Jeans treffen auf Anzüge, Coworking-Space auf ausgefeilte Büroorganisation, Tradition und Routine auf Experimentierfreudigkeit und Pragmatismus. Ja, Startups und Mittelstand, das klingt im ersten Moment wie Feuer und Eis. Viel zu groß scheinen die Unterschiede, in der Organisationsstruktur ebenso, wie in der Unternehmenskultur, bei Vertriebswegen, in Hinblick auf Markterfahrung und nicht zuletzt bei Digitalisierungsprozessen. Dabei können gerade diese durchaus vorhandenen Unterschiede zum Innovationsmotor für beide Seiten werden. Doch dazu müssen Schranken überwunden werden – vor allem im Kopf der Beteiligten.
Mittelstand
Die Geschichten und Bilder wirken wie ein wahres, modernes Märchen: Google erstaunte vor Jahren viele mit gemütlichen Ruheräumen, Freizeitflächen, offenem Umgangston und dem Gefühl: Hier kommen die Leute so gern zur Arbeit, wie andere etwas trinken gehen. Auch KMU können von einer offeneren Unternehmenskultur profitieren.
Als Google Anfang des Jahrtausends den Markt der Online-Suchmaschinen komplett aufzurollen begann, galt der Konzern schnell als Exot: Die Büros offen, viele Freizeitflächen, jede Woche ein Meeting, bei dem Mitarbeiter ungefiltert Kritik an der Konzernführung üben sollten. Das klingt nach prototypischer „Startup-Kultur“ – und genau das war Google ja auch: Der Prototyp für moderne Technologie-Unternehmen, deren Gründer oft erst ab einem gewissen Wachstum zu wirklichen „Chefs“ werden – aus Notwendigkeit, nicht aus Wunsch nach Macht.
Nicht nur bei Wohnimmobilien dreht sich die Preisspirale. Auch die Preise für Gewerbeimmobilien eilen von Rekord zu Rekord. Wie mittelständische Unternehmen damit umgehen können.
Für private Immobilienkäufer begann das Jahr mit schlechten Nachrichten: Wie das Hamburger Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung (Gewos) vermeldete, setzte sich der Preisanstieg bei Wohnimmobilien im dritten Quartal 2019 fort und dürfte auch 2020 anhalten. Neben großen Ballungszentren ziehen die Preise auch in Mittelzentren immer weiter an. Die nach wie vor stabile Konjunktur und die ausgelasteten Kapazitäten in der Bauwirtschaft sprechen dafür, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Auch für Unternehmen ist die Situation schwierig. Wie die Industrie- und Handelskammern von München und Oberbayern, Schwaben und Niederbayern im Dezember berichteten, sorgen vor allem der dynamische Büromarkt, die gestiegene Kaufkraft in mehreren Regionen und das Wachstum im verarbeitenden Gewerbe und auch in der Logistik für steigende Preise bei Gewerbeimmobilien.
Unternehmenskredite waren trotz anhaltender Niedrigzinsphase schon mal leichter zu bekommen als heute. Doch auch Mittelständler, die Gewinne einfahren, können Probleme bekommen. Negativzinsen und Inflation lassen das Vermögen schnell schrumpfen. Das Geld will gut angelegt sein – und wer nicht zufällig Hobby-Fondsmanager ist, braucht dafür einen starken Partner.
Wer ein Maschinenbauunternehmen oder eine Softwarefirma gründet und aufbaut, ist darauf zu Recht stolz – und erzielt früher oder später bestenfalls auch Gewinne. Doch wohin mit den Überschüssen? Eine Möglichkeit: Das Geld fließt wieder in das eigene Unternehmen, um zu wachsen, die Nachhaltigkeit oder die Produktqualität zu erhöhen. Wer seine Mitarbeiter motivieren will, erhöht das Weihnachtsgeld oder zahlt Boni aus. Kurzum: Unternehmen können gar nicht zu erfolgreich sein.
Viele Unternehmer haben Zukunftssorgen: Digitalisierung, Fachkräftemangel, drohende Rezession, wachsender internationaler Konkurrenzdruck. Seit einem Jahr nun ruft die jüngere Generation zudem ein weiteres drängendes Thema lautstark ins Gedächtnis: den Klimawandel. Für Mittelständler, die nicht schon jetzt auf Nachhaltigkeit setzen, kann es bald richtig teuer werden. Aber wie kann der Wandel ohne größere Verluste gelingen?
Seit nunmehr einem Jahr gehen freitags weltweit viele Jugendliche – und auch immer mehr Erwachsene – auf die Straße, um gegen die bisher eher verhaltenen Reaktionen auf den Klimawandel seitens der Politik zu protestieren. Auch wenn viele Bürger die „Fridays for Future“ belächeln, manche den Klimaschützern gar Wirtschaftsfeindlichkeit vorwerfen: Sie haben damit ein wichtiges Thema angestoßen. Unternehmer sollten ihnen dankbar sein.
Die Zahl ging durch alle Medien: 45,3 Milliarden Euro Steuerüberschuss haben Bund, Länder und Gemeinden im ersten Halbjahr 2019 erzielt. Doch gibt es gleichzeitig große Herausforderungen, die massive Investitionen erfordern. Sogar Rufe nach einer neuen Vermögenssteuer werden laut. Deren Wiedereinführung hat Finanzminister Olaf Scholz auf Umwegen bereits deutlich erleichtert. Dabei träfe er damit das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ins Mark.
45,3 Milliarden Euro sind eine enorme Menge Geld. Klar, dass bei so einem Steuerüberschuss gleich Rufe nach Erleichterungen für die Durchschnitts-Geldbörse laut werden. Die nun zum Teil auch bereits beschlossen sind: Der Soli wird für rund 90 Prozent der Zahler abgeschafft. Das ist zweifellos eine finanzielle Erleichterung für die breite Bevölkerung – so unsinnig es auch erscheint, dass die restlichen Zahler ihn weiter leisten sollen. Ganz zu schweigen von Unternehmen, die im schwierigen internationalen Marktumfeld dringend eine Entlastung benötigen.
Die Digitalisierung ist ein Muss, um am Ball zu bleiben, so die landläufige Meinung bei kleineren und mittelgroßen Unternehmen. Dass es bei Themen wie Digitalisierung oder Industrie 4.0 um mehr geht, als nur die Sicherung der eigenen Existenz, zeigt jetzt eine Studie des Branchenverbandes Bitkom. Demnach ergab die Befragung von 555 Unternehmen mit mehr als einhundert Mitarbeitern, dass digitale Anwendungen in zwei Drittel der Fälle einen Einfluss auf das Geschäftsmodell haben. Weitere 46 Prozent der Befragten betonen gar, im Zuge der Digitalisierung komplett neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt zu haben.
Share Deals sind ein Dorn im Auge der Landesfinanzminister: Mit ihnen kann in einigen Fällen die Grunderwerbsteuer umgangen werden. Der neue Gesetzesentwurf hat aber einen grundlegenden Fehler – und trifft damit die Falschen. Den deutschen Mittelstand kann das teuer zu stehen kommen.
Es ist ein eigentlich simpler Trick: Zu veräußernde Immobilien werden nicht per Kaufvertrag übergeben, sondern in eine Kapitalgesellschaft eingebracht. Wenn der neue Besitzer nun anstelle der Immobilien den Großteil der Anteile an dieser Gesellschaft erwirbt, wird dafür keine Grunderwerbsteuer fällig. Für die beteiligten Unternehmen ein Einsparpotenzial – für die Länder, die die Steuer eintreiben, aber natürlich ein Ärgernis. Nur allzu verständlich also, dass sie diese Umgehung verhindern wollen.
