Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton kommt in einer Analyse der Private-Equity-Branche in Deutschland zu dem Ergebnis, dass bereits mehr als 400 Unternehmensbeteiligungen länger als fünf Jahre gehalten werden und damit „überreif“ sind. Die durchschnittliche Haltedauer liegt inzwischen bei über sieben Jahren, üblich sind maximal fünf Jahre. Aus Sicht von Grant Thornton liegen die Ursachen dafür in zu unterschiedlichen Bewertungen bei Käufern und Verkäufern und einer restriktiven Finanzierung durch Banken und Debt Fonds. Außerdem führen große Unsicherheiten beim Exit-Timing aufgrund geopolitischer und konjunktureller Risiken zu einer abwartenden Haltung in der Hoffnung auf günstigere Marktbedingungen. Da auch IPOs vor diesem Hintergrund schwierig und Exit-Alternativen ohnehin begrenzt sind, können die Private-Equity-Investoren ihre Beteiligungen nicht wie erhofft verkaufen. Eine sorgfältige Exit-Vorbereitung mit optimierter Finanzierung, effizienten Prozessen und einer klaren Wachstumsstrategie wird in diesen herausfordernden Zeiten daher immer wichtiger, um Käufer für Private-Equity-Beteiligungen zu finden.
Börsengang
Ein IPO ist wie eine Filmpremiere: Drehbuch, Regie, Cast – alles muss stimmen. Doch ob ein Blockbuster zum Klassiker wird, entscheidet sich nicht allein an der Kinokasse, sondern am Publikum. Für den dauerhaften Erfolg ist die Zusammensetzung des Publikums entscheidend. Genau hier setzt ein zuteilbares Orderbuch an.
IPOs: Mehr als nur der Vorhang auf
Der Börsengang eines Unternehmens ist kein nüchterner Verwaltungsvorgang, sondern ein orchestriertes Schauspiel. Drehbuch, Regie, Cast – alles muss stimmen, damit der große Auftritt gelingt. Während das „Pilot Fishing“ das Testscreening der Kapitalmarktwelt darstellt, entscheidet die Premiere – der IPO – über den tatsächlichen Erfolg. Doch ob ein Blockbuster das Publikum fesselt, zeigt sich nicht allein an der Kinokasse, sondern an der nachhaltigen Nachfrage. Genau hier kommt das Konzept des zuteilbaren Orderbuchs ins Spiel.
Deutschland gehört wirtschaftlich zu den Schwergewichten der Welt: Exportweltmeister, Technologietreiber, Heimat globaler Marktführer. Doch beim Blick auf die Börsenlandschaft zeigt sich ein anderes Bild. Während deutsche und ebenso österreichische Unternehmen international in der Champions League spielen, wirkt ihr Heimatkapitalmarkt eher wie die zweite Liga. Besonders deutlich wurde das im Jahr 2023, als der Gasspezialist Linde als echten Tiefpunkt endgültig der Frankfurter Börse den Rücken kehrte.
Linde – ein Lehrstück für den Standortnachteil
Linde war bis dahin das wertvollste Unternehmen im DAX. Nach der Fusion mit Praxair 2018 hatte die neue Linde plc zwar noch ein Zweitlisting in Frankfurt, doch der Fokus lag längst auf der Börsennotierung in New York. Das Handelsvolumen dort war höher, die Bewertung besser. Als die Aktionäre 2023 für das Delisting in Frankfurt stimmten, war das ein Schock für viele Börsenbeobachter – und ein Symbol: Der deutsche Kapitalmarkt kann mit den USA nicht mithalten. Seitdem ist Linde im S&P 500 vertreten und hat seine Marktkapitalisierung von rund 150 auf knapp 200 Milliarden Euro gesteigert.
Das Bundeskabinett hat am 3. September den Entwurf für das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz verabschiedet. Ziel ist es, die betriebliche Altersversorgung (bAV) neben der gesetzlichen Rente auszubauen und Mittelstand sowie KMUs die Einführung einer Betriebsrente zu erleichtern.
Mit höheren Förderungen, vereinfachtem Zugang und mehr Flexibilität will die Bundesregierung Betriebsrenten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) attraktiver machen und insbesondere die Altersvorsorge von Beschäftigten mit geringem Einkommen verbessern. Zum einen will die Regierung die Einkommensgrenzen für die Förderung nach oben verschieben und fortlaufend anpassen, zum anderen die Förderbeträge selbst erhöhen. Menschen mit geringem Einkommen sollen eine höhere Förderung erhalten, wenn ihnen der Arbeitgeber eine bAV anbietet. Zudem sollen künftig auch nicht nur Mitarbeiter in Unternehmen mit Tarifvertrag von einer bAV profitieren, sondern auch Angestellte von Betrieben ohne großen Tarifvertrag. Damit die angesparte betriebliche Altersversorgung eine höhere Verzinsung erhält, will die Bundesregierung auch die bislang strengen Anlagerichtlinien lockern. Die genannten Maßnahmen sollen auch helfen, die Attraktivität von KMU als Arbeitgeber zu erhöhen.
Einer Studie der renommierten Technologie-Hochschule MIT in den USA zufolge laufen 95 Prozent aller generativen KI-Pilotprojekte in Unternehmen zur Steigerung des Umsatzwachstums ins Leere.
Die Hauptursache dafür sei, dass generische KI-Tools für Prozesse in Unternehmen ungeeignet seien. Sie würden sich aufgrund ihrer Flexibilität hervorragend für die Unterstützung von Einzelpersonen eignen, seien aber nicht gut darin, aus Arbeitsabläufen zu lernen oder sich an diese anzupassen. Das berichtet der Industrieanzeiger. „Was die MIT-Forscher herausgefunden haben, bestätigt unsere Erfahrungen“, erklärt Michael Wintergerst, Chief AI Officer beim Unternehmensdienstleister Proalpha. Demnach funktionierten vorgefertigte Standard-KI-Lösungen oft besser als spezifische, angepasste KI-Tools. „Das ist für den industriellen Mittelstand wirklich ein Gamechanger“, so Wintergerst. Weil gerade im industriellen Umfeld die IT-Infrastruktur oft schon Jahrzehnte alt sei und entsprechende Schnittstellen zu vorhandener Software fehlten, sei eine nahtlose Integration von KI-Tools häufig nicht möglich. In der Folge scheitern viele KI-Projekte weniger an der Technologie, sondern primär an mangelnder Datenqualität, fehlenden technischen Voraussetzungen und organisatorischen Faktoren.
Während Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) höhere Steuern für Vermögende vorschlägt, um den Bundeshaushalt zu entlasten, erteilt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dem eine klare Absage. „Mit einer Bundesregierung unter meiner Führung wird es eine Erhöhung der Einkommenssteuer für die mittelständischen Unternehmen in Deutschland nicht geben!“, sagte Merz auf dem CDU-Parteitag in Osnabrück.
Merz bekräftigte weiter, dass es eine Neuausrichtung der Sozialpolitik braucht: „Ich werde mich durch Worte wie Sozialabbau und Kahlschlag und was da alles kommt nicht irritieren lassen“, machte Merz dabei klar. Denn der Sozialstaat, wie Deutschland ihn heute habe, sei mit dem, was man volkswirtschaftlich leisten könne, nicht mehr finanzierbar. Dem Koalitionspartner will es Merz nicht zu einfach machen, berichtete DPA. Die bisherige Zusammenarbeit mit der SPD in der Bundesregierung sieht Merz kritisch. Zwar seien eine neue Migrationspolitik und Impulse für eine wirtschaftliche Wende angestoßen worden, doch er sei mit dem, was man bis jetzt geschafft habe, nicht zufrieden.
Bis Ende Juli hat es bereits 20 Übernahmen und Fusionen in der Lebensmittelindustrie gegeben, fast so viele wie gesamten Vorjahr. Kleine und mittelständische Betrieben stehen durch die Pandemiefolgen, stark gestiegene Energiekosten, hohe Preise für Agrargüter und gestiegene Löhne besonders unter Druck. Der Verkauf des Familienbetriebes ist dabei oft die beste Lösung, um Unternehmen zukunftsfest zu machen.
Die Zahl der Übernahmen und Fusionen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist bereits Ende Juli auf 20 gestiegen. Zum Vergleich: 2024 waren es im Gesamtjahr 24, im Jahr zuvor 32. Zwar handele es sich nach Handelsblatt-Recherchen nicht um Notverkäufe, doch sorgten sich insbesondere kleinere und mittlere Betriebe angesichts der Entwicklung zunehmend um ihr langfristiges Überleben. Inflation, Konsumzurückhaltung und Preiskämpfe haben vielen Mittelständlern zugesetzt. Viele Preiserhöhungen können nicht oder nur teilweise an die Kunden weitergeben, große Unternehmen hätten bessere Chancen, ihre Margen zu halten. Zudem fehlt es vielen KMU an der nötigen Finanzkraft, um zu investieren und zu wachsen. Falle eine große Handelskette als Abnehmer aus, gerieten viele Unternehmen in Existenznot, zitiert das Handelsblatt einen Branchenexperten. Problematisch seien die niedrigen Unternehmensbewertungen, insbesondere für kleinere Betriebe. „Schätzungsweise 15 bis 30 Prozent der Unternehmen finden keinen Käufer, der einen Preis bietet, zu dem sie verkaufen wollen“, so ein M&A-Experte im Handelsblatt.
Zwischen Aufsichtsrat und Vorstand herrschen oft unterschiedlichen Vorstellungen davon, was Erfolg für das Unternehmen bedeutet. Wie sie mit Hilfe von differenzierten Key Performance Indicators (KPIs) zu einem einheitlichen und prüfbaren Erfolgsverständnis gelangen.
Ein Gastbeitrag von Andreas Gämperli und Stephan Hostettler
Oft besteht zwischen Aufsichtsrat und Vorstand kein belastbares und gemeinsam getragenes Verständnis von Erfolg. Unterschiedliche Sichtweisen und Meinungen, was denn Erfolg ausmacht, führt oft zu einer Komplexität mit einer stetig wachsenden Anzahl von Zielen und Kenngrößen zur Performance-Beurteilung. Es wird zwar „richtig“ gerechnet, aber das Endresultat entspricht nicht immer dem Gesamteindruck der Performance aus Sicht des Aufsichtsrates. Wie kann nun eine solche Komplexität reduziert und gleichzeitig qualitative Faktoren systematisch in die Einschätzung zur Performance eingebunden werden?
