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Kapitalmarkt Blog
KMU-News

Dienstreisen nehmen trotz Wirtschaftsflaute zu

von Philipp Rose 21/08/2026

Die Zahl der Dienstreisen in Deutschland ist 2025 trotz der Wirtschaftsflaute um 8,3 Prozent auf 116,1 Millionen gestiegen. Digitale Buchungs- und Abrechnungssysteme sollen KMU helfen, Kosten zu kontrollieren und Geschäftsreisen effizienter zu organisieren.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen verzichten trotz des Sparzwangs offenbar nicht auf persönliche Kontakte. Mehr als drei Viertel der Geschäftsreisen entfielen 2025 auf Beschäftigte von Unternehmen mit zehn bis 500 Mitarbeitenden. Gleichzeitig verlagerte sich der Schwerpunkt ins europäische Ausland. Der Anteil entsprechender Reisen stieg von 24 auf 30 Prozent, während innerdeutsche Fahrten zurückgingen. Hintergrund sind unter anderem robustere Lieferketten und eine stärkere Ausrichtung auf europäische Standorte. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das einen höheren Bedarf an integrierten Lösungen. Plattformen bündeln Hotels, Flüge, Bahn- und Fährverbindungen sowie Abrechnung auf einer Oberfläche. Digitale Reisekostenrichtlinien, Sammelrechnungen und KI-gestützte Prüfungen können zudem Freigaben beschleunigen und Auffälligkeiten sichtbar machen. Laut Handelsblatt sanken die durchschnittlichen Kosten pro Buchung 2025 um knapp fünf Prozent. Auch Workation gewinnt an Bedeutung. Sie kann die Arbeitgeberattraktivität erhöhen, erfordert jedoch klare Vorgaben. Schon kurze Aufenthalte im Ausland können eine A1-Bescheinigung oder steuerliche Prüfungen auslösen. Digitale Prozesse sollen Unternehmen dabei unterstützen, Länder, Aufenthaltsdauer und Tätigkeiten vorab zu kontrollieren.

21/08/2026 0 Kommentare
Finanzierung

Post-IPO-Aktionariat: Wie sich die Aktionärsstruktur im ersten Jahr nach dem IPO verändert

von Holger Clemens Hinz 21/08/2026

Ein erfolgreicher Börsengang wird häufig an der Platzierungsquote, der Nachfrage im Orderbuch oder der Kursentwicklung am ersten Handelstag gemessen. Doch die eigentlich spannende Frage beginnt erst danach. Wie der Weg vom IPO-Zuteilungsbuch zum Post-IPO-Aktionariat normalerweise verläuft.

Von Holger Clemens Hinz

Wer sind die Aktionäre zwölf Monate nach dem IPO?

Investoren, die eine Aktie beim Börsengang zeichnen, sind oftmals nicht dieselben Anleger, die das Unternehmen ein Jahr später begleiten. Das erste Börsenjahr ist vielmehr ein Prozess der Selektion. Einige Investoren steigen aus, andere bauen Positionen auf, wieder andere entdecken die Aktie erst mit zunehmender Kapitalmarkthistorie.

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21/08/2026 0 Kommentare
KMU-News

Gastgewerbe stemmt sich gegen den Mittelstandsabschwung

von Lieselotte Hasselhoff 19/08/2026

Der deutsche Mittelstand verzeichnet laut dem Datev-Mittelstandsindex im Juli einen Umsatzrückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr – einzige Ausnahme ist das Gastgewerbe, das mit einem Plus von 5,9 Prozent erneut zulegt.

Der Datev-Mittelstandsindex zeichnet ein deutliches Bild der konjunkturellen Lage: Nach einer positiven Entwicklung bis März ist der Umsatz seither ins Negative gedreht. Besonders stark trifft es das Baugewerbe mit minus 9,9 Prozent, den Handel mit minus 6,6 Prozent und das verarbeitende Gewerbe mit minus fünf Prozent. Datev-Chef Robert Mayr konstatiert, die wirtschaftliche Lage bleibe für viele Unternehmen herausfordernd. Gegen den Trend steht das Gastgewerbe: Zum siebten Mal in Folge wächst der Umsatz mittelständischer Betriebe in dieser Branche im Jahresvergleich. Als mögliche Ursachen nennen die Volkswirte von Datev die Zurückhaltung beim Auslandsurlaub angesichts geopolitischer Unsicherheiten sowie die Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen auf sieben Prozent zu Jahresbeginn. Dieser Aufschwung hat jedoch einen Preis: Das Lohnwachstum im Gastgewerbe lag im Juli bei 6,5 Prozent, die Beschäftigung sank gleichzeitig um rund ein Prozent gemessen in Vollzeitäquivalenten. Auch gesamtwirtschaftlich bleibt der Lohnanstieg mit 4,9 Prozent eine spürbare Belastung für Betriebe.

19/08/2026 0 Kommentare
KMU-News

Gründungsboom trifft Industriekrise

von Lieselotte Hasselhoff 17/08/2026

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 352.400 Gewerbe neu gegründet – ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig verlor das Verarbeitende Gewerbe binnen eines Jahres 144.100 Arbeitsplätze.

Drei aktuelle Destatis-Statistiken zeichnen ein widersprüchliches Bild vom Wirtschaftsstandort Deutschland. Neben dem Gründungsanstieg zählt das Statistische Bundesamt auch rund 69.600 Neugründungen mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung. Ein Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den ersten fünf Monaten 2026 um 4,9 Prozent auf 10.546 Fälle. Der stärkste Gegenwind kommt aus der Industrie. In der Automobilbranche gingen innerhalb eines Jahres 42.300 Stellen verloren, die Beschäftigung sank um 5,8 Prozent auf 691.500 Personen, den niedrigsten Stand seit 2021. Auch Maschinenbau, Metallindustrie und Elektrotechnik verzeichnen deutliche Rückgänge. Für den Mittelstand, der in vielen dieser Branchen als Zulieferer oder Systempartner eng mit der Industrie verflochten ist, bedeutet der strukturelle Umbau erheblichen Anpassungsdruck.

17/08/2026 0 Kommentare
KMU-News

EU-Verpackungsverordnung PPWR trifft kleine Onlinehändler hart

von Lieselotte Hasselhoff 14/08/2026

Seit dem 12. August 2026 gilt die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR. Sie zwingt zahlreiche kleine und mittlere Online-Händler  dazu, Lieferungen ins EU-Ausland einzustellen oder erheblich einzuschränken.

Wer künftig Waren in ein anderes EU-Land versenden will, muss sich registrieren, Verpackungsmengen melden, Entsorgungsgebühren entrichten und in der Regel einen lokalen Bevollmächtigten benennen. Wer in alle 27 Mitgliedstaaten liefert, benötigt entsprechend 27 Lizenzen und 27 Ansprechpartner – eine Bagatellgrenze gibt es nicht, die Pflichten greifen bereits ab dem ersten Paket. Die Kosten für solche Dienstleister können je nach Land bis zu 1.000 Euro betragen. Alexander Smuk, Berufsgruppensprecher für Versand- und Internethandel der Wirtschaftskammer Österreich, nennt das Kosten-Nutzen-Verhältnis „katastrophal“. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 200.000 Euro.

Hinzu kommen neue Dokumentationspflichten: Händler, die zugekaufte Kartons mit eigenem Logo bedrucken lassen, gelten nach der PPWR als Erzeuger und müssen die technische Konformität der Verpackung nachweisen, ohne dabei direkten Einfluss auf die Produktion gehabt zu haben. Für den Mittelstand bedeutet das: Wer grenzüberschreitend im EU-Binnenmarkt aktiv bleiben will, steht vor erheblichem bürokratischem und finanziellem Mehraufwand, der für kleinere Betriebe oft nicht darstellbar ist.

14/08/2026 0 Kommentare
Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital: OLG München setzt Grenzen bei rückwirkender Gewinnberechtigung
FinanzierungGastbeiträge

Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital: OLG München setzt Grenzen bei rückwirkender Gewinnberechtigung

von Lieselotte Hasselhoff 13/08/2026

Eine aktuelle Entscheidung des OLG München (Beschluss vom 28.5.2026, Az. 31 Wx 82/26e) zur Frage der rückwirkenden Gewinnberechtigung neuer Aktien für bereits abgeschlossene Geschäftsjahre ist für die Praxis bei Kapitalerhöhungen aus genehmigtem Kapital von erheblicher Bedeutung. Als soweit ersichtlich erste obergerichtliche Entscheidung dürfte diese die Ausgestaltung von Kapitalerhöhungen auf Grundlage eines genehmigten Kapitals spürbar beeinflussen.

Ein Gastbeitrag von Dr. Alexander Thomas, Rechtsanwalt und Partner bei Osborne Clarke

Es geht um die Frage der rechtlichen Zulässigkeit der rückwirkenden Gewinnberechtigung neuer Aktien für bereits abgeschlossene Geschäftsjahre im Rahmen der Durchführung einer Kapitalerhöhung auf Grundlage eines genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre – eine Konstellation, die in der Praxis bei Kapitalmaßnahmen häufig Anwendung findet. 

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13/08/2026 0 Kommentare
KMU-News

KMU im Außenhandel: Mehr Importe, weniger Exporte

von Holger Clemens Hinz 12/08/2026

Deutschlands Mittelstand zeigt im Außenhandel ein gespaltenes Bild: Während die Importzahlen 2024 zulegten, gingen die Exporte zurück. Das geht aus der jährlichen Auswertung der Eurostat-TEC-Statistik durch das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn hervor.

Auf der Einfuhrseite wuchs die Zahl importierender KMU auf rund 859.000 – ein Zuwachs von 2,6 Prozent gegenüber 2023. Damit stellen kleine und mittlere Unternehmen 98,3 Prozent aller Importeure in Deutschland, insgesamt führte jedes vierte KMU Waren aus dem Ausland ein. Beim Volumen behalten Großunternehmen die Oberhand: Mit Einfuhren im Wert von 792 Milliarden Euro importierten sie mehr als doppelt so viel wie der Mittelstand.

Beim Export dreht sich das Bild. Die Zahl der ausführenden Unternehmen sank 2024 auf rund 263.000 – ein Minus von 1,4 Prozent. KMU-Exporte brachen dabei stärker ein als die der Großunternehmen: Der Ausfuhrwert fiel um 3,2 Prozent auf 268 Milliarden Euro. Damit rutscht der KMU-Anteil am deutschen Gesamtexport erstmals unter die 20-Prozent-Marke.

Wichtigster Handelsraum bleibt die EU. 26 Prozent der KMU bezogen ihre Importwaren aus dem Binnenmarkt, rund 62 Prozent des KMU-Exportwerts flossen dorthin. IfM-Wissenschaftler Peter Kranzusch sieht darin kein Zufall: Der EU-Binnenmarkt biete Rechtssicherheit und stabile Rahmenbedingungen – gerade in Zeiten wachsender globaler Unsicherheit ein entscheidender Vorteil für den Mittelstand.

 

12/08/2026 0 Kommentare
Holger Clemens Hinz, Henning von Kottwitz und Dr. Christian Maier bei der Aufnahme des Podcasts "Kapitalmarkt Logbuch"
FinanzierungPodcastVeranstaltungen

Partnerfonds AG: Die Rolle der Blue Cap AG bei der Liquidation

von Lieselotte Hasselhoff 11/08/2026

Wie liquidiert man eine rund 45-prozentige Beteiligung an einer börsennotierten Smallcap-AG, ohne den Kurs zu beschädigen? Und wie geht man damit um, wenn man als Liquidator gleichzeitig CEO des Unternehmens ist, an dem die zu liquidierende Gesellschaft ihre größte Beteiligung hält?  Diese ungewöhnliche Konstellation steht im Mittelpunkt der vierten Folge des Podcasts „Kapitalmarkt Logbuch“.

Darin sprechen die Hosts Holger Clemens Hinz, Leiter des Kapitalmarktgeschäfts der Quirin Privatbank AG, und Christian Maier von Rödl & Partner mit Henning von Kottwitz. Der promovierte Volljurist bekleidet eine besondere Doppelrolle: Er ist Liquidator der Partnerfonds AG und zugleich CEO der Blue Cap AG. Die Blue Cap AG war mit einer Beteiligung von rund 45 Prozent die mit Abstand größte Vermögensposition der Partnerfonds AG und damit das zentrale Verwertungsobjekt der Liquidation. 

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11/08/2026 0 Kommentare
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Direktor Kapitalmarktgeschäft

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