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Warum der Industriestrompreis am Mittelstand vorbeigeht

von Lieselotte Hasselhoff
Nur rund 15 Prozent der deutschen Industriebetriebe sind grundsätzlich berechtigt, den Industriestrompreis zu beantragen. Für den produzierenden Mittelstand bleibt die politisch propagierte Entlastung damit weitgehend ein Versprechen ohne Einlösung.
 
Das ist das Ergebnis einer Analyse des Münchner Energiemanagement-Unternehmens Ecoplanet. Von rund 200.000 Industrieunternehmen in Deutschland sind demnach lediglich etwa 30.000 Betriebe förderberechtigt. Die Abgrenzung folgt Branchenzuordnungen und europäischen Beihilfevorschriften, die in der betrieblichen Praxis schwer vermittelbar sind. Bereits innerhalb der Metallindustrie ergeben sich erhebliche Unterschiede: Während bei der Metallerzeugung rund 71 Prozent der Unternehmen abgedeckt sein sollen, trifft das bei Metallerzeugnissen nur auf 14 Prozent zu.
Für die verbleibenden 85 Prozent der Betriebe empfiehlt Ecoplanet-Gründer Maximilian Dekorsy einen anderen Ansatz: Energie müsse zur strategischen Managementaufgabe werden. Ausgangspunkt sei dabei nicht die Investition in Photovoltaik oder Batteriespeicher, sondern ein präzises Verständnis des eigenen Verbrauchsprofils. Wer diesen Datenstrom kontinuierlich analysiert, kann Preisschwankungen am Strommarkt gezielt nutzen und den Beschaffungspreis systematisch senken. Der wirtschaftliche Effekt kann erheblich sein: Energieeinsparungen von 200.000 Euro entsprechen bei einer Umsatzrendite von fünf Prozent einem zusätzlichen Umsatz von vier Millionen Euro.

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