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Kapitalmarkt Blog
KMU-News

Weiterbildung in KMUs besser als ihr Ruf

von Philipp Rose 31/07/2026

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden ihre Beschäftigten pro Kopf intensiver weiter als Großunternehmen. Trotz struktureller Nachteile bei strategischer Planung und formalen Prozessen. Das zeigen Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Laut einer repräsentativen Befragung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung investierten kleine Unternehmen 2023 durchschnittlich 24 Weiterbildungsstunden je Beschäftigtem, während Großunternehmen nur auf 18 Stunden kamen. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch informelles Lernen. Wissensvermittlung am Arbeitsplatz, kollegialer Austausch und Coaching gehören in vielen KMU fest zum Alltag. Weil jede Schulungsmaßnahme unmittelbar betrieblichen Nutzen stiften muss, ist das Lernen eng an konkrete Projekte und technische Neuerungen geknüpft. Ein Ansatz, der Transferverluste minimiert.

Gleichzeitig bestehen strukturelle Schwachstellen: Strategische Qualifizierungsplanung bleibt in vielen Betrieben unterentwickelt, weil operative Auslastung kaum Raum lässt. Bestimmte Beschäftigtengruppen – etwa Ältere oder Teilzeitkräfte – laufen Gefahr, bei fehlenden Konzepten übergangen zu werden. Zudem hängt Weiterbildung häufig an einzelnen Schlüsselpersonen, was Kontinuität gefährdet. Abhilfe schaffen können branchenübergreifende Weiterbildungsverbünde und Netzwerke wie der Weiterbildungsverbund Region Stuttgart oder das Familienunternehmensnetzwerk Maschinenraum, die Kosten teilen und strategische Orientierung bieten, wie Haufe berichtet. Für den Mittelstand liegt die Stärke in der Agilität – diese gilt es künftig gezielter nach außen sichtbar zu machen.

31/07/2026 0 Kommentare
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Fintechs verdrängen Hausbanken im Mittelstand

von Philipp Rose 29/07/2026

Payment-Dienstleister drängen in das Kerngeschäft traditioneller Banken vor. Sie bieten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zunehmend integrierte Finanzdienstleistungen an – von Echtzeit-Umsatzanalysen bis hin zu Krediten innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Der Trend trägt den Namen Embedded Finance und bezeichnet die Integration von Finanzdienstleistungen in Plattformen von Nicht-Finanzunternehmen. Was mit dem Kartenlesegerät beginnt, endet bei datengetriebenen Kreditentscheidungen. Über tagesaktuelle Umsatzdaten bewerten Fintechs die Bonität ihrer Kunden deutlich schneller als Banken, die sich traditionell auf Jahresabschlüsse und standardisierte Prozesse stützen. Das Ergebnis: Kredite bis zu 250.000 Euro ohne klassischen Zinssatz, dafür mit einer einmaligen Festgebühr und automatisierter Rückzahlung als prozentualer Anteil am Tagesumsatz.

Davon profitieren vor allem Handwerksbetriebe, Landwirte und kleinere Mittelständler, deren Stärke nicht in der Finanzverwaltung liegt. Wie das Handelsblatt berichtet, warnen Experten jedoch vor einem Lock-in-Risiko: Wer einmal tief in das Ökosystem eines Payment-Anbieters eingebunden ist, verliert faktisch die Flexibilität für einen Anbieterwechsel. Die Entwicklung verweist zugleich auf eine strukturelle Lücke im Bankensystem: Wo Banken jungen und kleinen Firmen kurzfristige Liquidität verweigern, öffnet sich Raum für den Kapitalmarkt und alternative Anbieter. Eine Dynamik, die für Mittelständler Chancen und Abhängigkeitsrisiken zugleich bereithält.

29/07/2026 0 Kommentare
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Connemann bleibt Mittelstandsbeauftragte

von Lieselotte Hasselhoff 27/07/2026

Gitta Connemann (CDU) behält das Amt der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, auch nachdem sie vom Wirtschaftsministerium ins Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung gewechselt ist. Das Amt folgt ihr auf ausdrücklichen Wunsch von Bundeskanzler Friedrich Merz.

Connemann, die zugleich Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ist, übernimmt im Digitalministerium die Nachfolge von Philipp Amthor, der als Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen ins Kanzleramt wechselt. Die Ansiedlung des Mittelstandsamts im Digitalressort von Minister Karsten Wildberger begründet Connemann damit, dass dort die entscheidenden Hebel für Bürokratierückbau und Staatsmodernisierung lägen. „Der Mittelstand braucht einen Staat, der ermöglicht statt aufhält“, erklärte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Für kleine und mittlere Unternehmen ist der Schritt inhaltlich folgerichtig: Bürokratieabbau bleibt seit Jahren branchenübergreifend eine der drängendsten Forderungen des Mittelstands . Die Entscheidung, über die unter anderem die WirtschaftsWoche berichtete, das Amt mit dem Digitalministerium zu verknüpfen signalisiert, dass die Bundesregierung Verwaltungsmodernisierung und Entlastung der Wirtschaft stärker zusammendenken will. Nachfolger Connemanns im Wirtschaftsministerium wird Johannes Steiniger, bisher agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz.

27/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

Gegen den Trend investieren lohnt sich

von Philipp Rose 24/07/2026
Die deutsche Wirtschaft steckt in der längsten pessimistischen Phase seit zwei Jahrzehnten. Fast 30 Prozent der Unternehmen planen für 2026 Stellenstreichungen, rund 40 Prozent wollen weniger investieren.
 
Der Strukturbruch trifft besonders die Industrie hart. In der Automobilregion rund um Stuttgart fallen Zehntausende Arbeitsplätze weg und im Bauhauptgewerbe liegt das Geschäftsklima bei minus 23,1 Punkten. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten fürchtet den Jobverlust. Dazu bremsen langsame Genehmigungsprozesse und Entscheidungen fallen in Deutschland oft erst bei 150 Prozent Reifegrad. Das kostet Zeit und Wettbewerbsfähigkeit. Pandemie, Energieschock und Kriege haben kollektive Investitionsbremsen in den Köpfen der Entscheider hinterlassen.
Dabei zeigt der Holzbau, dass Wachstum trotz schwieriger Lage möglich ist. Die Holzbauquote erreichte 2024 Höchststände und die Genehmigungsrückgänge fielen dort deutlich geringer aus als im übrigen Baugewerbe. Eine Fertigungstiefe von 90 Prozent ermöglicht Flexibilität und Lieferfähigkeit, die international kaum zu erreichen ist. Technisches Know-how ist vorhanden und Automatisierung schafft Antworten auf Kostendruck sowie Ressourcenmangel. Wie das Handelsblatt berichtet, liefert jede Investition, die entgegen der Stimmungslage getätigt wird und funktioniert, einen konkreten Datenpunkt gegen die kollektive Risikoaversion und ermutigt damit andere, es dem Investor gleichzutun.
24/07/2026 0 Kommentare
IPO-Zyklus
Finanzierung

Die vier Phasen einer Aktie nach dem IPO

von Holger Clemens Hinz 23/07/2026

Der erste Handelstag eines Börsenneulings ist oft von Euphorie und kräftigen Kursgewinnen geprägt. Doch die wahre Bewährungsprobe für das Unternehmen und seine Aktie beginnt erst danach. Langfristig zeigt sich im typischen IPO-Zyklus ein ernüchterndes Bild, das sich in vier Phasen unterteilen lässt – eine Achterbahnfahrt für Anleger und Unternehmen.

Von Holger Clemens Hinz

Ein Börsengang (Initial Public Offering, IPO) ist für ein Unternehmen ein Meilenstein – und für Anleger die Chance, von Anfang an dabei zu sein. Die Hoffnung auf schnelle Gewinne lockt, und nicht selten schießt der Kurs am ersten Handelstag in die Höhe. Doch wie nachhaltig ist dieser Erfolg? Das richtige Umfeld für Börsengänge ist zwar wichtig, doch selbst bei den am meisten erwarteten IPOs der Welt, wie zuletzt beim Börsengang von SpaceX, gehören Höhenflüge und Kurseinbrüche oftmals dazu.

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23/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

DATEV-Mittelstandsindex Juni: von breiter Erholung keine Spur

von Lieselotte Hasselhoff 22/07/2026

Der DATEV Mittelstandsindex zeigt für Juni 2026 ein Umsatzplus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gleichzeitig steigen die Lohnkosten um 6,3 Prozent und die Beschäftigung geht leicht zurück. Von einer breiten Erholung ist der Mittelstand noch weit entfernt.

Der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex erreicht im Juni 96,9 Punkte, ein Anstieg um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Maßgeblich getragen wird das Plus von mittleren Unternehmen, deren Umsätze um 7,1 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Allerdings ist dabei der schwache Vorjahresmonat als Basiseffekt zu berücksichtigen. Kleinstunternehmen bleiben mit einem Umsatzrückgang von 2,9 Prozent weiterhin unter Druck. In der Branchenbetrachtung liegt einzig das Baugewerbe mit plus 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert; Handel, Gastgewerbe und Verarbeitendes Gewerbe entwickeln sich rückläufig. Der Lohnindex beschleunigt sich deutlich: Im Vorjahresvergleich steigen die Lohnkosten um 6,3 Prozent, besonders stark im Baugewerbe mit 7,8 Prozent und bei mittleren Unternehmen mit 6,8 Prozent. Die Beschäftigung verharrt dagegen knapp unter Vorjahresniveau und geht saison- und kalenderbereinigt um 0,1 Prozent zurück. Für mittelständische Unternehmen verschärft das Zusammenspiel aus steigenden Lohnkosten und stagnierender Beschäftigung den Margendruck. DATEV-CEO Prof. Dr. Robert Mayr warnt davor, das Umsatzplus zu überbewerten: Der Mittelstand stabilisiere sich punktuell, sei aber von einer breiten Erholung noch weit entfernt.

22/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

Familienunternehmen mit klarem Resilienz-Vorteil

von Lieselotte Hasselhoff 20/07/2026

Eine Studie der Stiftung Familienunternehmen und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigt: Unternehmenskultur, Vertrauen und kurze Entscheidungswege sind für Familienunternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein stärkerer Stabilitätsfaktor als Kapitalausstattung oder Technologievorsprung.

Für die Untersuchung wurden 1.640 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: 77 Prozent der Familienunternehmen bewerten ihre eigene Anpassungsfähigkeit als sehr gut. Hinzu kommt: 95 Prozent der befragten Familienunternehmen beurteilen ihr Betriebsklima positiv, 88 Prozent berichten von einem ausgeprägten Wir-Gefühl. Diese Werte korrelieren laut IW Köln nachweisbar mit geringerer Fluktuation, höherer Krisenfestigkeit und besseren wirtschaftlichen Ergebnissen. Für den Mittelstand verweist der Befund auf ein strukturelles Stärke-Profil, das sich in der aktuellen Phase aus Fachkräftemangel, geopolitischer Unsicherheit und schwachem Wachstum besonders auszahlt. Wo äußere Rahmenbedingungen instabil sind, werden gewachsene Vertrauensverhältnisse und flache Hierarchien zum Wettbewerbsvorteil, den größere Konzerne kaum replizieren können.

20/07/2026 0 Kommentare
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Humanoide Roboter vor dem Sprung in den Mittelstand

von Philipp Rose 17/07/2026

Humanoide Roboter könnten in wenigen Jahren eine feste Größe im deutschen Mittelstand werden. Die flexiblen, menschenähnlichen Maschinen versprechen wirksame Lösungen gegen den wachsenden Fachkräftemangel und steigende Sicherheitsrisiken in der Produktion.

Die Technologie befindet sich zwar noch in der Erprobung, doch das wirtschaftliche Potenzial ist erheblich. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom erwarten mehr als die Hälfte der Industrieunternehmen eine Entlastung bei der Personalsuche. Nahezu sieben von zehn Betrieben sehen zudem Chancen, Arbeitsunfälle zu reduzieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen, starren Systemen bieten humanoide Roboter eine hohe Flexibilität. Sie nutzen vorhandene Werkzeuge und bewegen sich mühelos in Arbeitsumgebungen, die ursprünglich für Menschen gestaltet wurden. Dadurch entfallen teure Umbauten von Produktionslinien, was besonders mittelständischen Betrieben den Einstieg erleichtert. Trotz der technologischen Vorteile bleibt die Akzeptanz in der Belegschaft eine Herausforderung, da viele Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze bangen. Zudem erfordert der Betrieb im Alltag noch intensiven technischen Support und die kontinuierliche Anpassung der Steuerungssoftware. Wie das Handelsblatt berichtet, planen erste Start-ups bereits die Serienproduktion für den Pflegebereich, während Industrieunternehmen die Systeme erfolgreich in bestehende Prozesse integrieren. Für den Mittelstand zeigt sich hier ein zukunftsweisender Weg, um dem demografischen Wandel proaktiv zu begegnen.

17/07/2026 0 Kommentare
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Hier schreiben die Kapitalmarkt-Experten der Quirin Privatbank über die deutsche Wirtschaft, den heimischen Mittelstand und die Entwicklungen an den Kapitalmärkten.

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Leiter Kapitalmarktgeschäft

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Stv. Leiter Kapitalmarktgeschäft

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Direktor Kapitalmarktgeschäft

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Leiter Institutionelles Research

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