Der Fachkräftemangel trifft kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland besonders stark. Das zeigt eine aktuellen Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA), die vom Institut der deutschen Wirtschaft erstellt wurde.
Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 fehlten KMU rund 281.500 Fachkräfte, was etwa 71,7 Prozent der gesamten Fachkräftelücke entspricht. 177.347 der fehlenden Fachkräfte entfielen dabei auf Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten. Besonders groß sind die Engpässe in medizinischen, pflegenden und baurelevanten Berufen, in denen KMU einen Großteil der offenen Stellen anbieten. Gleichzeitig stehen sie in Bereichen wie Kinderbetreuung, Sozialarbeit und Bauplanung in einem intensiven Wettbewerb mit Großunternehmen. Ursache dafür ist auch die unterschiedliche Berufsstruktur: Während in KMU vor allem Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung beschäftigt sind, arbeiten in Großunternehmen häufiger akademisch Qualifizierte. Die Studie zeigt, dass KMU gefordert sind, ihre Arbeitgeberattraktivität zu stärken, etwa durch gezieltes Employer Branding, schnelle Entscheidungsprozesse im Recruiting, individuelle Arbeitsmodelle sowie durch den Ausbau der dualen Ausbildung und die Nachqualifizierung von Beschäftigten.
