Künstliche Intelligenz hat einen Börsenhype ausgelöst – und damit einhergehend haben auch die Aktien führender KI-Entwickler schwindelerregende Bewertungen erreicht. Aber kommt KI auch in den Unternehmen an? Einige Beispiele, wie der Mittelstand die neue Technologie im Geschäftsalltag nutzen kann.
Mittelstand
Im ersten Halbjahr 2024 hat sich der KMU-Anleihemarkt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positiv entwickelt.
So gab es in der ersten Jahreshälfte insgesamt elf Emissionen – was drei mehr sind als in den ersten sechs Monaten 2023 – bei denen Anleihen von elf verschiedenen KMUs ausgegeben wurden. Davon waren fünf Neuemissionen. Das Gesamtvolumen der mittelständischen Wertpapierausgaben betrug rund 405 Mio. Euro. Ein satter Zuwachs um 43 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023.
Als wichtigsten Sektor für Emissionen bei KMUs hat die Studie der IR.on AG, wie schon in den vergangenen Jahren, den Energiesektor ausmachen können.
Vor dem Hintergrund der eingeläuteten Zinswende, ist allerdings davon auszugehen, dass der diesjährige Höhepunkt des KMU-Anleihemarkts schon erreicht worden sein dürfte.
Die längere Elternzeit von Müttern seit der Einführung des Elterngeldes 2007 hat langfristig keine negativen Auswirkungen auf KMUs.
Durch das Elterngeld – welches 2007 das Erziehungsgeld abgelöst hat – werden Elternteile meist mehr und länger vom Staat unterstützt. Das führt dazu, dass nur noch halb so viele Mütter bereits nach zwölf Monaten wieder in ihren Betrieb zurückkehren, wie noch zu Zeiten des Erziehungsgeldes. Für den Zeitraum ab dem 14. Monat, die maximale Auszahlungsdauer des Elterngeldes, sind die Zahlen zur Rückkehr ins Unternehmen jedoch konstant.
Um den Arbeitsausfall zu kompensieren, wird in 39 Prozent der Fälle auf Neueinstellungen gesetzt – interessanterweise werden meist ebenfalls junge Frauen akquiriert. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese über den Vertretungszeitraum hinaus, länger als zwölf Monate im Unternehmen verbleiben, ist im Übrigen genauso hoch, wie bei anderen Neuneingestellten. Das ist das Ergebnis einer neuen IAB-Studie.
Es zeigt sich außerdem, dass die kurzfristig entstehenden Beschäftigungslücken, dem Mittelstand langfristig nicht Schaden.
Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist eines der wichtigsten Förderprogramme für KMUs. Nun droht es an Potenzial einzubüßen.
Als Grund für die deutsche Bürokratie wird oft EU-Recht genannt, welches hierzulande umgesetzt werden muss. Experten bewerten die deutsche Umsetzung allerdings schon länger oft als strenger denn nötig. Das könnte nun auch wieder bei der neuen Anlage 6.4a der Fall sein, die die Beantragung von Fördermitteln durch das ZIM deutlich verkompliziert. Unternehmer fürchten, dass Förderanträge durch die neue Anlage weniger individuell betrachtet und bewertet würden. Das könnte dann zu Lasten der Innovationskraft des deutschen Mittelstandes führen, wie das Branchenmedium Markt & Mittelstand berichtet.
80 Prozent der deutschen Mittelständler kalkulieren für 2024 mit höheren Betriebsausgaben. Die steigenden Kosten werden meist weitergegeben.
Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einem Anstieg der Lohnkosten – teils sogar um mehr als zehn Prozent. Das Ausmaß wird deutlicher, wenn man bedenkt, dass Lohnkosten ohnehin rund ein Drittel der Gesamtausgaben für KMUs ausmachen. Als weitere Kostentreiber machen die hiesigen Mittelständler zum einen Rohstoffe und Vorprodukte aus, zum anderen bleibt auch das Thema Energiekosten präsent. Um die Mehrausgaben aufzufangen, gaben mehr als zwei Drittel der Befragten an, Preise erhöhen zu wollen oder dies bereits getan zu haben, wie das KfW-Mittelstandspanel zeigt. Außerdem setzen Unternehmen auf die Steigerung der Energieeffizienz zur Kostensenkung. Insgesamt sehen sich rund 70 Prozent in der Lage die Mehrkosten langfristig zu stemmen oder nicht stark von ihnen betroffen zu sein.
Fördermittel für Unternehmen: Die zerklüftete Förderlandschaft für den Mittelstand
Es gibt hunderte Förderprogramme für Unternehmen von EU, Bund, Bundesländern oder Stiftungen, viele davon richten sich an den Mittelstand. Doch nicht einmal jedes fünfte KMU nimmt Fördermittel in Anspruch. Trotz der Versprechungen und höherer Förderbudgets der Bundesregierung verbessert sich die Situation offenbar nicht. Im Gegenteil.
Nicht nur der deutsche Mittelstand hat international einen guten Ruf, auch die Art und Weise, wie Deutschland seine mittelständischen Unternehmen fördert, findet im Ausland Anklang. Beispielsweise werden deutsche KMU für das staatliche Förderprogramm ZIM beneidet. Das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“, kurz ZIM, soll Forschungs- und Entwicklungsprojekte beziehungsweise Innovationen von KMU mit Zuschüssen anschieben und am Laufen halten. Besonders gefördert werden dabei Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Derlei Projekte sind für die Unternehmen ohne Fördermittel oftmals zu teuer und damit zu riskant.
Für den deutschen Mittelstand ging es im zweiten Quartal bergauf. In fast allen Belangen zeigt die Formkurve nach oben.
Im Vergleich zum ersten Quartal, empfinden fast doppelt so viele Unternehmen ihre Lage als gut. Parallel sank die Zahl derer, für die es wirtschaftlich bergab ging, von 25 auf 15,5 Prozent. Ablesen lässt sich die positive Entwicklung auch an den Umsätzen: 38 Prozent der Befragten sprechen von einem wachsenden Umsatz – auch hier rund doppelt so viele, wie noch im ersten Quartal. Bei gut einem Viertel führte die Aufhellung auch zu einer Zunahme bei den eigenen Investitionen. Während die Beschäftigung insgesamt relativ konstant bleibt, zeigt die Befragung des Mittelstandsverbundes, dass einzig die Bürokratie den Unternehmen weiterhin zunehmend Probleme bereitet.
Was tun mittelständische Unternehmen gegen den Fachkräftemangel? Klar ist: Knapp die Hälfte der KMU hat konkrete Probleme, neue Mitarbeiter zu finden. Vor diesem Hintergrund sind auch bei Firmen, die aktuell noch keinen Fachkräftemangel verspüren, Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung gefragt. Laut aktueller Studie starten 94 Prozent der KMU Initiativen zur Mitarbeitergewinnung und -bindung. Hier die häufigsten Maßnahmen.
Einer Studie des Versicherers Gothaer zufolge sind flexible Arbeitszeiten das beliebteste Mittel im Mittelstand, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihr Unternehmen zu gewinnen oder Personal an sich zu binden. 49 Prozent der KMU bieten deshalb flexible Arbeitszeiten. Auf Platz zwei folgen mit jeweils 39 Prozent das Angebot, im Homeoffice zu arbeiten, sowie ein attraktives Gehalt. Platz vier ist eine betriebliche Alterversorgung (34 Prozent), gefolgt von der kostenlosen Bereitstellung von Getränken und Obst (28 Prozent). Für die Studie hat Gothaer 1022 Personen aus deutschen KMU befragt.
