Familienunternehmen
Eine Studie der Stiftung Familienunternehmen und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigt: Unternehmenskultur, Vertrauen und kurze Entscheidungswege sind für Familienunternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein stärkerer Stabilitätsfaktor als Kapitalausstattung oder Technologievorsprung.
Für die Untersuchung wurden 1.640 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: 77 Prozent der Familienunternehmen bewerten ihre eigene Anpassungsfähigkeit als sehr gut. Hinzu kommt: 95 Prozent der befragten Familienunternehmen beurteilen ihr Betriebsklima positiv, 88 Prozent berichten von einem ausgeprägten Wir-Gefühl. Diese Werte korrelieren laut IW Köln nachweisbar mit geringerer Fluktuation, höherer Krisenfestigkeit und besseren wirtschaftlichen Ergebnissen. Für den Mittelstand verweist der Befund auf ein strukturelles Stärke-Profil, das sich in der aktuellen Phase aus Fachkräftemangel, geopolitischer Unsicherheit und schwachem Wachstum besonders auszahlt. Wo äußere Rahmenbedingungen instabil sind, werden gewachsene Vertrauensverhältnisse und flache Hierarchien zum Wettbewerbsvorteil, den größere Konzerne kaum replizieren können.
Deutschland lässt Milliarden an Wachstumskapital liegen, obwohl Beteiligungen das Wachstum vieler Familienbetriebe deutlich beschleunigen. Gleichzeitig steigt der Druck durch den anstehenden Generationenwechsel.
In Deutschland ist knapp die Hälfte aller Unternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Umsatz in Familienhand. Doch die Eigentümerstruktur altert spürbar: 57 Prozent der Gesellschafter sind 55 Jahre oder älter. Zudem planen 22 Prozent des Mittelstands laut KfW eine Nachfolge innerhalb der nächsten zehn Jahre. Für viele Betriebe wird damit eine externe Lösung wahrscheinlicher. Bis 2035 stehen insgesamt 260 bis 295 Familienunternehmen mit einem EBITDA über zehn Millionen Euro vor einer solchen Situation. Allein zwischen 2026 und 2030 dürften es 165 bis 200 sein.
Parallel wächst die Bedeutung von Private Equity (PE) im Transaktionsmarkt. Der PE-Anteil am DACH-M&A-Markt stieg von 29 Prozent im Jahr 2018 auf 51 Prozent in den Jahren 2023 und 2024. Operativ zeigen sich klare Effekte: Mit PE-Beteiligung lag das jährliche Umsatzwachstum über fünf Jahre bei 12,2 Prozent, ohne PE bei 6,0 Prozent. Beim EBITDA waren es 16,2 gegenüber 7,8 Prozent. Trotzdem bleibt Deutschland zurück: Die PE-Investitionsquote liegt bei 0,27 Prozent des BIP, Europa kommt auf 0,60 Prozent. Der aktuelle KPMG-Report beziffert das Zusatzpotenzial auf rund 15 Milliarden Euro jährlich bei EU-Niveau und bis zu 72 Milliarden Euro bei US-Quote.
Die Unternehmensnachfolge bleibt eine der größten Herausforderungen im deutschen Mittelstand. Laut dem KfW-Mittelstandspanel 2025 erwägt rund ein Viertel der Unternehmen, die Geschäfte einzustellen, wenn die Inhaber ausscheiden. Häufig fehlt ein Nachfolger innerhalb der Familie: 47 Prozent der Betriebe geben an, dass niemand aus dem eigenen Umfeld die Firma fortführen möchte. Hinzu kommen rechtliche und steuerliche Fragen sowie umfangreiche Bürokratie, die viele Unternehmer zusätzlich abschrecken.
Eine mögliche Alternative kann die Überführung eines Unternehmens in eine Stiftung sein. Ziel ist es, das über Jahrzehnte aufgebaute Lebenswerk langfristig zu sichern. Hält eine Stiftung sämtliche Unternehmensanteile, bleibt der Betrieb vor dem Zugriff von Investoren oder Erben geschützt. Gleichzeitig können Gewinne nur für festgelegte Zwecke verwendet werden, wodurch kurzfristige Ausschüttungsinteressen in den Hintergrund treten und der langfristige Unternehmenserhalt stärker in den Fokus rückt.
Allerdings eignet sich dieses Modell nicht für jeden Betrieb. Die Gründung ist komplex und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Zudem gilt Vermögen, das in eine Stiftung eingebracht wird, für Unternehmerfamilien in der Regel als dauerhaft gebunden. Experten betonen daher, dass familiäre, steuerliche und rechtliche Fragen frühzeitig geklärt werden sollten und eine Stiftungslösung meist erst ab größeren Vermögenswerten sinnvoll ist, wie das Handelsblatt berichtet. Orientierung und Beratung finden interessierte Unternehmer unter anderem beim Bundesverband Deutscher Stiftungen, beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft sowie beim Haus des Stiftens.
Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) haben in den vergangenen Jahren international stark an Bedeutung gewonnen. Auch für deutschsprachige kapitalmarktinteressierte kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) stellt sich zunehmend die Frage, ob dieses Konstrukt eine realistische Alternative zum klassischen Börsengang sein kann. Der folgende Überblick erklärt verständlich, wie SPACs funktionieren, welche Chancen sie bieten – und welche Risiken mit ihnen einhergehen.
Was ist eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC)?
Eine Special Purpose Acquisition Company, kurz SPAC, ist eine Mantelgesellschaft ohne operatives Geschäft. Ihr einziger Zweck besteht darin, Kapital über einen Börsengang einzusammeln, um innerhalb eines festgelegten Zeitraums ein nicht börsennotiertes Unternehmen zu übernehmen. Erst mit dieser Übernahme – dem sogenannten De-SPAC – entsteht ein operativ tätiges börsennotiertes Unternehmen.
Die Arbeitskleidung der Mitarbeitenden ist immer auch ein Aushängeschild für Unternehmen, vor allem in direktem Kontakt mit Kunden. Jahrzehntelang gab es deshalb strenge Konventionen in der Bankenbranche, viele Geldhäuser hatten eine eigene Kleiderordnung. Heute spricht man eher vom Dresscode. Und der ist längst nicht mehr so streng. Was sich geändert hat, was heute erlaubt ist.
Wer noch vor einigen Jahren in Frankfurts Bankenviertel um die Mittagszeit Essen ging, erkannte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Finanzbranche zumeist problemlos am Outfit: Die Frauen im klassischen Business-Kostüm mit Rock und Blazer oder Hosenanzug, die Herren in dunklen Anzug mit polierten Lederschuhen und Krawatte. Nicht wenige Banken hatten das genau so in ihrer Kleiderordnung festgelegt. Auch Mitarbeitende von Unternehmensberatungen und Anwaltskanzleien hielten sich an diesen Stil. Der Auftritt beim Kunden sollte Seriosität ausstrahlen, modische Experimente wurden da nicht gern gesehen.
Im zurückliegenden Jahr ist die Zahl der Börsengänge weltweit leicht gestiegen. Vor allem die Emissionsvolumina der IPOs fielen 2025 deutlich höher aus. Davon ist in Deutschland und Europa allerdings wenig zu spüren und noch weniger angekommen.
Insgesamt 1259-mal wagten Unternehmen 2025 weltweit den Sprung an die Börse. Im Vergleich zu 2024 ist das ein Anstieg um 19 Unternehmen, und ein Plus von zwei Prozent. Das geht aus dem aktuellen IPO-Barometer der Unternehmensberatung EY hervor, dessen Ergebnisse am 10. Dezember 2025 erschienen sind.
Die leichte Verbesserung bei der Zahl der Börsengänge geht allerdings mit einem deutlichen Zuwachs beim Emissionsvolumen einher. Im Vergleich zu 2024 stieg es um 32 Prozent auf 163,3 Milliarden US-Dollar. Das Wachstum am IPO-Markt ist international allerdings ungleich verteilt. Beispielsweise profitierte Chinas Aktienmarkt (inklusive der Hongkong Stock Exchange) von 214 Neuemissionen und damit 35 Börsengängen mehr als im Vorjahr.
Ob ein IPO als erfolgreich gilt, entscheidet sich in den ersten Handelstagen an der Börse anhand der Kursentwicklung des Börsendebütanten. Diese sollte vor allem stabil verlaufen, da starke Kursschwankungen die Investoren verunsichern können. Doch anders als bei der Publikumsreaktion bei einer Filmpremiere haben die Emittenten nach dem IPO mit dem sogenannten Greenshoe durchaus Einflussmöglichkeiten.
Ein Börsengang ist für ein Unternehmen ein Ereignis voller Spannung – fast wie die Premiere eines großen Kinofilms. Monatelang wurde gedreht, geplant, geprobt und kalkuliert. Und dann kommt der Tag, an dem es ernst wird: Das Publikum zeigt mit seiner Reaktion, ob der Start ein Erfolg wird. Beim IPO ist dieses Publikum der Kapitalmarkt, und statt Applaus oder Kritik äußert es sich durch steigende oder fallende Aktienkurse.
Doch im Gegensatz zu einer Filmpremiere gibt es beim Börsengang ein Werkzeug, das den Aktienkurs stabilisiert: den Greenshoe, die sogenannte Mehrzuteilungsoption.
