Home KMU-NewsEin Drittel der KMU mit sinkenden Auslandsumsätzen

Ein Drittel der KMU mit sinkenden Auslandsumsätzen

von Lieselotte Hasselhoff

Die wirtschaftliche Lage Deutschlands spitzt sich zu: Industrie und Dienstleistungen verlieren gleichzeitig an Dynamik, während ein wachsender Anteil exportorientierter Mittelständler konkrete Schritte zur Verlagerung von Aktivitäten ins Ausland plant.

Neue Daten von Destatis und KfW Research zeichnen ein ernüchterndes Bild. Die reale Produktion im Produzierenden Gewerbe sank im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent, gegenüber Juli 2025 beträgt das Minus 1,6 Prozent. Besonders hart traf es die Automobilindustrie mit einem Rückgang von 9,2 Prozent, auch wenn eine mehrwöchige Produktionspause den Monatswert verzerrt. Die eigentliche Industrieproduktion ohne Energie und Bau lag im Jahresvergleich 3,3 Prozent im Minus. Auch der Dienstleistungssektor schwächelt: Die realen Umsätze gingen im Juni um 1,7 Prozent zurück. Am stärksten betroffen waren freiberufliche und wissenschaftliche Dienstleistungen mit minus 2,3 Prozent. Für den Mittelstand liefert die KfW-Untersuchung das wohl beunruhigendste Signal. 30 Prozent der international aktiven Mittelständler erwarten in den nächsten drei Jahren sinkende Auslandsumsätze. Im Verarbeitenden Gewerbe planen 29 Prozent, Aktivitäten zumindest teilweise ins Ausland zu verlagern – gegenüber nur vier Prozent, die diesen Schritt in den vergangenen fünf Jahren tatsächlich vollzogen haben. KfW-Chefvolkswirt Dr. Dirk Schumacher nennt Bürokratieabbau, niedrigere Energiekosten sowie geringere Steuern und Abgaben als zentrale Stellschrauben, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Die Standortdebatte verlagert sich damit zunehmend von abstrakten Stimmungsindikatoren hin zu konkreten unternehmerischen Entscheidungen.

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