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Gründungsboom trifft Industriekrise

von Lieselotte Hasselhoff

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 352.400 Gewerbe neu gegründet – ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig verlor das Verarbeitende Gewerbe binnen eines Jahres 144.100 Arbeitsplätze.

Drei aktuelle Destatis-Statistiken zeichnen ein widersprüchliches Bild vom Wirtschaftsstandort Deutschland. Neben dem Gründungsanstieg zählt das Statistische Bundesamt auch rund 69.600 Neugründungen mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung. Ein Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den ersten fünf Monaten 2026 um 4,9 Prozent auf 10.546 Fälle. Der stärkste Gegenwind kommt aus der Industrie. In der Automobilbranche gingen innerhalb eines Jahres 42.300 Stellen verloren, die Beschäftigung sank um 5,8 Prozent auf 691.500 Personen, den niedrigsten Stand seit 2021. Auch Maschinenbau, Metallindustrie und Elektrotechnik verzeichnen deutliche Rückgänge. Für den Mittelstand, der in vielen dieser Branchen als Zulieferer oder Systempartner eng mit der Industrie verflochten ist, bedeutet der strukturelle Umbau erheblichen Anpassungsdruck.

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