Die Fördermaßnahmen der öffentlichen Hand für die Wirtschaft sind einer aktuellen OECD-Studie zufolge unausgewogen. Gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass viele Fördermittel an Großkonzerne fließen und auch Start-ups aus dem Technologiebereich auf vielfältige Förderangebote zurückgreifen können. Es gebe aber eine signifikante Lücke im Bereich etablierter Mittelständler mit Wachstumspotenzial, sofern sie nicht in technologieintensiven Sektoren angesiedelt sind oder einen Nachhaltigkeitsfokus haben. Insbesondere die KMU sind es jedoch, von denen eine erfolgreiche Transformation der Wirtschaft wesentlich abhängt. Hier sei das Angebot an öffentlichen Finanzhilfen für den Mittelstand lückenhaft und unübersichtlich.
Barkapitalerhöhung
Wie geht es mit den Zinsen nach einem Jahrzehnt der Niedrigzinsen und einem weltweiten Inflationsschock weiter? Und welche Chancen ergeben sich daraus? Das hat Prof. Dr. Stefan May, Leiter Anlagestrategie und Produktentwicklung bei der Quirin Privatbank in einem Beitrag analysiert, der auch von der Finanzinitiative Frankfurt Main Finance aufgegriffen wurde.
In seiner Analyse kommt Stefan May zu dem Schluss, dass Anleiheinvestments insgesamt deutlich an Attraktivität gewonnen haben. Aufgrund nicht vorhandener Währungsrisiken ergeben sich insbesondere innerhalb der Euro-Zone besondere Chancen.
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Die Geschäfte der KMU in Deutschland haben sich seit dem Frühjahr 2023 schlechter entwickelt als im europäischen Vergleich. Die Mehrheit der Mittelständler verzeichnete rückläufige Umsätze, Gewinne und Investitionen.
Auch in anderen EU-Ländern waren die KMU-Kennziffern rückläufig, doch Deutschland bleibt mit wachsendem Abstand das Schlusslicht im EU-Vergleich. Das geht aus der halbjährlichen Unternehmensbefragung des IfM Bonn im Auftrag von EU-Kommission und EZB hervor. Demnach liegen die Hauptprobleme der KMU in den Bereichen Fachkräftemangel, Kundengewinnung sowie Produktions- und Arbeitskosten. Finanzierungsprobleme wurden seltener als großes Problem adressiert.
Öffentliche Förderprogramme für die Wirtschaft gibt es in Deutschland zuhauf. Doch der Mittelstand gerät dabei häufig aus dem Blickfeld.
Die deutsche Wirtschaft benötigt Investitionen um konkurrenzfähig zu bleiben, da herrscht große Einigkeit. Zwei Bereiche, die da immer wieder genannt werden sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Während es bei Zuschüssen für Digitalisierungsprojekte noch ganz passabel aussieht, fand die Bertelsmann Stiftung in einer gemeinsamen Studie mit der OECD jetzt heraus, dass KMUs es bei Nachhaltigkeitsmaßnahmen schwieriger haben, an Unterstützung zu kommen.
Zudem sind viele Förderprogramme für den Mittelstand Start-up-bezogen, wodurch viele Unternehmen durchs Raster fallen. Als weitere Schwächen der hiesigen Finanzierungslandschaft identifizierte die Studie eine zu starke Fokussierung auf kapitalintensive Investitionen und einen Dschungel an Finanzierungsinstrumenten, der für den Mittelstand oft nicht zu durchblicken ist.
Während weiterhin bemängelt wird, dass in Deutschland immer noch übermäßig stark auf klassische Bankkredite und Eigenfinanzierung gesetzt wird, ist die Eigenkapitalquote im Mittelstand seit 1997 um 20 Punkte, von neun auf 29 Prozent, gestiegen.
Für den deutschen Mittelstand ging es im zweiten Quartal bergauf. In fast allen Belangen zeigt die Formkurve nach oben.
Im Vergleich zum ersten Quartal, empfinden fast doppelt so viele Unternehmen ihre Lage als gut. Parallel sank die Zahl derer, für die es wirtschaftlich bergab ging, von 25 auf 15,5 Prozent. Ablesen lässt sich die positive Entwicklung auch an den Umsätzen: 38 Prozent der Befragten sprechen von einem wachsenden Umsatz – auch hier rund doppelt so viele, wie noch im ersten Quartal. Bei gut einem Viertel führte die Aufhellung auch zu einer Zunahme bei den eigenen Investitionen. Während die Beschäftigung insgesamt relativ konstant bleibt, zeigt die Befragung des Mittelstandsverbundes, dass einzig die Bürokratie den Unternehmen weiterhin zunehmend Probleme bereitet.
Während in anderen Märkten die Unternehmensfinanzierung diverser aufgestellt ist, steht in Deutschland fortwährend das Bankdarlehen im Fokus.
Der Investitionsbedarf der hiesigen Unternehmen ist riesig. Allein 175 Milliarden Euro jährlich werden benötigt, um die Dekarbonisierung voranzutreiben, prognostiziert Adam Farkas, Chef der Association for Financial Markets in Europe (AFME). Woher die finanziellen Mittel nehmen? In Deutschland ist die Antwort auf diese Frage häufig das Bankdarlehen, wie eine Studie zeigt. Der Gang an die Börse oder Private Equity als Finanzierungsmöglichkeiten werden sind hierzulande selten genutzt – insbesondere bei KMUs spielen sie kaum eine Rolle. Und wenn dann doch mal ein Börsengang realisiert wird, zieht es deutsche Unternehmen immer öfter an ausländische Börsen. Das führt letztendlich in der Regel dazu, dass sich das Geschäft dieser Unternehmen zunehmend ins Ausland verlagert.
Finanzierungsmonitor Kapitalmarkt: Kapitalerhöhungen für fünf Milliarden Euro in 2023
Das Jahr 2023 war für die Wirtschaft erneut von unvorhersehbaren und politisch bedingten Herausforderungen und Unsicherheit geprägt – und das hat auch die Geschäfte der Unternehmen und ihre Finanzierung über den Kapitalmarkt beeinflusst.
Die Kapitalmarktspezialisten der Quirin Privatbank haben unter Leitung von Carsten Peter die Kapitalmarktaktivitäten in Deutschland für das vergangene Jahr analysiert und die Ergebnisse im Finanzierungsmonitor Kapitalmarkt veröffentlicht. Dafür haben die Kolleginnen und Kollegen öffentlich zugängliche Quellen, Finanzberichte, Pressemitteilungen von Unternehmen sowie Datenbanken ausgewertet. Erfasst haben sie dabei nur Kapitalerhöhungen deutsch-sprachiger sowie an deutschen Börsen gelisteter Unternehmen in Form von Aktienemissionen.
Die Stiftung deutscher Familienunternehmen beging am 7. Juni den Familienunternehmenstag und Spitzenpolitiker feierten mit. Untern anderem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Bundesfinanzminister Christian Lindner, Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und CSU-Generalsekreträr Carsten Linnemann würdigten den familiengeführten Mittelstands.
Schätzungen zufolge sind 90 Prozent der rund 3,5 Millionen Unternehmen hierzulande in Besitz von Familien – darunter auch DAX-Unternehmen wie die @Porsche Holding mit rund 29,4 Milliarden Euro Umsatz und etwa 35.000 Mitarbeitern. Der weitaus größte Teil der Familienunternehmen macht allerdings weniger als eine Million Euro Umsatz und beschäftigt maximal drei Angestellte. Dennoch vereinen die Familienunternehmen mehr als die Hälfte aller Umsätze und aller Beschäftigten der deutschen Wirtschaft.
Die Vertreter der Familienunternehmen nahmen den Tag zum Anlass, um auf politische Missstände hinzuweisen: Viele beklagen vor allem Standort- und Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland. Konkret plädieren sie für eine Absenkung der Körperschaftsteuer, eine Begrenzung der Lohnnebenkosten und eine Reduzierung der Berichtspflichten.
