Kein Tag vergeht, an dem in Deutschlands Unternehmen nicht über den Fachkräftemangel und damit verbunden über den War for Talents gesprochen wird. Im Rennen um die besten Talente reicht es aber schon lange nicht mehr, eine Stellenanzeige zu schalten und zu hoffen, dass der oder die Richtige unter den Einsendungen dabei ist. „Post and Pray“, das war einmal. Stattdessen müssen Unternehmen selbst aktiv werden: Active Sourcing oder Direct Sourcing sind aus der Recruiting-Welt nicht mehr wegzudenken. Kleine und mittelständische Unternehmen scheuen häufig noch den Weg über Karrierenetzwerke oder soziale Medien. Damit verpassen sie viele Chancen, High Potentials zu verpflichten. Ein Gastbeitrag von Klaus Becker, Gründer und geschäftsführender Partner der Personalberatung BECKER + PARTNER.
Gastbeiträge
Der vielzitierte Fachkräftemangel ist nicht in allen Regionen und Branchen sichtbar. Aber die demografische Entwicklung in den kommenden Jahren wird ihn verstärken. Wie können Arbeitgeber qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und vor allem langfristig an sich binden? Mitarbeiter-Benefits lautet die, ebenso vielzitierte, Antwort. Nicht jeder Benefit steht jedoch bei den Beschäftigten gleich hoch im Kurs – oder kann so ohne weiteres von mittelständischen Arbeitgebern umgesetzt werden. Auf der Wunschliste der Arbeitnehmer finden sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die betriebliche Altersvorsorge (bAV) als weiteres Standbein zur finanziellen Absicherung im Alter ganz oben, weit vor dem Firmenwagen oder Fitnessangeboten. Vorteile bringt die bAV nicht nur den Arbeitnehmern, auch für Arbeitgeber ist sie beim Wettbewerb um die besten Bewerber ein wesentliches Instrument, Stichwort Employer Branding. Ein Gastbeitrag von Michael Hoppstädter Geschäftsführer Kundenbetreuung, Beratung und Vertrieb bei der Longial GmbH.
Der Ukrainekrieg trifft den deutschen Mittelstand ins Mark. Höhere Beschaffungspreise und Lieferengpässe bei Energierohstoffen belasten kleine und mittelständische Unternehmen stärker als die Corona-Pandemie. Bereits im Zuge der Pandemie hatten Engpässe in internationalen Lieferketten dazu geführt, dass deutsche Mittelständler die meist vollen Auftragsbücher nur verzögert abarbeiten konnten. Die zusätzlich erhöhten Energiekosten gefährden nun ganze Geschäftsmodelle. Es drohen Drosselungen der Produktion, Abschaltungen von Großanlagen und Insolvenzen. Ein Gastbeitrag von Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V. (UVN).
Der Anteil der Gründerinnen von Start-ups liegt hierzulande derzeit bei lediglich 17,7 Prozent, die Gründerinnenquote allgemein ist mit 38 Prozent weiterhin rückläufig. Ein Grund dafür ist der Zugang zu Kapital für frauengeführte Unternehmen und Start-ups. Ein Gastbeitrag von Jasmin Arbabian-Vogel, Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen e.V. (VdU) und Geschäftsführerin der Interkultureller Sozialdienst GmbH.
Die neue Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die soziale Marktwirtschaft zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft weiterzuentwickeln. Unabhängig von dieser geplanten Transformation stehen die Unternehmen aber auch weiterhin vor der Herausforderung, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern und sich an den beschleunigten Strukturwandel anzupassen. Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn.
Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (kurz „FISG“) haben sich die Anforderungen an Unternehmen von öffentlichem Interesse, insbesondere bei der Umsetzung und Überwachung der Governance-Funktionen, verschärft. Für die Verschärfung war unter anderem der Wirecard-Skandal ausschlaggebend. Die Änderungen gehen dabei mit veränderten Pflichten für den Vorstand, aber vor allem für den Aufsichtsrat einher. Ein Gastbeitrag von Dr. Christoph Schmidt, Inhaber Audit Solutions
Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Die Pandemie hat schmerzvoll gezeigt, in welchen Bereichen in den letzten Jahrzehnten Fortschritt verschlafen wurde. Chancen wurden besonders vertan bei Digitalisierung, Energiewende und Bekämpfung des Fachkräftemangels. Im Eiltempo muss jetzt nachgebessert werden. Ein Gastbeitrag von Benjamin Schöfer, Referent für Wirtschaft & Politik beim Deutschen Mittelstands-Bund e.V. (DMB).
Von Benjamin Schöfer
Selten zuvor war es so zutreffend, bei einer Bundestagswahl von einer Richtungswahl zu sprechen. Für eine erfolgreiche Bewältigung unserer ökonomischen, sozialen und ökologischen Aufgaben muss die Perspektive von kleinen und mittleren Unternehmen miteinbezogen werden. Denn sie stellen mit über 99 Prozent den größten Anteil der Betriebe in Deutschland dar. Sie erwirtschaften mehr als 36 Prozent aller steuerpflichtigen Umsätze und stellen rund 60 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze.
Der Aufbau funktionierender E-Commerce-Konzepte ist eine der drängendsten Herausforderungen des mittelständischen Einzelhandels. Dabei kommt es nicht nur auf die technische Unterstützung stationärer Händler bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse an. Vielmehr gilt es, ihre Unabhängigkeit auch im Online-Handel nachhaltig zu sichern. Ein kritischer Blick auf die gegenwärtigen Wettbewerbsbedingungen ist dafür unabdingbar. Ein Gastbeitrag von Marius Müller-Böge, Referent für Mittelstandspolitik beim Mittelstandsverbund – ZGV e.V.
