Trotz der US-Zwischenwahlen ist für deutsche Exporteure keine handelspolitische Entspannung in Sicht. Trumps Zollkurs dürfte nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mindestens bis zum Ende der Amtszeit im Januar 2029 Bestand haben.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht keine Grundlage für eine handelspolitische Entspannung. Die Zahlen unterstreichen den Ernst der Lage: Im ersten Quartal 2026 sanken die deutschen Warenexporte in die USA um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der Handelsüberschuss schrumpfte um 30,5 Prozent. Eine DIHK-Befragung zeigt, dass 51 Prozent der deutschen Unternehmen mit US-Präsenz die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als erhebliches Geschäftsrisiko bewerten, 2023 waren es noch 34 Prozent. Besonders exponiert sind Automobilindustrie und Maschinenbau: Laut einer ifo-Befragung von rund 1.800 Industrieunternehmen berichten in diesen Branchen mehr als 70 Prozent von negativen Auswirkungen der US-Zollpolitik. Auch Spezialmaschinenbauer und Zulieferer verfügen häufig weder über die finanziellen Reserven noch über die Produktionsstandorte, um Zollkosten durch lokale Fertigung zu umgehen. Hinzu kommt ein strukturelles Dilemma: 67 Prozent der deutschen Unternehmen mit US-Niederlassungen planen, ihre Investitionen in Amerika zu erhöhen. Mittel, die dann in Deutschland fehlen. Knapp 40 Prozent haben ihre Investitionsvorhaben als direkte Reaktion auf die US-Handelspolitik bereits verändert.
