Die Unternehmensnachfolge bleibt eine der größten Herausforderungen im deutschen Mittelstand. Laut dem KfW-Mittelstandspanel 2025 erwägt rund ein Viertel der Unternehmen, die Geschäfte einzustellen, wenn die Inhaber ausscheiden. Häufig fehlt ein Nachfolger innerhalb der Familie: 47 Prozent der Betriebe geben an, dass niemand aus dem eigenen Umfeld die Firma fortführen möchte. Hinzu kommen rechtliche und steuerliche Fragen sowie umfangreiche Bürokratie, die viele Unternehmer zusätzlich abschrecken.
Eine mögliche Alternative kann die Überführung eines Unternehmens in eine Stiftung sein. Ziel ist es, das über Jahrzehnte aufgebaute Lebenswerk langfristig zu sichern. Hält eine Stiftung sämtliche Unternehmensanteile, bleibt der Betrieb vor dem Zugriff von Investoren oder Erben geschützt. Gleichzeitig können Gewinne nur für festgelegte Zwecke verwendet werden, wodurch kurzfristige Ausschüttungsinteressen in den Hintergrund treten und der langfristige Unternehmenserhalt stärker in den Fokus rückt.
Allerdings eignet sich dieses Modell nicht für jeden Betrieb. Die Gründung ist komplex und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Zudem gilt Vermögen, das in eine Stiftung eingebracht wird, für Unternehmerfamilien in der Regel als dauerhaft gebunden. Experten betonen daher, dass familiäre, steuerliche und rechtliche Fragen frühzeitig geklärt werden sollten und eine Stiftungslösung meist erst ab größeren Vermögenswerten sinnvoll ist, wie das Handelsblatt berichtet. Orientierung und Beratung finden interessierte Unternehmer unter anderem beim Bundesverband Deutscher Stiftungen, beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft sowie beim Haus des Stiftens.
