Der deutsche Mittelstand zeigt sich trotz anhaltender Konjunkturschwäche strukturell widerstandsfähig, doch ein nachhaltiger Aufschwung bleibt vorerst aus. Auswertungen der KFW zeichnen gemeinsam ein differenziertes Bild der wirtschaftlichen Lage kleiner und mittlerer Unternehmen.
Die Gesamtumsätze im Mittelstand stiegen 2025 nominal um 1,6 Prozent auf 5.261 Mrd. Euro. Preisbereinigt steht damit der dritte reale Rückgang in Folge zu Buche. Die durchschnittliche Umsatzrendite erholte sich auf 7,5 Prozent und erreicht damit wieder das Vor-Corona-Niveau. Gleichzeitig kam das Beschäftigungswachstum mit einer Rate von plus/minus null Prozent faktisch zum Stillstand. Besonders unter Druck stehen Kleinstunternehmen, die seit sechs Jahren keine nennenswerten Umsatzzuwächse verzeichnen, sowie das forschungsintensive Verarbeitende Gewerbe. Beim Kreditzugang entspannte sich die Lage zuletzt: Nach Angaben der KfW-ifo-Kredithürde stuften im dritten Quartal 2026 knapp 36 Prozent der Mittelständler das Bankverhalten als restriktiv ein, ein Rückgang um fast fünf Prozentpunkte. Dennoch sank das Kreditinteresse auf den niedrigsten Wert seit Sommer 2021. Als Hauptgrund gilt der verbreitete Wunsch nach Schuldenvermeidung und finanzieller Unabhängigkeit. Die Kreditablehnungsquote blieb stabil bei niedrigen zehn Prozent. Für mittelständische Entscheider ergibt sich daraus ein widersprüchliches Bild: Die Finanzierungsbedingungen verbessern sich, die Investitionsbereitschaft hingegen verharrt auf niedrigem Niveau.
