Home KMU-NewsZahlungsmoral deutscher Unternehmen bleibt stabil

Zahlungsmoral deutscher Unternehmen bleibt stabil

von Lieselotte Hasselhoff

Deutsche Unternehmen zahlen ihre Rechnungen trotz schwacher Konjunktur weiterhin zuverlässig. Im ersten Quartal 2026 lag der durchschnittliche Zahlungsverzug branchenübergreifend bei 7,7 Tagen – identisch mit dem Vorjahreszeitraum, wie Creditreform auf Basis von rund 16,3 Millionen Zahlungserfahrungen aus dem Debitorenregister Deutschland auswertet.

Die Stabilität täuscht jedoch über strukturelle Risiken hinweg. Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform, wertet den Befund zwar als robustes Signal in schwierigem Umfeld, warnt aber zugleich: Viele Betriebe hielten ihre Liquidität zusammen, investierten zu wenig und fragten kaum Kredite für Erweiterungsvorhaben nach. Für den Mittelstand ist das ein zweischneidiger Befund – kurzfristig solide, mittelfristig aber mit Blick auf Wettbewerbsfähigkeit und Standortsicherung problematisch. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Rheinland-Pfalz verzeichnet mit 6,1 Tagen den niedrigsten Verzug, Mecklenburg-Vorpommern mit 10,9 Tagen erneut den höchsten. Auf Branchenebene bleibt das Baugewerbe der Ausreißer: Der Zahlungsverzug stieg dort von 13,5 auf 15,0 Tage. Auch persönliche Dienstleister (10,2 Tage) sowie Verkehr und Logistik (8,4 Tage) liegen überdurchschnittlich. Großhandel (5,9 Tage) und Chemie/Kunststoffe (4,9 Tage) schneiden am besten ab.

0 Kommentare

You may also like

Hinterlassen Sie einen Kommentar