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Urlaub am Bodensee: Attraktive Alternative

von Holger Clemens Hinz

Im Sommer geht es an den Strand. Oder doch lieber in die Berge? Wer auf beides eigentlich nicht verzichten kann, dürfte am Bodensee glücklich werden. Hier im Alpenvorland gibt es Abenteuer, Badespaß und Kultur en masse.

Der Sommer lädt zum Reisen ein. Traditionell wollen die Deutschen ans Meer, ob per Flugzeug in die Südsee oder mit der Bahn in Richtung heimischer Küste. Mit den immer häufigeren Hitzewellen im Hochsommer denken viele bei ihrer Urlaubsplanung aber auch darüber nach, möglichst nicht an einen noch deutlich wärmeren Ort zu verreisen. Für die Freunde des gemäßigten Klimas gibt es im Süden die Möglichkeit für einen klassischen Sommerurlaub: Am Bodensee im Dreiländereck – oder Vierländerregion, wie es vor Ort heißt – das nahe Liechtenstein wird hier noch hinzugezählt.

Der größte See Deutschlands, der gar nicht ganz zu Deutschland gehört, zeichnet sich durch seine Vielfältigkeit aus. Dadurch ist man hier unabhängig vom Wetter, das einem sonst so manch schönen Urlaub vermiest. Eine Wandertour ist in einer heftigen Hitzewelle kaum auszuhalten – und bei Starkregen bereitet auch der feinste Sandstrand mit türkisblauem Meer wenig Freude. Die Bodensee-Region bietet hier für jede Wetterlage etwas – und für jeden Geschmack. Die „sichere Bank“ bei der Urlaubsplanung ist dabei keineswegs langweilig. Im Gegenteil.

Für ruhigere Gemüter

Zuerst wären da natürlich die klassischen Vergnügungen großer Seen: Es gibt die verschiedensten Bademöglichkeiten – Sandstrände, Naturstrände und Bäder. Trocken muss also niemand bleiben. Wer das aber gern möchte, besteigt eine der vielen Fähren. Auf ihnen lässt sich das Reisen in der Urlaubsregion geschickt mit entspanntem Freizeitvergnügen verbinden.

Für viele Städter mag die erste Anlaufstelle Konstanz sein („Konschtanz“ sagt man vor Ort). Hier gibt es eine wunderschöne Altstadt, aber auch ein lebendiges Kulturprogramm und Einkaufsmöglichkeiten. Die vielen kleineren Städte rund um den See sind mit dem Schiff schnell erreicht, auch ganz ohne Auto. Die Region lässt sich zudem wunderbar mit dem Zug besuchen. Wer es ruhiger mag, mietet sich in einer ländlicheren Gegend oder einer der vielen kleineren Städte ein und schippert von dort aus los.

Dabei sollte auch die kleine Stadt Lindau gleich an der Grenze zu Österreich eines der Reiseziele sein. Die gesamte Altstadt steht unter Denkmalschutz – und ist komplett auf einer Insel erbaut. Sie ist nur über eine Brücke zu erreichen, und das am besten mit dem Zug. Das Bahnhofsgebäude bereitet stilistisch schon einmal auf die Altstadt vor, ein besonderer Hingucker ist das historische Alte Rathaus.

Wer die leiseren Töne bevorzugt, sollte auch der Insel Mainau einen Besuch abstatten. Gerade im Frühling ist die Blumenlandschaft hier einmalig. Sie liegt im Überlinger See, dem schmaleren Nordteil des Bodensees.

Für Sportler und Abenteuerlustige

Auch wer im Urlaub mehr Action braucht, kommt am Bodensee auf seine Kosten. Die meisten Surf- und Segelschulen befinden sind im nördlichen Teil der Region um Konstanz und Überlingen. Hier gibt es Wasserski-Angebote, in Meersburg gibt es auch eine Tauchschule.

Wer Unterwassertiere sehen will, aber zu jung oder wasserscheu für einen Tauchkurs ist, sollte dem „Sea Life“ Konstanz einen Besuch abstatten – auch ein guter Tipp bei schlechtem Wetter.

Aber auch an der frischen Luft bietet der Bodensee viele „trockene“ Möglichkeiten. Dank der schönen Landschaften lohnt sich jede Reise, ob gemütlich oder sportlich. Bei Bregenz liegt der Berg „Pfänder“, von dem aus man nach dem Aufstieg einen wunderbaren Ausblick über das Gewässer hat. Wer eine Herausforderung sucht, fährt den Bodensee-Radweg entlang und erkundet die gesamte Region auf eigene Faust – aber Vorsicht: Er ist 260 Kilometer lang, die kürzere Variante etwa 200 km. Wenn es dann doch mal zu schweißtreibend wird, darf aber auch der ehrgeizigste Sportler gern zu den Familien auf die Fähre steigen und sich nach Hause fahren lassen.

Wenn das Wetter nicht mitspielt

Doch was, wenn es bei der Ankunft regnet und keine Besserung in Sicht ist? Auch dann laden die Altstädte ein, es wimmelt hier nur so von historischen Vierteln – vermutlich wegen der Nähe zur Schweiz gab es hier im zweiten Weltkrieg weniger Bombardements. Zwar lässt es sich bei Regen nicht gut schlendern, aber umso besser einkehren. Die örtliche schwäbische Küche ist natürlich eher mächtig, wird aber durch den frischen Fisch aufgelockert. Von den geräucherten Bodenseefelchen schwärmen viele Urlauber das ganze Jahr. Friedrichshafen hat hier viel zu bieten – an guten Stuben mangelt es aber an der gesamten deutschen Bodensee-„Küste“ nicht.

Wer sich dabei etwas Hochkultur gönnen will, besucht das Café Höpker. Es ist wohl eines der schönsten, das sich finden lässt. Besonders der Garten ist (bei gutem Wetter) ein echtes Erlebnis, hier werden Kuchen und Frühstück in einmaliger Umgebung serviert. Vorher aber unbedingt einen Tisch reservieren – dass es hier alles gibt, was es für eine perfekte Stärkung braucht, ist weithin bekannt.

Bei unpassender Witterung will man aber nicht nur hier ein Dach über dem Kopf haben. Viele der größeren historischen Gebäude lassen sich besichtigen, zum Beispiel das Schloss Salem und die Burg Meersburg. Wer den einstigen Wohnort von Annette von Droste-Hülshoff allerdings doch bei gutem Wetter besucht, sollte auf keinen Fall vergessen, für danach einen Tisch in der Gutsschänke zu reservieren. Der Blick über den Hafen und die Weinberge ist ein wunderbares Kontrastprogramm zu den steinigen Gängen der Burg.

Wer sich zum Abschluss noch etwas menschliche Ur-Kultur anschauen möchte, sollte nach Unteruhldingen fahren. Das Pfahlbaumuseum ist zwar ein Teil der typischen touristischen „To-Do-Liste“, verpassen sollte man es trotzdem nicht. Bei einem Regensturm ist das Freilichtmuseum zwar nicht zu empfehlen, hier braucht es aber nicht zwingend strahlenden Sonnenschein. Es gibt ein nachgebildetes, steinzeitliches Pfahldorf zu bestaunen, inklusive Führungen über das Leben in der menschlichen Urzeit. Gleich am (oder über dem) Wasser gelegen, bringt es einem die eigene Geschichte etwas näher und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

 

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