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Kapitalmarkt Blog
KMU-News

Reformpaket entlastet den Mittelstand

von Philipp Rose 03/07/2026

Die Bundesregierung hat ein umfassendes Reformpaket beschlossen, das kleine und mittlere Unternehmen (KMU) an entscheidenden Stellen entlasten soll. Neben weitreichenden Erleichterungen beim Bürokratieabbau und beim Datenschutz sieht der Beschluss auch deutliche Flexibilisierungen im Arbeitsrecht vor.

Hintergrund der 34 Beschlüsse des Koalitionsausschusses ist der anhaltende Reformdruck auf die deutsche Wirtschaft. Für mittelständische Betriebe besonders relevant ist die geplante Einschränkung der EU-Lieferkettenrichtlinie. Ihre Umsetzung wird im Herbst 2026 zunächst auf Großunternehmen begrenzt, wodurch die Prüfpflichten für mittelbare Zulieferer aus dem KMU-Bereich auf ein Minimum sinken. Zudem soll ein neues Berichtsentlastungsgesetz durch eine Beweislastumkehr zugunsten der Betriebe zahlreiche Dokumentationspflichten abbauen. Eine Ausweitung der Genehmigungsfiktion sorgt dafür, dass behördliche Anträge künftig nach vier Monaten automatisch als genehmigt gelten. Im Arbeitsrecht wird die sachgrundlose Befristung für Neueinstellungen bis Ende 2030 auf 48 Monate verlängert. Flankiert wird dies durch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sowie die Rückkehr zur Attestpflicht ab dem ersten Tag. Beim Datenschutz setzt sich die Regierung für eine DSGVO-Ausnahme von KMU bei risikoarmen Datenverarbeitungen ein. Wie Markt und Mittelstand berichtet, wird zudem der Pauschalsteuersatz für Mini-Jobs von zwei auf fünf Prozent angehoben.

03/07/2026 0 Kommentare
KMU-News

Erbschaftssteuerreform gefährdet laut IHK Unternehmensnachfolge im Mittelstand

von Lieselotte Hasselhoff 02/07/2026

IHK-Präsident Uwe Goebel betonte, bei einer Veranstaltung in Osnabrück, ein bevorstehendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts könnte zur Verschärfung der Steuer führen, was insbesondere Mittelständler belasten würde. Betriebsvermögen in Form von Maschinen, Gebäuden oder Lizenzen sei nicht unmittelbar liquidierbar, so dass schnellere Steuerpflicht  könnte die Nachfolge in Familienunternehmen erheblich erschweren und somit Arbeitsplätze in Gefahr bringen könnte. 

Ilona Grönniger, stellvertretende Vorsitzende des IHK-Fachausschusses Recht, Finanzen und Steuern, kritisierte die hohen bürokratischen Hürden und die Komplexität des derzeitigen Rechtssystems, insbesondere bei der Unternehmensbewertung. Ihrer Meinung nach werden viele Unternehmen für steuerliche Zwecke realitätsfern bewertet. Der Dachverband DIHK spricht sich in einem Positionspapier bereits für die Beibehaltung der Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen und weniger Bürokratie aus.

02/07/2026 0 Kommentare
SpaceX - Index- und Marktphasen
Finanzierung

SpaceX: Höhenflüge und Kurseinbrüche gehören zum Plan

von Holger Clemens Hinz 30/06/2026

Der Börsengang von SpaceX am 12. Juni war ein IPO der Superlative, Anleger feierten Elon Musk und den rasanten Kursanstieg der Aktie. Doch Ruhm und Ehre des Börsen-Debüts verfliegen nach nur zwei Wochen, der Kurs ist massiv gefallen – und in den nächsten Monaten droht dem SpaceX-Aktienkurs viel weiteres Ungemach. Auslöser dürften Indexfonds und verkaufswillige Alt-Aktionäre sein.

Von Holger Clemens Hinz

Nach dem Börsengang von SpaceX am 12. Juni 2026 herrschte erst einmal weit verbreitete Euphorie: 75 Milliarden Dollar Emissionserlös, ein Kursplus von 20 Prozent zum Handelsauftakt und nach kurzer Zeit ein Börsenwert für das Raumfahrtunternehmen von zwei Billionen Dollar. SpaceX sammelte die Börsenrekorde nur so ein. Doch inzwischen hat dieses Image deutliche Risse bekommen – und ein Blick auf das, was noch kommt, verheißt für Aktie nichts Gutes.

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30/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

Hausbanken unter Druck: KMU wechseln Kreditgeber häufiger

von Lieselotte Hasselhoff 29/06/2026

Mittelständische Unternehmen in Deutschland lösen sich zunehmend von ihrer Hausbank. Laut dem iwoca KMU-Index wechseln 35 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe alle zwei Jahre oder häufiger ihren Kreditgeber.

Für 77 Prozent der befragten Finanzierungsexperten ist die Schnelligkeit der Kreditentscheidung das wichtigste Kriterium. Klassische Großbanken kommen diesem Anspruch derzeit kaum nach: 80 Prozent der Experten bewerten ihr Vergabeverhalten als zurückhaltend oder sehr zurückhaltend, Bearbeitungszeiten von drei bis vier Wochen sind weiterhin üblich. Für Betriebe mit akutem Liquiditätsbedarf ist das häufig zu lang. In diese Lücke stoßen digitale Finanzierer. Sie punkten mit einfachen Prozessen und deutlich kürzeren Entscheidungswegen – und gewinnen damit Marktanteile, die traditionelle Institute verlieren. Hintergrund ist ein Verhaltenswandel, den iwoca-Deutschlandchef Fabian Platzen mit dem Privatkundenmarkt vergleicht: Unternehmen wählen das passende Produkt beim besten Anbieter, auch wenn sie dadurch mehrere Finanzierungspartner unterhalten. Mehr als die Hälfte der Betriebe vergleicht dabei nur zwei Kreditangebote vor der Entscheidung. Die Entwicklung zeigt, dass Finanzierungsbeziehungen im Mittelstand transaktionaler werden  und dass Anbieter, die nicht innerhalb weniger Minuten entscheiden und flexible Laufzeiten bieten, strukturell ins Hintertreffen geraten.

29/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

Mindestlohn und Aktivrente prägen den KMU-Arbeitsmarkt

von Philipp Rose 26/06/2026

KMUs in Deutschland steuern dem anhaltenden Beschäftigungsrückgang zunehmend mit flexiblen Arbeitsmodellen entgegen. Vor allem Rentner, Minijobber und Werkstudenten fungieren in vielen Betrieben als wichtiger Anpassungspuffer, um auf wirtschaftliche Schwankungen zu reagieren.

Seit Ende 2023 sinkt die Beschäftigung im Mittelstand kontinuierlich um durchschnittlich 0,3 Prozent pro Jahr. Dabei entwickelte sich die geringfügige Beschäftigung seit Anfang 2025 zum zentralen Treiber dieses negativen Gesamttrends. Die Anhebung der Minijobgrenze auf 520 Euro hatte zunächst einen deutlichen Zuwachs ausgelöst, bevor ab Ende 2024 ein breit angelegter Rückgang einsetzte. Sukzessive Mindestlohnerhöhungen verstärkten diesen Effekt in den betroffenen Branchen sprunghaft, weshalb viele Unternehmen ihre Personalplanungen anpassen mussten.
Bei der Rentnerbeschäftigung zeichnet sich hingegen seit Einführung der Aktivrente Anfang 2026 eine positive Trendumkehr ab. Die Zahl versicherungsfreier Rentner stieg spürbar an, wobei kleine und mittlere Betriebe die stärksten Zuwächse verzeichneten. Dagegen erlebten Werkstudenten seit 2022 einen deutlichen Rückgang um rund 17 Prozent, was sich insbesondere bei kleinen Unternehmen bemerkbar machte. Wie der Datev-Report „Beschäftigungsgruppen in KMU“ berichtet, gewinnen diese flexiblen Beschäftigungsformen als Puffer für mittelständische Unternehmen massiv an Bedeutung, da reguläre Stellen oft unbesetzt bleiben.

26/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

DATEV Mittelstandsindex: Umsatzschwäche im Mittelstand hält an

von Lieselotte Hasselhoff 24/06/2026

Der DATEV Mittelstandsindex zeigt für Mai 2026 einen erneuten Umsatzrückgang im deutschen Mittelstand. Saison- und kalenderbereinigt fiel der Umsatzindex auf 96,5 Punkte – ein Minus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die Entwicklung setzt eine seit nunmehr drei Jahren anhaltende Umsatzschwäche im Mittelstand fort. Besonders hart trifft es den Handel, der im Jahresvergleich um 6,5 Prozent einbricht. Das Baugewerbe liegt mit minus 5,8 Prozent ebenfalls deutlich im Minus. Einzig das Gastgewerbe verzeichnet ein Plus von 2,0 Prozent. „Insgesamt zeigt sich, wie ungleich die Belastungen wirken und wie stark viele Branchen weiterhin mit strukturellem und konjunkturellem Gegenwind zu kämpfen haben“, kommentiert DATEV-CEO Prof. Dr. Robert Mayr die Zahlen. Nach Unternehmensgrößen zeigt sich ein klares Gefälle: Kleinstunternehmen verbuchen den stärksten Umsatzrückgang mit minus 5,0 Prozent, mittlere Unternehmen halten sich mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent vergleichsweise stabil. Auf der Kostenseite steigen die Löhne im Mittelstand weiter, zuletzt um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei gleichzeitig nahezu stagnierender Beschäftigung (minus 0,1 Prozent). Für mittelständische Unternehmen bedeutet das eine anhaltende Scherenbewegung: stagnierende oder sinkende Erlöse bei weiter steigenden Personalkosten. Der Befund verweist auf strukturellen und konjunkturellen Gegenwind, der branchenübergreifend wirkt und insbesondere kleinere Betriebe unter Druck setzt.

24/06/2026 0 Kommentare
Insolvenzverfahren: Eine Pleite muss nicht das Ende sein
FinanzierungMittelstand

Insolvenzwelle Teil 2: Was nach der Pleite kommt

von Holger Clemens Hinz 23/06/2026

Die Insolvenzen in Deutschland nehmen weiter zu. Doch ein Insolvenzverfahren muss nicht zwingend das Ende für ein Unternehmen bedeuten. Welche Werkzeuge das Recht bietet, wie die Politik reagiert und welche Unternehmen den Weg zurück geschafft haben.

Von Holger Clemens Hinz

Der erste Blog-Beitrag zur laufenden Insolvenzwelle hat es bereits deutlich gezeigt: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg 2025 auf den höchsten Stand seit etwa zehn Jahren. Und auch 2026 bringt bislang keine Entspannung: Allein im April 2026 wurden zehn Prozent mehr Insolvenzen verzeichnet als im Vorjahresmonat, es ist der höchste April-Wert seit 2005. Im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren 2016 bis 2019 liegt das aktuelle Niveau sogar um 82 Prozent höher.

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23/06/2026 0 Kommentare
KMU-News

Mittelstand ohne Investitionsstrategie

von Lieselotte Hasselhoff 22/06/2026

Nur drei Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland betreiben eine systematische, mehrjährige Investitionsplanung.  Eine Untersuchung der Förderbank KfW verweist auf eine strukturelle Lücke im Herz der deutschen Wirtschaft.

Eine aktuelle Auswertung des KfW-Mittelstandspanels zeigt, dass selbst unter den größeren Mittelständlern lediglich sieben Prozent über ein strategisches Investitionskonzept verfügen. Die überwiegende Mehrheit trifft Investitionsentscheidungen situativ – auf Basis akuter Notwendigkeiten und verfügbarer Liquidität, nicht auf Grundlage langfristiger Planung. Dabei führen ohnehin nur zwölf Prozent aller mittelständischen Unternehmen überhaupt jährlich Investitionsprojekte durch. Bei Kleinstunternehmen liegt dieser Anteil bei gerade einmal neun Prozent. Die Ursachen sind struktureller Natur: Spezialisierte Abteilungen für Controlling oder Finanzen fehlen in vielen Betrieben, Ressourcen, Kapazitäten und Fachwissen sind begrenzt. Investitionsentscheidungen liegen häufig allein in den Händen der Inhaberinnen und Inhaber – eine Einbettung in ein strategisches Gesamtkonzept findet kaum statt. Hinzu kommt, dass rund eine Million Soloselbstständige zum Mittelstand zählen, was die Kleinteiligkeit zusätzlich verstärkt. Jüngste Studien belegen indes, dass gezielte strategische Planung die Unternehmensperformance bei KMU messbar verbessert.

22/06/2026 0 Kommentare
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Direktor Kapitalmarktgeschäft

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