Lediglich 3,1 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind vollumfänglich darauf vorbereitet, im Spannungs- oder Verteidigungsfall einen wirksamen Beitrag zur Landesverteidigung zu leisten. Das zeigt eine gemeinsame Erhebung der Management- und IT-Beratung MHP und des Zentrums Nachhaltige Transformation der Berliner Quadriga Hochschule.
Das Ergebnis offenbart eine eklatante Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Realität: 86 Prozent der befragten Betriebe erklärten sich grundsätzlich bereit, Kapazitäten für die Landesverteidigung bereitzustellen. Die tatsächliche Vorbereitung des Managements steht dem jedoch nicht annähernd gegenüber. „Die Selbsteinschätzung ist viel zu optimistisch, die tatsächliche Vorbereitung des Managements wird dem nicht gerecht“, kommentiert John Eisenhauer, MHP-Partner und Leiter des Bereichs Verteidigung und öffentlicher Sektor. Hintergrund ist eine sicherheitspolitische Debatte, die zunehmend auch die Wirtschaft erfasst. Szenarien, in denen Deutschland zum Durchmarschgebiet alliierter Truppen wird, Cyberangriffe auf Energieversorger und Banken Lieferketten unterbrechen und Versorgungsengpässe entstehen, gelten in Fachkreisen nicht mehr als unrealistisch. Für den Mittelstand bedeutet das konkret: Themen wie Betriebskontinuität, Krisenplanung, Cybersicherheit und Versorgungsresilienz gewinnen strategische Bedeutung, die über klassisches Risikomanagement hinausgeht.
