Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton kommt in einer Analyse der Private-Equity-Branche in Deutschland zu dem Ergebnis, dass bereits mehr als 400 Unternehmensbeteiligungen länger als fünf Jahre gehalten werden und damit „überreif“ sind. Die durchschnittliche Haltedauer liegt inzwischen bei über sieben Jahren, üblich sind maximal fünf Jahre. Aus Sicht von Grant Thornton liegen die Ursachen dafür in zu unterschiedlichen Bewertungen bei Käufern und Verkäufern und einer restriktiven Finanzierung durch Banken und Debt Fonds. Außerdem führen große Unsicherheiten beim Exit-Timing aufgrund geopolitischer und konjunktureller Risiken zu einer abwartenden Haltung in der Hoffnung auf günstigere Marktbedingungen. Da auch IPOs vor diesem Hintergrund schwierig und Exit-Alternativen ohnehin begrenzt sind, können die Private-Equity-Investoren ihre Beteiligungen nicht wie erhofft verkaufen. Eine sorgfältige Exit-Vorbereitung mit optimierter Finanzierung, effizienten Prozessen und einer klaren Wachstumsstrategie wird in diesen herausfordernden Zeiten daher immer wichtiger, um Käufer für Private-Equity-Beteiligungen zu finden.
Unternehmensanleihen
Das Bundeskabinett hat am 3. September den Entwurf für das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz verabschiedet. Ziel ist es, die betriebliche Altersversorgung (bAV) neben der gesetzlichen Rente auszubauen und Mittelstand sowie KMUs die Einführung einer Betriebsrente zu erleichtern.
Mit höheren Förderungen, vereinfachtem Zugang und mehr Flexibilität will die Bundesregierung Betriebsrenten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) attraktiver machen und insbesondere die Altersvorsorge von Beschäftigten mit geringem Einkommen verbessern. Zum einen will die Regierung die Einkommensgrenzen für die Förderung nach oben verschieben und fortlaufend anpassen, zum anderen die Förderbeträge selbst erhöhen. Menschen mit geringem Einkommen sollen eine höhere Förderung erhalten, wenn ihnen der Arbeitgeber eine bAV anbietet. Zudem sollen künftig auch nicht nur Mitarbeiter in Unternehmen mit Tarifvertrag von einer bAV profitieren, sondern auch Angestellte von Betrieben ohne großen Tarifvertrag. Damit die angesparte betriebliche Altersversorgung eine höhere Verzinsung erhält, will die Bundesregierung auch die bislang strengen Anlagerichtlinien lockern. Die genannten Maßnahmen sollen auch helfen, die Attraktivität von KMU als Arbeitgeber zu erhöhen.
Einer Studie der renommierten Technologie-Hochschule MIT in den USA zufolge laufen 95 Prozent aller generativen KI-Pilotprojekte in Unternehmen zur Steigerung des Umsatzwachstums ins Leere.
Die Hauptursache dafür sei, dass generische KI-Tools für Prozesse in Unternehmen ungeeignet seien. Sie würden sich aufgrund ihrer Flexibilität hervorragend für die Unterstützung von Einzelpersonen eignen, seien aber nicht gut darin, aus Arbeitsabläufen zu lernen oder sich an diese anzupassen. Das berichtet der Industrieanzeiger. „Was die MIT-Forscher herausgefunden haben, bestätigt unsere Erfahrungen“, erklärt Michael Wintergerst, Chief AI Officer beim Unternehmensdienstleister Proalpha. Demnach funktionierten vorgefertigte Standard-KI-Lösungen oft besser als spezifische, angepasste KI-Tools. „Das ist für den industriellen Mittelstand wirklich ein Gamechanger“, so Wintergerst. Weil gerade im industriellen Umfeld die IT-Infrastruktur oft schon Jahrzehnte alt sei und entsprechende Schnittstellen zu vorhandener Software fehlten, sei eine nahtlose Integration von KI-Tools häufig nicht möglich. In der Folge scheitern viele KI-Projekte weniger an der Technologie, sondern primär an mangelnder Datenqualität, fehlenden technischen Voraussetzungen und organisatorischen Faktoren.
Während Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) höhere Steuern für Vermögende vorschlägt, um den Bundeshaushalt zu entlasten, erteilt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dem eine klare Absage. „Mit einer Bundesregierung unter meiner Führung wird es eine Erhöhung der Einkommenssteuer für die mittelständischen Unternehmen in Deutschland nicht geben!“, sagte Merz auf dem CDU-Parteitag in Osnabrück.
Merz bekräftigte weiter, dass es eine Neuausrichtung der Sozialpolitik braucht: „Ich werde mich durch Worte wie Sozialabbau und Kahlschlag und was da alles kommt nicht irritieren lassen“, machte Merz dabei klar. Denn der Sozialstaat, wie Deutschland ihn heute habe, sei mit dem, was man volkswirtschaftlich leisten könne, nicht mehr finanzierbar. Dem Koalitionspartner will es Merz nicht zu einfach machen, berichtete DPA. Die bisherige Zusammenarbeit mit der SPD in der Bundesregierung sieht Merz kritisch. Zwar seien eine neue Migrationspolitik und Impulse für eine wirtschaftliche Wende angestoßen worden, doch er sei mit dem, was man bis jetzt geschafft habe, nicht zufrieden.
Bis Ende Juli hat es bereits 20 Übernahmen und Fusionen in der Lebensmittelindustrie gegeben, fast so viele wie gesamten Vorjahr. Kleine und mittelständische Betrieben stehen durch die Pandemiefolgen, stark gestiegene Energiekosten, hohe Preise für Agrargüter und gestiegene Löhne besonders unter Druck. Der Verkauf des Familienbetriebes ist dabei oft die beste Lösung, um Unternehmen zukunftsfest zu machen.
Die Zahl der Übernahmen und Fusionen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist bereits Ende Juli auf 20 gestiegen. Zum Vergleich: 2024 waren es im Gesamtjahr 24, im Jahr zuvor 32. Zwar handele es sich nach Handelsblatt-Recherchen nicht um Notverkäufe, doch sorgten sich insbesondere kleinere und mittlere Betriebe angesichts der Entwicklung zunehmend um ihr langfristiges Überleben. Inflation, Konsumzurückhaltung und Preiskämpfe haben vielen Mittelständlern zugesetzt. Viele Preiserhöhungen können nicht oder nur teilweise an die Kunden weitergeben, große Unternehmen hätten bessere Chancen, ihre Margen zu halten. Zudem fehlt es vielen KMU an der nötigen Finanzkraft, um zu investieren und zu wachsen. Falle eine große Handelskette als Abnehmer aus, gerieten viele Unternehmen in Existenznot, zitiert das Handelsblatt einen Branchenexperten. Problematisch seien die niedrigen Unternehmensbewertungen, insbesondere für kleinere Betriebe. „Schätzungsweise 15 bis 30 Prozent der Unternehmen finden keinen Käufer, der einen Preis bietet, zu dem sie verkaufen wollen“, so ein M&A-Experte im Handelsblatt.
Im Ranking der 10.000 wichtigsten mittelständischen Unternehmen in Deutschland, das der Interessenverband DDW alle drei Monate erhebt, hat es ungewöhnlich viel Bewegung gegeben. Die Wachstumsdynamik hat etwas nachgelassen.
Die Untersuchung des DDW hat Mittelständler nach Umsatz, Mitarbeiterzahl sowie 37 weiteren Kriterien gerankt – und viele Unternehmen haben ihren Platz in der Rangliste getauscht. 248 Unternehmen schafften den Sprung unter die Top-10.000 und damit so viele wie nie. 15 mittelständische Unternehmen schafften es erstmals in die Top-100. Die 10.000 Unternehmen im Ranking stehen für 948 Milliarden Euro Umsatz und fünf Millionen Arbeitsplätze weltweit. Insgesamt konnten diese Unternehmen ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um lediglich 3,4 Prozent erhöhen. In den Jahren zuvor war das Umsatzwachstum höher ausgefallen. Der Analyse zufolge lief es für 61 Prozent besser, allerdings lag der Anteil der Umsatzgewinner ebenfalls in den Vorjahren höher. Handels- und Dienstleistungsunternehmen wuchsen seit 2021 um mehr als zehn Prozent, für Industriebetriebe bekamen das Multi-Krisen-Umfeld mit einem Wachstum von nur 6,1 Prozent am stärksten zu spüren.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich KMU in Zeiten der Multikrisen erfolgreich anpassen und ihre Resilienz zugenommen hat.
Das Forschungsinstitut Innofact hat im Auftrag von Allgeier inovar erneut die Widerstandsfähigkeit mittelständischer Unternehmen untersucht. Die aktuelle Studie „Resilienz und Risikomanagement im Mittelstand“ kommt zu dem Schluss, dass 56 Prozent der befragten Mittelständler im vergangenen Monat gezwungen waren, aktiv gegenzusteuern mussten, um nicht unterzugehen. Beispielsweise trieben Umsatzrückgänge und Liquiditätsengpässe die Unternehmen in die Enge. Dabei hat sich die Resilienz im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Vor einem Jahr mussten noch 75 Prozent der KMU Maßnahmen gegen Krisensituationen ergreifen, auch im letzten Quartal 2024 lag dieser Wert noch bei 61 Prozent. Auch der Anteil der Unternehmen, die keinerlei Gegenmaßnahmen ergreifen mussten, ist in diesem Jahr höher. Der Mittelstand nutzt demnach Krisen zunehmend, um gezielt in Effizienz, Digitalisierung und Widerstandskraft zu investieren.
Laut einer Umfrage von Mastercard fürchtet jedes vierte KMU schließen zu müssen, sollte es Ziel eines Hackerangriffs werden.
Ein Viertel der europäischen Unternehmen sei bereits Opfer eines Cyberangriffs geworden, heißt es in einer Meldung dazu. Besonders hoch seien diese Quoten in Irland (38 Prozent), Dänemark (35Prozent) und Frankreich (29 Prozent). Elf Prozent der Befragten haben infolge von Betrug bereits finanzielle Verluste erlitten; neun Prozent haben Kunden verloren. Zugleich seien die Unternehmen aber unsicher über den richtigen Umgang mit der Cyberbedrohung. Fast die Hälfte der Unternehmen zögert aus Angst davor, das eigenen Unternehmen weiter auszubauen. IT-Risiken gelten bei 61 Prozent der Unternehmern der Generation Z als großes Hemmnis für weiteres Wachstum. Für die Untersuchung wurden 1800 KMU in Europa befragt.
