Nur drei Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland betreiben eine systematische, mehrjährige Investitionsplanung. Eine Untersuchung der Förderbank KfW verweist auf eine strukturelle Lücke im Herz der deutschen Wirtschaft.
Eine aktuelle Auswertung des KfW-Mittelstandspanels zeigt, dass selbst unter den größeren Mittelständlern lediglich sieben Prozent über ein strategisches Investitionskonzept verfügen. Die überwiegende Mehrheit trifft Investitionsentscheidungen situativ – auf Basis akuter Notwendigkeiten und verfügbarer Liquidität, nicht auf Grundlage langfristiger Planung. Dabei führen ohnehin nur zwölf Prozent aller mittelständischen Unternehmen überhaupt jährlich Investitionsprojekte durch. Bei Kleinstunternehmen liegt dieser Anteil bei gerade einmal neun Prozent. Die Ursachen sind struktureller Natur: Spezialisierte Abteilungen für Controlling oder Finanzen fehlen in vielen Betrieben, Ressourcen, Kapazitäten und Fachwissen sind begrenzt. Investitionsentscheidungen liegen häufig allein in den Händen der Inhaberinnen und Inhaber – eine Einbettung in ein strategisches Gesamtkonzept findet kaum statt. Hinzu kommt, dass rund eine Million Soloselbstständige zum Mittelstand zählen, was die Kleinteiligkeit zusätzlich verstärkt. Jüngste Studien belegen indes, dass gezielte strategische Planung die Unternehmensperformance bei KMU messbar verbessert.
