Vier von zehn kreditinteressierten Mittelständlern in Deutschland berichten, dass ihre Banken die Kreditvergabe restriktiv handhaben. Der Anteil stieg im zweiten Quartal 2026 auf 40,5 Prozent und markiert damit einen neuen Höchstwert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2017.
Die Zahlen der zeigen eine deutliche Verschlechterung gegenüber dem Vorquartal: Der Wert legte um 6,5 Prozentpunkte zu. Besonders stark betroffen ist der Einzelhandel, wo mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen Zugangshemmnisse melden. Auch im Verarbeitenden Gewerbe und in der Dienstleistungsbranche erreichten die Werte mit 40,8 beziehungsweise 42,4 Prozent historische Höchststände. Hintergrund sind laut KfW geschwächte Bilanzen, gesunkene Eigenkapitalquoten und schlechtere Ratings, auf die Banken mit höheren Risikoaufschlägen und härteren Konditionen reagieren.
Gleichzeitig sinkt die Kreditnachfrage. Nur noch 19,3 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) führten im zweiten Quartal Finanzierungsgespräche mit ihrer Bank. Das ist der niedrigste Stand seit dem vierten Quartal 2023. Ursache sind die geopolitischen Folgewirkungen des Iran-Kriegs, der Energiepreise und Lieferketten belastet und die Investitionsstimmung dämpft, berichtet die KfW auf Basis der aktuellen Auswertung der ifo-Konjunkturumfragen. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das eine doppelte Belastung: Wer Kapital benötigt, findet schwierigere Bedingungen vor, während viele Betriebe Investitionspläne zurückstellen.
