Die wirtschaftliche Stimmung im deutschen Mittelstand bleibt stabil, auch wenn der erhoffte Aufschwung weiter auf sich warten lässt. Das Geschäftsklima zeigt sich im November nahezu unverändert, während sich Lageurteile und Erwartungen nur minimal bewegen. Trotz einer Vielzahl wirtschaftspolitischer Debatten und externer Unsicherheiten behaupten sich viele kleinere und mittlere Unternehmen damit weiterhin bemerkenswert robust.
Während die Geschäftslage leicht nachgibt, steigen die Erwartungen der Unternehmen etwas an. Ein Hinweis darauf, dass viele Betriebe trotz der zähen Gesamtlage vorsichtig optimistisch bleiben. Auch der seit Jahresanfang erkennbare Aufwärtstrend ist grundsätzlich intakt, wenn auch deutlich abgeflacht. Interessant ist der Gegensatz zu den Großunternehmen: Dort schwanken die Geschäftserwartungen aktuell stark, insbesondere aufgrund volatiler Exporterwartungen. Die Stimmung der großen, exportorientierten Betriebe reagiert damit sensibler auf internationale Risiken und auf die verzögert wirksamen fiskalpolitischen Impulse.
Der Mittelstand zeigt sich dagegen als Stabilitätsfaktor. Weniger abhängig vom Auslandsgeschäft, fällt sein Stimmungsbild widerstandsfähiger und weniger sprunghaft aus. Diese Robustheit könnte sich in den kommenden Monaten erneut auszahlen – vorausgesetzt, wirtschaftspolitische Impulse wie Investitionsprogramme und Reformen entfalten endlich die erhoffte Wirkung. Wie aus dem aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer hervorgeht, bleibt der Mittelstand damit ein verlässlicher Anker der deutschen Wirtschaft. Die Indikatoren deuten auf eine konjunkturelle Erholung hin, die gewissermaßen „in Warteposition“ steht. Der Aufschwung benötigt nur noch die Starterlaubnis.
