connemann (CDU) behält das Amt der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, auch nachdem sie vom Wirtschaftsministerium ins Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung gewechselt ist. Das Amt folgt ihr auf ausdrücklichen Wunsch von Bundeskanzler Friedrich Merz.

Connemann, die zugleich Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ist, übernimmt im Digitalministerium die Nachfolge von Philipp Amthor, der als Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen ins Kanzleramt wechselt. Die Ansiedlung des Mittelstandsamts im Digitalressort von Minister Karsten Wildberger begründet Connemann damit, dass dort die entscheidenden Hebel für Bürokratierückbau und Staatsmodernisierung lägen. „Der Mittelstand braucht einen Staat, der ermöglicht statt aufhält“, erklärte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Für kleine und mittlere Unternehmen ist der Schritt inhaltlich folgerichtig: Bürokratieabbau bleibt seit Jahren branchenübergreifend eine der drängendsten Forderungen des Mittelstands . Die Entscheidung, über die unter anderem die WirtschaftsWoche berichtete, das Amt mit dem Digitalministerium zu verknüpfen signalisiert, dass die Bundesregierung Verwaltungsmodernisierung und Entlastung der Wirtschaft stärker zusammendenken will. Nachfolger Connemanns im Wirtschaftsministerium wird Johannes Steiniger, bisher agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz.

27/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

Gegen den Trend investieren lohnt sich

von Philipp Rose 24/07/2026
Die deutsche Wirtschaft steckt in der längsten pessimistischen Phase seit zwei Jahrzehnten. Fast 30 Prozent der Unternehmen planen für 2026 Stellenstreichungen, rund 40 Prozent wollen weniger investieren.
 
Der Strukturbruch trifft besonders die Industrie hart. In der Automobilregion rund um Stuttgart fallen Zehntausende Arbeitsplätze weg und im Bauhauptgewerbe liegt das Geschäftsklima bei minus 23,1 Punkten. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten fürchtet den Jobverlust. Dazu bremsen langsame Genehmigungsprozesse und Entscheidungen fallen in Deutschland oft erst bei 150 Prozent Reifegrad. Das kostet Zeit und Wettbewerbsfähigkeit. Pandemie, Energieschock und Kriege haben kollektive Investitionsbremsen in den Köpfen der Entscheider hinterlassen.
Dabei zeigt der Holzbau, dass Wachstum trotz schwieriger Lage möglich ist. Die Holzbauquote erreichte 2024 Höchststände und die Genehmigungsrückgänge fielen dort deutlich geringer aus als im übrigen Baugewerbe. Eine Fertigungstiefe von 90 Prozent ermöglicht Flexibilität und Lieferfähigkeit, die international kaum zu erreichen ist. Technisches Know-how ist vorhanden und Automatisierung schafft Antworten auf Kostendruck sowie Ressourcenmangel. Wie das Handelsblatt berichtet, liefert jede Investition, die entgegen der Stimmungslage getätigt wird und funktioniert, einen konkreten Datenpunkt gegen die kollektive Risikoaversion und ermutigt damit andere, es dem Investor gleichzutun.
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IPO-Zyklus
Finanzierung

Die vier Phasen einer Aktie nach dem IPO

von Holger Clemens Hinz 23/07/2026

Der erste Handelstag eines Börsenneulings ist oft von Euphorie und kräftigen Kursgewinnen geprägt. Doch die wahre Bewährungsprobe für das Unternehmen und seine Aktie beginnt erst danach. Langfristig zeigt sich im typischen IPO-Zyklus ein ernüchterndes Bild, das sich in vier Phasen unterteilen lässt – eine Achterbahnfahrt für Anleger und Unternehmen.

Von Holger Clemens Hinz

Ein Börsengang (Initial Public Offering, IPO) ist für ein Unternehmen ein Meilenstein – und für Anleger die Chance, von Anfang an dabei zu sein. Die Hoffnung auf schnelle Gewinne lockt, und nicht selten schießt der Kurs am ersten Handelstag in die Höhe. Doch wie nachhaltig ist dieser Erfolg? Das richtige Umfeld für Börsengänge ist zwar wichtig, doch selbst bei den am meisten erwarteten IPOs der Welt, wie zuletzt beim Börsengang von SpaceX, gehören Höhenflüge und Kurseinbrüche oftmals dazu.

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23/07/2026 0 Kommentare
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Stv. Leiter Kapitalmarktgeschäft

Carsten Peter
Direktor Kapitalmarktgeschäft

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