Die staatliche Förderbank KfW hält ein dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als einem Prozent jährlich für erreichbar, vorausgesetzt, Deutschland stärkt gezielt die Wachstumskräfte Arbeit, Kapital und Produktivität. Zuletzt war das Potenzialwachstum, also die langfristig mögliche Wachstumsrate ohne Inflation und Überhitzung, von knapp zwei Prozent im Jahr 2015 auf nur noch leicht über null gesunken.
Das geht aus einer Studie hervor, die die KfW in Frankfurt vorgestellt hat. Den wichtigsten Hebel für eine Trendwende sieht die KfW in einer deutlich höheren Produktivitätsdynamik. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung müssten dazu schneller und breiter in den Unternehmen eingesetzt werden. KfW-Chef Stefan Wintels formulierte das Ziel pointiert: „Wir müssen kurzfristig nicht KI-Weltmeister bei der Entwicklung von Modellen werden, sondern KI-Anwendungsland Nummer eins in Industrie und Mittelstand.“ Für mittelständische Unternehmen bedeutet das einen klaren strategischen Auftrag: Nicht die Entwicklung neuer KI-Systeme ist entscheidend, sondern deren konsequente Nutzung in bestehenden Betriebsprozessen. Hinzu kommt nach Einschätzung der Förderbank die bessere Vernetzung von Mittelstand, Start-ups und Kapital als weitere Voraussetzung für eine neue Wachstumsformel. Die Entwicklung zeigt, dass Deutschland die Wachstumsschwäche der vergangenen Jahre durch strukturelle Reformen und gezielte Digitalisierungsinvestitionen überwinden könnte, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
