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Was KMU gegen den Fachkräftemangel tun können

von Lieselotte Hasselhoff

Rund drei von vier offenen Stellen in Deutschland werden von kleinen und mittleren Unternehmen ausgeschrieben, doch genau diese Betriebe verfügen über die geringsten Ressourcen im Recruiting. Der Fachkräftemangel trifft den Mittelstand damit strukturell härter als jede andere Unternehmensgruppe.

Laut KOFA-Studie (02/2026) arbeiten zwei von drei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in KMU. Gleichzeitig galten 2024 laut Bundesagentur für Arbeit 163 von 1.200 Berufen als Engpassberufe. Die demografische Entwicklung verschärft die Lage: Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts erreichen bis 2040 rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen – etwa 30 Prozent – das Rentenalter. Besonders angespannt ist die Lage in Handwerks- und Gesundheitsberufen: Rund 90 Prozent der Engpässe in der Bauelektrik, der Altenpflege und der Zahnmedizin entfallen auf KMU. Die KOFA-Studie rät kleinen Betrieben, ihre Betriebsgröße gezielt als Wettbewerbsvorteil einzusetzen: kurze Entscheidungswege, persönliche Nähe und schnelle Zusagen sind Eigenschaften, die viele Fachkräfte heute aktiv suchen. Flankierend empfehlen Experten laut einem Leitfaden der Deutschen Bank einen strukturierten Recruiting-Prozess, von der klaren Bedarfsanalyse über Active Sourcing auf Plattformen wie LinkedIn bis hin zu Mitarbeiterempfehlungsprogrammen. Wer parallel durch faire Bezahlung, transparente Entwicklungspfade und flexible Arbeitsmodelle in die Mitarbeiterbindung investiert, reduziert die Notwendigkeit kostspieliger Nachbesetzungen. Ergänzend können Outsourcing, Freelancer und der gezielte Einsatz von KI-Anwendungen helfen, kurzfristige Engpässe zu überbrücken.

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