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Kapitalmarkt Blog
KMU-NewsKonjunktur

Digitales Cash-Management als Schlüssel zur Investitionskraft

von Lieselotte Hasselhoff 25/02/2026

Der deutsche Mittelstand sitzt auf Milliardenbeträgen ungenutzter Liquidität. Einem Medienbericht zufolge parken viele kleine und mittlere Unternehmen erhebliche Geldsummen unkoordiniert auf verschiedenen Konten – sogenanntes „Lazy Cash“.

Das Problem: Es fehlt an Transparenz über verfügbare Mittel, durch veralterte Strukturen in der Finanzabteilung. Dadurch wird das Kapital weder strategisch investiert noch zur Optimierung des Working Capitals eingesetzt wird. Gerade in Zeiten hoher Zinsen und schwierigerer Finanzierungsbedingungen wiegt diese Ineffizienz schwer. Laut einer Analyse könnten Unternehmen im DACH-Raum bis zu 75 Milliarden Euro freisetzen, wenn sie ihr Liquiditätsmanagement professionalisieren würden – ein Betrag, der einen Großteil ihres Investitionsbedarfs decken könnte. Abhilfe schaffen könnten moderne Treasury-Management-Systeme mit Echtzeit-Übersicht, Automatisierung und KI-gestützten Prognosen. Wie das Wirtschaftsmagazin FinanceFWD berichtet, ermöglicht verborgene Liquidität es Unternehmen, in Zeiten volatiler Märkte widerstandsfähig zu bleiben und zugleich die Transformation hin zu Digitalisierung und Dekarbonisierung aus eigener finanzieller Kraft voranzutreiben.

25/02/2026 0 Kommentare
AI Act: Die Integration von KI in Unternehmen wird zur Vorstandsaufgabe
FinanzierungGastbeiträgeKonjunkturMittelstand

Künstliche Intelligenz in Unternehmen: Abwarten ist jetzt keine Option

von Lieselotte Hasselhoff 25/02/2026

Künstliche Intelligenz hat in börsennotierten Unternehmen eine neue Qualität erreicht: Sie revolutioniert operative Prozesse, beeinflusst Kapitalmarktkommunikation und Hauptversammlungen – und unterstützt zunehmend auch strategische Entscheidungen. Mit dem Inkrafttreten der europäischen KI-Verordnung (AI Act) ist klar: KI ist kein reines Innovations- oder Effizienzthema, sondern Teil der Legalitäts-, Organisations- und Überwachungspflichten des Vorstands. 

I. Der AI Act macht KI zur Vorstandsaufgabe

Der AI Act folgt einem risiko- und rollenbasierten Ansatz. Je nach Risikoklasse gelten umfangreiche Pflichten zu Dokumentation, menschlicher Aufsicht, Risikomanagement und Meldewesen. Unternehmen können gleichzeitig Anbieter und Betreiber von KI-Systemen sein und haben in diesen Rollen verschiedene Pflichten zu beachten. Wenn das Bewusstsein dafür fehlt, kann es zu (teuren) Rechtsverletzungen kommen. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.

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25/02/2026 0 Kommentare
KMU-News

Zölle für rechtswidrig erklärt – beginnt jetzt die Rückzahlungswelle?

von Lieselotte Hasselhoff 23/02/2026

Der Oberste Gerichtshof der USA hat entschieden, dass Donald Trump seine weitreichenden Länderzölle nicht auf Grundlage des „International Emergency Economic Powers Act“ (IEEPA) von 1977 verhängen durfte. Damit sind die im April 2025 eingeführten Zölle gegen einzelne Staaten und Wirtschaftsräume wie die Europäische Union rechtlich hinfällig.

Im Mittelpunkt steht nun die Frage möglicher Rückerstattungen: Unternehmen, die auf Basis der gekippten Regelungen Zölle gezahlt haben, könnten Anspruch auf Rückzahlung haben, insbesondere auch deutsche Mittelständler. Noch ist jedoch unklar, ob diese automatisch erfolgt oder ob Betriebe ihre Ansprüche einzeln geltend machen müssen. Experten gehen davon aus, dass entsprechende Verfahren langwierig sein könnten und gegebenenfalls juristische Schritte erfordern. Für viele Firmen geht es dabei um erhebliche Summen, etwa 150 Milliarden Dollar sollen die USA illegal eingezogen haben. Trump reagierte unmittelbar auf die Entscheidung und kündigte einen neuen, weltweiten Basiszoll von 15 Prozent auf Importe in die Vereinigten Staaten an. Damit drohen Unternehmen trotzdem weiterhin zusätzliche Handelsbarrieren und neue finanzielle Belastungen.

23/02/2026 0 Kommentare
KMU-News

Nachfolge neu gedacht: Stärke durch Gemeinschaft

von Philipp Rose 20/02/2026

Die Unternehmensnachfolge zählt zu den größten Aufgaben für KMUs. Eine Rechtsform erlebt dabei neue Aufmerksamkeit: die Genossenschaft. Ihr struktureller Vorteil liegt auf der Hand – ein klassisches Nachfolgeproblem gibt es faktisch nicht. Eigentum und Verantwortung sind gemeinschaftlich organisiert, Vorstände werden gewählt, Anteile bleiben im Unternehmen. Externe Investoren sind nicht vorgesehen.

Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt die Planergemeinschaft Kohlbrenner eG in Berlin. Als der Inhaber vor mehr als 15 Jahren einen Nachfolger suchte, übernahmen die Mitarbeitenden selbst – über eine eigens gegründete Genossenschaft. Der Kaufpreis verteilte sich auf viele Schultern; neben einer Einmalzahlung wurde eine gestaffelte Gewinnbeteiligung vereinbart. Heute arbeiten dort 30 Fachkräfte, 27 sind Genossenschaftsmitglieder. Jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig von der Zahl der Anteile. Strategische Fragen verantwortet ein gewählter Vorstand, Grundsätzliches entscheidet die Generalversammlung.

Historisch geht die Idee auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch zurück. Ursprünglich als Selbsthilfeinstrument gegen Kreditwucher gedacht, steht die Genossenschaft bis heute für Selbstverantwortung und Mitbestimmung. Seit 2016 zählt die Genossenschaftsidee sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Auch andere Beispiele zeigen die Bandbreite des Modells. Die Instrumentenmanufaktur Miraphone ist seit 1946 als Genossenschaft organisiert und zählt heute 90 Mitarbeitende, darunter 55 Genossen. Die Rechtsform schützt vor externer Einflussnahme und erleichtert die langfristige Finanzierung. Große Genossenschaften wie Datev, Edeka, Rewe oder Noweda zeigen zudem, dass das Modell keineswegs eine Nischenlösung ist. Für den Mittelstand verbindet die Rechtsform wirtschaftliche Stabilität mit unternehmerischer Unabhängigkeit, wie Markt und Mittelstand berichtet. Mitarbeiter sind zugleich Angestellte und Miteigentümer, Gewinne werden anteilig ausgeschüttet, strategische Kontrolle bleibt intern. Gerade in Zeiten offener Nachfolgefragen kann das Modell eine strukturierte, langfristig angelegte Lösung bieten.

20/02/2026 0 Kommentare
2021 ging Lucid Motors mit Hilfe einer SPAC an die Technologiebörse Nasdaq
FinanzierungMittelstand

Special Purpose Acquisition Company (SPAC): Chancen und Risiken für kapitalmarktinteressierte KMUs

von Holger Clemens Hinz 20/02/2026

Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) haben in den vergangenen Jahren international stark an Bedeutung gewonnen. Auch für deutschsprachige kapitalmarktinteressierte kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) stellt sich zunehmend die Frage, ob dieses Konstrukt eine realistische Alternative zum klassischen Börsengang sein kann. Der folgende Überblick erklärt verständlich, wie SPACs funktionieren, welche Chancen sie bieten – und welche Risiken mit ihnen einhergehen.

Von Holger Clemens Hinz

Was ist eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC)?

Eine Special Purpose Acquisition Company, kurz SPAC, ist eine Mantelgesellschaft ohne operatives Geschäft. Ihr einziger Zweck besteht darin, Kapital über einen Börsengang einzusammeln, um innerhalb eines festgelegten Zeitraums ein nicht börsennotiertes Unternehmen zu übernehmen. Erst mit dieser Übernahme – dem sogenannten De-SPAC – entsteht ein operativ tätiges börsennotiertes Unternehmen.

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20/02/2026 0 Kommentare
KMU-News

KMU investieren weiter über Leasing

von Lieselotte Hasselhoff 18/02/2026

Leasing bleibt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland ein wichtiges Investitionsinstrument.

Wie eine Sonderasuwertung des KfW-Mittelstandpanels zeigt, nutzten im Jahr 2024 rund 18 Prozent der KMU Leasing zur Anschaffung von Anlagegütern, etwa genauso viele wie 2021. Insgesamt finanzierten die Betriebe mit Hilfe von Leasing Investitionen im Umfang von rund 61 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von etwa 15 Prozent gegenüber drei Jahren zuvor entspricht und rund ein Viertel aller Investitionen ausmacht. Vor allem größere Mittelständler greifen mit einem Anteil von 55 Prozent deutlich häufiger auf Leasing zurück als kleinere Unternehmen, während die Nutzung im Baugewerbe rückläufig ist. Besonders verbreitet ist Fahrzeugleasing, das fast die Hälfte aller neuen Leasingverträge ausmacht, gefolgt von Nutzfahrzeugen und IT-Ausstattung. Leasing ermöglicht es Unternehmen, ihre Liquidität zu schonen und Investitionen besser zu planen, was gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sowie bei Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Elektromobilität eine wichtige Rolle spielt.

18/02/2026 0 Kommentare
KMU-NewsKonjunktur

Investitionen in USA brechen ein, Mittelstand flüchtet nach Europa

von Lieselotte Hasselhoff 12/02/2026

Mittelständische Unternehmen reagieren auf Trumps Handelspolitik mit Investitionszurückhaltung in den USA. Die Unternehmen verlagern ihren Fokus zunehmend auf Europa.

Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, belegen mittlerweile verschiedene Untersuchungen, dass sich seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump die Risikowahrnehmung im deutschen Mittelstand durch dessen wechselhafte Zoll- und Handelspolitik deutlich verändert hat. Nach Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) flossen im Zeitraum von Februar bis November 2025 nur 10,2 Milliarden Euro als Direktinvestitionen in die USA und damit 45 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch eine Erhebung von Reuters vom Sommer 2025 kam zu dem Ergebnis, dass 30 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen in den USA verschoben und 15 Prozent sie sogar ganz gestrichen hätten. Eine Unternehmensbefragung der DZ Bank kommt zu dem Schluss, dass viele Unternehmen aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen in den USA ihren Investitionsfokus nun verstärkt auf Europa und den Heimatmarkt richten. 

12/02/2026 0 Kommentare
Dresscode im Wandel
FinanzierungMittelstand

Dresscode im Businessbanking: Es geht auch ohne Kostüm und Krawatte

von Holger Clemens Hinz 12/02/2026

Die Arbeitskleidung der Mitarbeitenden ist immer auch ein Aushängeschild für Unternehmen, vor allem in direktem Kontakt mit Kunden. Jahrzehntelang gab es deshalb strenge Konventionen in der Bankenbranche, viele Geldhäuser hatten eine eigene Kleiderordnung. Heute spricht man eher vom Dresscode. Und der ist längst nicht mehr so streng. Was sich geändert hat, was heute erlaubt ist.

Von Holger Clemens Hinz

Wer noch vor einigen Jahren in Frankfurts Bankenviertel um die Mittagszeit Essen ging, erkannte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Finanzbranche zumeist problemlos am Outfit: Die Frauen im klassischen Business-Kostüm mit Rock und Blazer oder Hosenanzug, die Herren in dunklen Anzug mit polierten Lederschuhen und Krawatte. Nicht wenige Banken hatten das genau so in ihrer Kleiderordnung festgelegt. Auch Mitarbeitende von Unternehmensberatungen und Anwaltskanzleien  hielten sich an diesen Stil. Der Auftritt beim Kunden sollte Seriosität ausstrahlen, modische Experimente wurden da nicht gern gesehen.

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12/02/2026 0 Kommentare
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Hier schreiben die Kapitalmarkt-Experten der Quirin Privatbank über die deutsche Wirtschaft, den heimischen Mittelstand und die Entwicklungen an den Kapitalmärkten.

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Holger Clemens Hinz
Leiter Kapitalmarktgeschäft

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Stv. Leiter Kapitalmarktgeschäft

Carsten Peter
Direktor Kapitalmarktgeschäft

Daniel Kukalj
Leiter Institutionelles Research

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