Deutschland lässt Milliarden an Wachstumskapital liegen, obwohl Beteiligungen das Wachstum vieler Familienbetriebe deutlich beschleunigen. Gleichzeitig steigt der Druck durch den anstehenden Generationenwechsel.
In Deutschland ist knapp die Hälfte aller Unternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Umsatz in Familienhand. Doch die Eigentümerstruktur altert spürbar: 57 Prozent der Gesellschafter sind 55 Jahre oder älter. Zudem planen 22 Prozent des Mittelstands laut KfW eine Nachfolge innerhalb der nächsten zehn Jahre. Für viele Betriebe wird damit eine externe Lösung wahrscheinlicher. Bis 2035 stehen insgesamt 260 bis 295 Familienunternehmen mit einem EBITDA über zehn Millionen Euro vor einer solchen Situation. Allein zwischen 2026 und 2030 dürften es 165 bis 200 sein.
Parallel wächst die Bedeutung von Private Equity (PE) im Transaktionsmarkt. Der PE-Anteil am DACH-M&A-Markt stieg von 29 Prozent im Jahr 2018 auf 51 Prozent in den Jahren 2023 und 2024. Operativ zeigen sich klare Effekte: Mit PE-Beteiligung lag das jährliche Umsatzwachstum über fünf Jahre bei 12,2 Prozent, ohne PE bei 6,0 Prozent. Beim EBITDA waren es 16,2 gegenüber 7,8 Prozent. Trotzdem bleibt Deutschland zurück: Die PE-Investitionsquote liegt bei 0,27 Prozent des BIP, Europa kommt auf 0,60 Prozent. Der aktuelle KPMG-Report beziffert das Zusatzpotenzial auf rund 15 Milliarden Euro jährlich bei EU-Niveau und bis zu 72 Milliarden Euro bei US-Quote.
