Home KMU-NewsTrügerische Entspannung auf dem Fachkräftemarkt

Trügerische Entspannung auf dem Fachkräftemarkt

von Lieselotte Hasselhoff

Der Anteil der Unternehmen in Deutschland, die unter Fachkräftemangel leiden, hat sich seit dem Höhepunkt im Jahr 2022 mehr als halbiert – doch die Entspannung ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche. Treiber des Rückgangs ist die anhaltende Konjunkturflaute.

Nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW meldeten zu Beginn des zweiten Quartals 2026 noch 21 Prozent der deutschen Unternehmen Beeinträchtigungen durch fehlende Fachkräfte. Im dritten Quartal 2022 hatte dieser Wert noch bei 49,7 Prozent gelegen. Die Entspannung ist jedoch nicht auf ein gewachsenes Angebot qualifizierter Arbeitskräfte zurückzuführen, sondern darauf, dass viele Betriebe, vor allem in der Industrie, schlicht weniger einstellen. Sinkende Nachfrage, hohe Energiekosten und internationaler Wettbewerbsdruck bremsen die Personalsuche. Für den Mittelstand fällt die Bilanz besonders nüchtern aus. Im April 2026 berichteten 22 Prozent der KMU von Einschränkungen durch Fachkräftemangel, bei Großunternehmen waren es 19,3 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe ist der Abstand noch deutlicher: 18,3 Prozent der Mittelständler stehen acht Prozent der Großbetriebe gegenüber. KfW-Chefökonom Dirk Schumacher mahnte bei entscheidenden Stellschrauben wie Ausbildung, Qualifizierung und gezielter Fachkräfteeinwanderung nicht nachzulassen.

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