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Mit dem berühmten Fußbett von Birkenstock an die Wall Street

von Holger Clemens Hinz 09/06/2026

Wie bringt man ein 250 Jahre altes deutsches Traditionsunternehmen an die New York Stock Exchange – mit einer Bewertung von über zehn Milliarden US-Dollar? Erik Massmann hat es 2023 als CFO von Birkenstock getan und weiß: Der US-Kapitalmarkt ist eine andere Welt. In der zweiten Folge des Podcasts „Kapitalmarkt Logbuch“ von Quirin Privatbank und Rödl&Partner berichtet Erik Massmann von seinen IPO-Erfahrungen, den Unterschieden zwischen europäischen und US-amerikanischen Investoren, hohen regulatorischen Hürden sowie sehr großen Zahlen – und er entzaubert den Mythos Börsenglocke.

Erik Massmann hat schon mehrere IPOs in seinem Leben umgesetzt. Im Gespräch mit Holger Clemens Hinz und Christian Maier erzählt er von seinen Erfahrungen beim Birkenstock-Börsengang in New York 2023: Mehr Investoren, mehr Volumen, mehr Dokumentation, mehr Nerven – und Anwälte, die ein Vielfaches des hiesigen Stundensatzes kosten. Ein Börsengang an der Wall Street ist Massmann zufolge in fast jeder Hinsicht größer als hierzulande. Allein die Vorbereitung eines IPOs an der New Yorker Börse (NYSE) gibt einen Vorgeschmack auf das Ausmaß: Noch vor der eigentlichen Roadshow führte das Birkenstock-Team in zwei Vorrunden rund 150 bis 200 Investorengespräche. Die Fonds kamen sehr gut vorbereitet – sie hatten die Unterlagen gelesen, den Markt analysiert und teilweise selbst eine Bestellung auf der Birkenstock-Website aufgegeben, um den Kaufprozess zu verstehen. Ein Niveau, das Massmann aus seiner europäischen Erfahrung so nicht kannte: „Da hängt Amerika schon so ein bisschen den Level höher.“

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09/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

Energiewende im Mittelstand – Investitionsbereitschaft steigt

von Lieselotte Hasselhoff 08/06/2026

Jedes zweite kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) mit eigener Immobilie plant, in den nächsten fünf Jahren in die energetische Sanierung seiner Gebäude zu investieren. Das zeigt der aktuelle „Monitor zur Energiewende 2025″ des Marktforschungsinstituts Sirius Campus, für den im September 2025 rund 574 Investitionsverantwortliche befragt wurden. Im Vergleich zu 2023 – damals lag der Anteil bei 45 Prozent – ist die Investitionsbereitschaft damit spürbar gestiegen. Die geplanten Ausgaben belaufen sich im Schnitt auf rund 130.000 Euro pro Unternehmen; etwa ein Viertel davon soll über Kredite finanziert werden.

Ganz oben auf der Investitionsliste stehen Photovoltaikanlagen, Stromspeicher und Wärmepumpen. Letztere erfahren einen bemerkenswerten Bedeutungsgewinn: Während vor vier Jahren lediglich 33 Prozent der sanierungswilligen KMU eine Wärmepumpe in Betracht zogen, sind es heute 85 Prozent. Neu auf dem Radar vieler Unternehmen ist zudem das sogenannte Energy Sharing – also die gemeinschaftliche Stromversorgung mit benachbarten Betrieben. Seit dem 1. Juni 2026 ist dieses Modell in Deutschland rechtlich möglich und eröffnet vor allem für standortnahe Mittelständler interessante Möglichkeiten zur Kostensenkung.

08/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

Firmenübernahmen im Mittelstand werden deutlich teurer

von Philipp Rose 05/06/2026

Die Kaufpreisvorstellungen mittelständischer Unternehmer bei der Nachfolgeregelung sind seit 2019 real um 9,5 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als die Inflation. Im Durchschnitt wollen Verkäufer nun 499.000 Euro erzielen, gegenüber 372.000 Euro vor sechs Jahren.

Wer einen mittelständischen Betrieb übernehmen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als je zuvor. Im Median haben sich die Preisvorstellungen der Verkäufer von 175.000 auf 375.000 Euro mehr als verdoppelt. Das heißt, die Hälfte der Unternehmer liegt mit ihren Erwartungen jeweils darunter oder darüber. Durchschnittlich verlangen Verkäufer das 1,2-Fache ihres Jahresumsatzes. Besonders deutlich zeigt sich die Verschiebung an den Rändern: Wollten 2019 noch 18 Prozent der Mittelständler weniger als 50.000 Euro für ihr Unternehmen, sind es heute nur noch fünf Prozent. Gleichzeitig streben 27 Prozent einen Kaufpreis von über einer Million Euro an. Vor sechs Jahren waren es 18 Prozent. Wie Markt und Mittelstand unter Berufung auf Daten von KfW Research berichtet, verschärft diese Entwicklung die Lage für potenzielle Nachfolger erheblich. In einem Umfeld, in dem Tausende Betriebe altersbedingt zur Übergabe anstehen, steigen die finanziellen Einstiegshürden spürbar. Damit wächst das Risiko, dass Nachfolgen scheitern oder ganz ausbleiben.

05/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

Bürokratie bremst Digitalisierung im Mittelstand

von Lieselotte Hasselhoff 03/06/2026

Der deutsche Mittelstand investiert stärker in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Zugleich wird Bürokratie erstmals zur größten Hürde: 55 Prozent der befragten Unternehmen nennen sie als zentrales Hemmnis, noch vor den Kosten mit 52 Prozent.

Das zeigt eine YouGov-Umfrage im Auftrag von IONOS unter rund 4.000 Entscheidern aus kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden in fünf europäischen Ländern, darunter etwa 1.000 in Deutschland. Demnach verfügen inzwischen 60 Prozent der deutschen KMU über eine eigene Website, acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 62 Prozent nutzen eine Geschäfts-E-Mail mit eigener Domain. Der Einsatz von KI ist auf 44 Prozent gestiegen, ein Plus von zwölf Prozentpunkten. Bei den Investitionsprioritäten stehen IT-Sicherheit und Datenschutz mit 38 Prozent an erster Stelle. Online-Sichtbarkeit und KI folgen mit jeweils 35 Prozent. Für 31 Prozent der Befragten macht KI bereits mehr als zehn Prozent des Digitalbudgets aus. Die Entwicklung zeigt, dass Digitalisierung im Mittelstand breiter verankert ist, aber operative Belastungen den Fortschritt bremsen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Website-Nutzung im Mittelfeld; Großbritannien kommt auf 81 Prozent.

03/06/2026 0 Kommentare
Ein Wechsel in den KMU-Wachstumsmarkt bedeutet weniger Bürokratie und mehr Freiheiten
Gastbeiträge

Nieder mit den Regularien!

von Lieselotte Hasselhoff 02/06/2026

Wie Emittenten mit einem Wechsel in den KMU-Wachstumsmarkt ihre Regulierungslast deutlich senken können

Bekanntlich ächzen viele, insbesondere kleinere Emittenten, unter den regulatorischen Anforderungen, die eine Notiz im regulierten Markt mit sich bringt. Dem gegenüber steht nicht selten eine geringe Inanspruchnahme des Kapitalmarkts, etwa in Form von Aktienplatzierungen. Nicht wenige Emittenten haben daher in der Vergangenheit über einen Rückzug von der Börse oder zumindest ein sog. Downlisting in den regulatorisch weniger anspruchsvollen Freiverkehr nachgedacht. Häufig wurden solche Überlegungen sogleich wieder beendet, da das Ausscheiden aus dem regulierten Markt bislang ein öffentliches Angebot an die außenstehenden Aktionäre zum Erwerb ihrer Aktien gegen Barleistung zum Durchschnittskurs der letzten sechs Monate erforderte und weder Hauptaktionäre noch Gesellschaft in der Lage waren, dies zu finanzieren.

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02/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

Roboter rücken in den Mittelstand vor

von Lieselotte Hasselhoff 01/06/2026

Günstigere Cobots und neue KI-Anwendungen machen Robotik zunehmend auch für mittelständische Unternehmen interessant. Was lange vor allem großen Industriekonzernen vorbehalten war, wird für Maschinenbauer, Logistiker und kleinere Fertigungsbetriebe damit stärker zu einer Option für die Automatisierung einzelner Arbeitsschritte.

Die Nachfrage nach Robotiklösungen im Mittelstand wächst kontinuierlich. Unternehmen nutzen die Geräte etwa zum Sortieren von Kleinteilen, zum Stapeln von Kisten oder für andere repetitive Tätigkeiten. Das Geschäft mit Low-Cost-Automatisierung hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt, da immer mehr mittelständische Betriebe erkannt haben, dass Robotik wirtschaftliche Vorteile bietet. Die Hürden für den Einstieg in die Robotik sinken kontinuierlich. Moderne Cobots sind benutzerfreundlicher geworden, erfordern weniger Fachkenntnisse und lassen sich schneller in bestehende Produktionsprozesse integrieren. Gleichzeitig eröffnen KI-Anwendungen neue Einsatzmöglichkeiten: Roboter können komplexere Aufgaben übernehmen und sich flexibler an verschiedene Anforderungen anpassen. Die Entwicklung zeigt, dass Automatisierung im Mittelstand an Breite gewinnt. Sinkende Kosten, einfachere Anwendungen und KI erweitern den Einsatzbereich von Robotern und können Betrieben helfen, wiederkehrende Prozesse effizienter zu organisieren.

01/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

KI verschärft die Cyberrisiken für KMU

von Philipp Rose 29/05/2026

Cybersicherheit zählt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) weltweit zu den strategischen Prioritäten. 52 Prozent der KMU nennen Cybersecurity und Datenschutz als wichtiges Thema für die kommenden zwölf Monate, 60 Prozent planen höhere Ausgaben in diesem Bereich. Dennoch bleibt die Sicherheitslage angespannt: Jedes zweite KMU war im vergangenen Jahr von einem Sicherheitsvorfall oder einer Datenschutzverletzung betroffen.

Besonders groß sind die Defizite bei KI-gestützten Bedrohungen. 84 Prozent der Kleinstunternehmen und 65 Prozent der kleinen Unternehmen gelten als unzureichend auf KI-basierte Cyberangriffe vorbereitet. In Deutschland verfolgt lediglich ein Viertel der KMU einen proaktiven Sicherheitsansatz, während 27 Prozent keine spezifischen Schutzmaßnahmen für KI-Anwendungen implementiert haben. Zugleich fehlt 37 Prozent der deutschen Unternehmen der Überblick darüber, welche KI-Tools intern genutzt werden. Wie Digital Business berichtet, konzentrieren sich viele Unternehmen vor allem auf grundlegende Schutzmaßnahmen wie E-Mail-Sicherheit (77 Prozent), regelmäßige Updates und Patches (68 Prozent) sowie Multi-Faktor-Authentifizierung (61 Prozent). Deutlich seltener kommen Mitarbeiterschulungen, Phishing-Simulationen oder Tests von Notfallplänen zum Einsatz. Hinzu kommen Risiken bei Drittanbietern und SaaS-Anwendungen: 43 Prozent der Kleinstunternehmen überwachen externe Partner nicht regelmäßig.

Die zugrunde liegende IDC-Studie im Auftrag von Sage basiert auf einer Befragung von 2.210 KMU in acht Ländern, darunter 330 Unternehmen aus Deutschland. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele Mittelständler ihre Sicherheitsprioritäten zwar erkannt haben, die operative Umsetzung jedoch häufig noch hinter den wachsenden Anforderungen eines KI-geprägten Bedrohungsumfelds zurückbleibt.

29/05/2026 0 Kommentare
Primärenergie-Irrtum: Enormer Aufwand, um aus Solar- und Windstrom netzfähigen Strom zu machen
FinanzierungGastbeiträgeKonjunkturNachhaltigkeit

Der Primärenergie-Irrtum – Warum Statistiken die Effizienz der Energiewende verzerren

von Lieselotte Hasselhoff 27/05/2026

In offiziellen Statistiken wird oft behauptet, dass Erneuerbare Energien fossile Brennstoffe hocheffizient ersetzen können, da keine Abwärme verloren geht. Doch dieser „Primärenergie-Irrtum“ lässt wesentliche Faktoren außer Acht, die für die Bewertung der Netto-Energieeffizienz entscheidend sind. Teil 3 unserer Artikelserie zur Energiewende von Gastautor Dr. Lars Schernikau. 

Gastbeitrag von Dr. Lars Schernikau

Was ist der „Primary Energy Fallacy„? Der Begriff Primary Energy Fallacy (Primärenergie-Trugschluss) beschreibt die Fehlannahme, dass man Primärenergie (die Energiequelle in der Natur) direkt mit Endenergie (dem Strom aus der Steckdose) gleichsetzen kann, ohne das gesamte System zu betrachten. Befürworter argumentieren oft, dass Kohlekraftwerke 60 Prozent ihrer Energie als Wärme in die Atmosphäre blasen, während Solarpanels „direkt“ Strom erzeugen. 

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27/05/2026 0 Kommentare
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Hier schreiben die Kapitalmarkt-Experten der Quirin Privatbank über die deutsche Wirtschaft, den heimischen Mittelstand und die Entwicklungen an den Kapitalmärkten.

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Leiter Kapitalmarktgeschäft

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Stv. Leiter Kapitalmarktgeschäft

Carsten Peter
Direktor Kapitalmarktgeschäft

Daniel Kukalj
Leiter Institutionelles Research

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