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Staatsaufträge werden zum Stabilitätsanker für KMU

von Philipp Rose

In einem weiterhin schwierigen konjunkturellen Umfeld gewinnen öffentliche Aufträge für KMUs zunehmend an Bedeutung. Der Anteil der an KMU vergebenen Staatsaufträge stieg 2024 auf 69 Prozent. Damit entwickelt sich der öffentliche Sektor für viele Betriebe zu einem wichtigen Stabilitätsfaktor.

Das Gesamtvolumen öffentlicher Ausschreibungen lag 2024 bei rund 135,2 Milliarden Euro und verteilte sich auf knapp 200.000 Einzelaufträge. Besonders relevant für kleinere Unternehmen sind Verfahren unterhalb der EU-Schwellenwerte. Diese gelten als weniger bürokratisch und sind auch ohne große Rechts- oder Vergabeabteilungen leichter zugänglich. Parallel dazu wächst die Bedeutung der Digitalisierung im Wettbewerb um öffentliche Aufträge. Öffentliche Ausschreibungen verlangen zunehmend digitale Transparenz und höhere Standards bei der Cybersicherheit. Förderprogramme wie bspw. der „DIGI-Zuschuss“ in Hessen sollen Unternehmen dabei unterstützen, entsprechende Investitionen umzusetzen.

Gleichzeitig bleibt die Innovationskraft vieler Unternehmen unter Druck. Zwar steigt die Zahl der Unternehmensgründungen leicht, jedoch bringen nur wenige Neugründungen echte Marktneuheiten hervor. Die Zukunft des Mittelstands im öffentlichen Vergabemarkt hängt daher auch von vereinfachten Verwaltungsverfahren und der Verfügbarkeit von Wagniskapital ab. Wie IT Boltwise berichtet, sammelten deutsche Start-ups im ersten Quartal 2026 rund 1,7 Milliarden Euro Venture Capital ein, wovon 58 Prozent in KI-Projekte flossen. Diese Investitionen könnten dazu beitragen, den Rückgang bei Marktneuheiten umzukehren und neue Impulse für technologieorientierte Geschäftsmodelle zu setzen. Doch bis auf Weiteres bleiben öffentliche Ausschreibungen damit für viele mittelständische Unternehmen eine verlässliche Einnahmequelle in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

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