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KI treibt Investitionen im Mittelstand

von Philipp Rose
Der deutsche Mittelstand steckt im Umbruch. Die Erträge sinken weiter, doch die Unternehmen beginnen wieder zu investieren. Dabei setzen sie klar auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
 
Die Bilanzauswertung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), die rund 40 Prozent aller Unternehmensumsätze in Deutschland abdeckt, zeigt ein gespaltenes Bild. Umsätze wuchsen 2025 nur um zwei Prozent und damit kaum über die Inflationsrate hinaus. Der Personalaufwand stieg um 4,4 Prozent, das Betriebsergebnis sank um fünf Prozent, die Umsatzrendite fiel von vier auf rund drei Prozent. DSGV-Präsident Ulrich Reuter sprach bei der Pressekonferenz „Zukunft Mittelstand 2026″ in Berlin dennoch von einer Lage, die besser sei als die Stimmung. Besonders der Metall-, Fahrzeug- und Maschinenbau leidet. Trotz Personalabbaus verzeichnet er erstmals deutliche Verluste. Das Baugewerbe dagegen steigerte den Gewinn um knapp 30 Prozent und erzielte eine Rendite von fast neun Prozent. IT-Dienstleister wuchsen um gut neun Prozent. Die Eigenkapitalbasis bleibt mit rund 40 Prozent stabil, und die Sparkassen steigerten ihre Kreditzusagen an Unternehmen und Selbstständige im ersten Halbjahr 2026 um 5,8 Prozent auf 46,6 Milliarden Euro.
 
Bemerkenswert ist, wohin der Investitionsblick der Unternehmen geht. Laut einer Umfrage der S-Finanzgruppe sehen 38 Prozent der Firmenkunden ihren größten Investitionsbedarf bei Digitalisierung, Automatisierung und KI. Produktionsanlagen und Gebäude folgen mit 16 Prozent, Energieeffizienz und IT-Sicherheit mit je 14 Prozent. Auch die Gründungsdynamik zieht an: Im ersten Halbjahr 2026 entstanden 69.600 neue Betriebe. Ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für die Jahre 2026 bis 2028 prognostiziert der DSGV-Branchendienst für IT-Dienstleister und unternehmensnahe Dienstleistungen jährliche Wachstumsraten zwischen drei und fünf Prozent, während Maschinenbau und Metallerzeugung bei 1,5 bis drei Prozent verharren dürften. Reuter fordert stabile Sozialbeiträge, wirtschaftlich gedachte Klimaresilienz und europäische KI-Souveränität als Grundlage für echtes Wachstum.

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