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Mittelstand verliert schleichend Erfahrungsträger

von Lieselotte Hasselhoff

Mehr als 8,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland sind 55 Jahre oder älter – rund ein Viertel aller Erwerbstätigen. Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das einen doppelten Druck: Offene Stellen sind bereits schwer zu besetzen, gleichzeitig rücken altersbedingte Abgänge näher.

Das zeigt die aktuelle KOFA-Studie 4/2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Besonders brisant ist die Lage bei ausgebildeten Fachkräften: Über 4,6 Millionen Beschäftigte ab 55 Jahren arbeiten auf Fachkraftniveau . In Engpassberufen, in denen qualifizierte Arbeitskräfte ohnehin fehlen, sind rund 3,6 Millionen Beschäftigte 55 Jahre oder älter. Gerade in Bau- und Verkehrsberufen zeigt sich das besonders deutlich: Bei Spezialisten in der Aufsicht im Hochbau sind 41,2 Prozent der Belegschaft 55 Jahre oder älter, bei Bus- und Straßenbahnfahrerinnen und -fahrern 40,0 Prozent. Für den Mittelstand geht es dabei nicht allein um die Nachbesetzung von Stellen. Erfahrungswissen, Kundenkontakte und betriebliche Kontinuität hängen oft an einzelnen Personen und lassen sich kurzfristig kaum ersetzen. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: In einigen Berufen bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt, während gleichzeitig viele ältere Beschäftigte absehbar ausscheiden. Im Ofen- und Luftheizungsbau etwa blieben 2025 knapp drei von zehn Ausbildungsplätzen unbesetzt, bei einem Beschäftigtenanteil von 29,4 Prozent ab 55 Jahren. Die Studie empfiehlt KMU, Altersstrukturen frühzeitig zu analysieren, Wissenstransfer systematisch einzuplanen und Ausbildungskapazitäten gezielt auf kommenden Ersatzbedarf auszurichten.

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