Der deutsche Mittelstand verzeichnet laut dem Datev-Mittelstandsindex im Juli einen Umsatzrückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr – einzige Ausnahme ist das Gastgewerbe, das mit einem Plus von 5,9 Prozent erneut zulegt.
Der Datev-Mittelstandsindex zeichnet ein deutliches Bild der konjunkturellen Lage: Nach einer positiven Entwicklung bis März ist der Umsatz seither ins Negative gedreht. Besonders stark trifft es das Baugewerbe mit minus 9,9 Prozent, den Handel mit minus 6,6 Prozent und das verarbeitende Gewerbe mit minus fünf Prozent. Datev-Chef Robert Mayr konstatiert, die wirtschaftliche Lage bleibe für viele Unternehmen herausfordernd. Gegen den Trend steht das Gastgewerbe: Zum siebten Mal in Folge wächst der Umsatz mittelständischer Betriebe in dieser Branche im Jahresvergleich. Als mögliche Ursachen nennen die Volkswirte von Datev die Zurückhaltung beim Auslandsurlaub angesichts geopolitischer Unsicherheiten sowie die Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen auf sieben Prozent zu Jahresbeginn. Dieser Aufschwung hat jedoch einen Preis: Das Lohnwachstum im Gastgewerbe lag im Juli bei 6,5 Prozent, die Beschäftigung sank gleichzeitig um rund ein Prozent gemessen in Vollzeitäquivalenten. Auch gesamtwirtschaftlich bleibt der Lohnanstieg mit 4,9 Prozent eine spürbare Belastung für Betriebe.
