In der Beitrags-Serie erklären die Kapitalmarkt-Experten der Quirin Privatbank Schritt für Schritt, wie ein Initial Public Offering (IPO) abläuft. Von den Vorbereitungen bis hin zum Start auf dem Börsenparkett erfahren am Kapitalmarkt interessierte Unternehmen, worauf es bei einem IPO ankommt. Im dritten Teil erklärt Klaus Soer, ehemaliger Leiter Institutionelles Research bei der Quirin Privatbank, welche Aufgaben und Analysen der Research-Bereich übernimmt, und worauf Mittelständler achten sollten.
KMU
Der deutsche Mittelstand gilt als zurückhaltend bei Investitionen. Die Corona-Krise hat den Trend verstärkt. Doch Probleme in der deutschen Wirtschaft reichen nicht, um die Investitionsschwäche des Mittelstandes gänzlich zu erklären. Denn häufig spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Maßgeblich ist laut einer aktuellen Studie etwa das Alter der Entscheidungsträger.
Deutsche Unternehmer investieren zu wenig in die Zukunft. Konkret heißt das, sie investieren zu wenig in neue Technologien, neue Arbeitsweisen und die Entwicklung neuer Produkte. Kurz: in Innovationen, die die Firmen langfristig wettbewerbsfähig machen würden. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sind mit größeren Zukunftsinvestitionen zurückhaltend. Laut einer im November veröffentlichten Studie war zuletzt sogar ein Rückgang der Investitionen zu verzeichnen. Corona spielt dabei sicherlich eine Rolle: Für 54 Prozent der Befragten ist das vorhandene finanzielle Polster bei der Entscheidung für oder gegen Investitionen maßgeblich.
Werbetrends im deutschen Mittelstand: Mehrheit der KMU planen Budget für Onlinewerbung ein
Große Firmen nutzen schon lange Onlinewerbung, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. KMU waren bei den Themen Social Media, Google-Werbung und Suchmaschinenoptimierung (SEO) lange Zeit eher zögerlich. Doch das scheint sich zu ändern. Aus gutem Grund, denn mit der richtigen Strategie bietet Online-Werbung gerade für mittelständische Unternehmen große Chancen.
Onlinewerbung wird immer wichtiger: Eine aktuelle Studie zeigt, dass mehr als jedes dritte KMU 2022 sein Marketing-Budget aufstocken will. Insbesondere in Onlinewerbung soll deutlich mehr investiert werden. Außerdem wollen Unternehmen ihre Präsenz in den sozialen Medien verstärken. Auch Suchmaschinenoptimierung und -werbung stehen im Fokus der Marketingmaßnahmen.
Der Markt für Container-Seeverkehr boomt und mit ihm die Preise für die Warenverschiffung. Die teuren Frachtraten treffen vor allem den Mittelstand. Während sich große Reedereikunden langfristige und damit billigere Verträge sichern, werden KMU auf den Spotmarkt abgedrängt.
Mehr als 95 Prozent aller zwischen Deutschland und China gehandelten Waren werden per Schiff transportiert. Doch die Transportpreise haben mittlerweile ein Niveau erreicht, dass bis vor zwei Jahren kaum denkbar gewesen wäre. Das belastet besonders mittelständische Unternehmen. Nicht nur sind die Frachtraten nahezu unbezahlbar geworden. Zusätzlich bekommen KMU im Vergleich zu großen Reedereikunden oft schlechtere Konditionen.
Anleihen sind für mittelständische Unternehmen eine gute Möglichkeit, frisches Kapital aufzunehmen. KMU können die Anleihen flexibel und gemäß ihrer eigenen Finanzierungsbedürfnisse gestalten. Aktuelle Zahlen belegen: Auch auf Investorenseite sind Anleihen nach wie vor stark nachgefragt.
Der Mittelstand nimmt mehr Geld am Anleihenmarkt auf. 2021 ist das Emissionsvolumen für Anleihen in Deutschland deutlich gestiegen. Laut einer Analyse haben im vergangenen Jahr 26 KMU ein IBO (Initial Bond Offering) gewagt. Insgesamt haben sie 30 neue Anleihen auf den Kapitalmarkt gebracht. Somit sinkt die Zahl der neuen Anleihen zwar gegenüber dem Vorjahr (38), dafür ist jedoch das Emissionsvolumen um 19 Prozent auf 1,137 Milliarden Euro gestiegen. Mittelständische Unternehmen beleihen also zunehmend größere Summen am Kapitalmarkt: Auch 2020 war das Emissionsvolumen im Vergleich zu 2021 mehr als doppelt so hoch.
Kapitalmarkt-Serie Teil 2: „Unternehmen müssen in der Lage sein, ihr Geschäftsmodell zu verkaufen“
In der Beitrags-Serie erklären die Kapitalmarkt-Experten der Quirin Privatbank Schritt für Schritt wie ein Börsengang (Initial Public Offering – IPO) abläuft. Von den Vorbereitungen bis hin zum Start auf dem Börsenparkett erfahren am Kapitalmarkt interessierte Unternehmer und Unternehmen, worauf es bei einem IPO ankommt. Im zweiten Teil erklärt Carsten Peter, Direktor Corporate Finance bei der Quirin Privatbank, die Etappen nach dem Start: die Erstellung des Wertpapierprospekts und die Entwicklung der Equity Story sowie die Due Diligence.
Das Homeoffice wird auch nach der Corona-Pandemie ein fester Bestandteil der neuen Arbeitswelt bleiben. Zwar sind viele Unternehmen noch skeptisch, allerdings können KMU mit dem Konzept auf lange Sicht Geld sparen. Etwa indem sie Büroflächen und Energiekosten reduzieren.
Das Homeoffice hat in den vergangenen zwei Jahren in vielen mittelständischen Unternehmen einen Schub gemacht. So arbeiten mittlerweile mehr als doppelt so viele Beschäftigte im Homeoffice als vor zwei Jahren. Trotzdem besteht noch Luft nach oben – zu diesem Schluss kommen zumindest das ifo-Institut und das Institut für angewandte Sozialwissenschaften in einer gemeinsamen Studie. Demnach könnten Firmen in Deutschland rund 56 Prozent der Arbeitsplätze zumindest teilweise ins Homeoffice verlegen. Die Realität sieht aber noch anders aus: Im Juni 2021 lag die Homeoffice-Quote bei lediglich 28 Prozent.
Die EU-Kommission arbeitet an der Entwicklung neuer Richtlinien, die dem Thema Nachhaltigkeit im Finanzsektor eine gewichtigere Rolle geben sollen. Anhand von ESG-Richtlinien soll die Nachhaltigkeit von Unternehmen gemessen werden. Seit März 2021 ist eine EU-Richtlinie in Kraft, die die Anbieter von Finanzprodukten zur Offenlegung der ESG-Klassifizierung ihrer Produkte verpflichtet. Eine weitere Richtlinie soll künftig die ESG-Berichterstattung der Unternehmen neu regeln – das könnte zum Problem für Mittelständler werden.
„Grüne Kredite“, nachhaltige Geldanlage, umweltbewusster Konsum: Klimaschutz war nie so relevant bei Kauf- und Anlageentscheidungen wie heute. Für Unternehmen steigt damit der Druck, die Nachhaltigkeit ihrer eigenen Produktionsweise nachzuweisen. Als Messlatte dienen sogenannte „ESG-Kriterien“.
