Mittelständische Unternehmen in Deutschland lösen sich zunehmend von ihrer Hausbank. Laut dem iwoca KMU-Index wechseln 35 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe alle zwei Jahre oder häufiger ihren Kreditgeber.
Für 77 Prozent der befragten Finanzierungsexperten ist die Schnelligkeit der Kreditentscheidung das wichtigste Kriterium. Klassische Großbanken kommen diesem Anspruch derzeit kaum nach: 80 Prozent der Experten bewerten ihr Vergabeverhalten als zurückhaltend oder sehr zurückhaltend, Bearbeitungszeiten von drei bis vier Wochen sind weiterhin üblich. Für Betriebe mit akutem Liquiditätsbedarf ist das häufig zu lang. In diese Lücke stoßen digitale Finanzierer. Sie punkten mit einfachen Prozessen und deutlich kürzeren Entscheidungswegen – und gewinnen damit Marktanteile, die traditionelle Institute verlieren. Hintergrund ist ein Verhaltenswandel, den iwoca-Deutschlandchef Fabian Platzen mit dem Privatkundenmarkt vergleicht: Unternehmen wählen das passende Produkt beim besten Anbieter, auch wenn sie dadurch mehrere Finanzierungspartner unterhalten. Mehr als die Hälfte der Betriebe vergleicht dabei nur zwei Kreditangebote vor der Entscheidung. Die Entwicklung zeigt, dass Finanzierungsbeziehungen im Mittelstand transaktionaler werden und dass Anbieter, die nicht innerhalb weniger Minuten entscheiden und flexible Laufzeiten bieten, strukturell ins Hintertreffen geraten.
