Neun von zehn mittelständischen Führungskräften halten die Gesundheit ihrer Belegschaft für einen zentralen Erfolgsfaktor, doch in der Praxis überwiegt die Skepsis gegenüber konkreten Maßnahmen, wie eine aktuelle Barmer-Studie zeigt.
Für die Untersuchung wurden 550 Unternehmensentscheider aus dem Mittelstand befragt, darunter Inhaber, Geschäftsführer und Führungskräfte. Das Ergebnis ist widersprüchlich: Zwar erkennen 94 Prozent der Befragten den Stellenwert von Mitarbeitergesundheit, doch steht jede dritte Führungskraft entsprechenden Maßnahmen zögernd gegenüber – 27 Prozent sogar ablehnend. Besonders ausgeprägt ist die Skepsis auf der Entscheidungsebene, also dort, wo strukturelle Weichen gestellt werden. Hinzu kommt, dass viele Betriebe bei Einzelmaßnahmen verharren: kostenlose Getränke, ergonomische Möbel, vereinzelte Bewegungsangebote. Ein systematisches Gesundheitsmanagement, das Bedarfsanalysen und Belegschaftsbeteiligung einschließt, fehlt dagegen häufig. Dabei sprechen die Zahlen für Investitionen: In Unternehmen mit etablierten Gesundheitsprogrammen berichten drei von fünf Betrieben von einem besseren Betriebsklima, knapp ebenso viele von höherer Arbeitszufriedenheit. Bei 31 Prozent sanken die Fehlzeiten. Laut einer Analyse auf Basis der NAKO-Gesundheitsstudie verursachen körperlich inaktive Menschen im Schnitt rund 482 Euro höhere Gesundheits- und indirekte Kosten pro Jahr als ausreichend aktive Personen. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das: Prävention ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in Produktivität und Arbeitgeberattraktivität.
