Im deutschen und auch internationalen Private Equity-Markt zeigt sich ein ausgeprägter Exit-Stau, der Ergebnis einer „perfekten Sturmlage“ ist, die zwischen 2022 und 2024 den natürlichen Verkaufszyklus unterbrochen hat. Da mit einer schnellen Änderung der Rahmenbedingungen nicht zu rechnen ist, wird es unkonventionelle Wege aus dem Exit-Stau geben müssen. Dies kann die Anlage- und Kapitalmarktkultur nachhaltig verändern.
Ein Gastbeitrag von Dr. Stephane Müller und Thomas Nacken
Die aktuelle Marktsituation: weniger Hektik, mehr Differenzierung
In den vergangenen drei Jahren wurde häufig von einer „Deal-Flaute“ gesprochen. Dieser Eindruck greift jedoch zu kurz. Die Jahre 2021 und 2022 erreichten historische Höchststände der M&A-Aktivität in der DACH-Region. Die Anzahl der Transaktionen stieg von 2020 auf 2021 um über 30 Prozent, das Transaktionsvolumen legte von 2020 auf 2022 um mehr als 50 Prozent zu. Ein derart hohes Niveau konnte naturgemäß nicht dauerhaft gehalten werden, sodass der anschließende Rückgang eher als Stabilisierung nach außergewöhnlichem Wachstum zu verstehen ist.
