Der KMU-Anleihemarkt ist in die Zeiten der Finanzkrise 2008/2009 entstanden. Damals sah sich der kreditfinanzierte Mittelstand in Deutschland plötzlich einer nie gekannten, extrem restriktiven Fremdkapitalvergabe der Banken ausgesetzt. Gleichzeitig führten gesunkene Leitzinsen auf Seiten von institutionellen wie auch privaten Investoren zu einem großen Anlagebedarf. So entstand ein neuer Markt für börsengehandelte Unternehmensanleihen – ein Markt, der zuvor allein Staaten, Versicherungen, Banken und ausgewählten Großkonzernen vorbehalten gewesen war. Ein Gastbeitrag von Frederic Hilke.
In diesem vorteilhaften Umfeld bewegten sich mittelständische Anleiheemittenten mehr als ein Jahrzehnt. Doch mit der harten Zinswende herrschen nun bisher unbekannte Rahmenbedingungen, die nicht ohne Folgen blieben. So verzeichnete der KMU-Anleihemarkt im Jahr 2022 das niedrigste Emissionsvolumen seit 2012. Auch beim Blick auf den US-Markt zeigte sich eine im Zuge der neuen Geldpolitik stark verringerte Emissionsaktivität bei Hochzinsanleihen.
Die neuste Edition einer von uns jährlich durchgeführten Studie gibt nun Überblick darüber, wie sich der deutsche Markt im Jahr 2023 entwickelt hat und welche Aussichten für 2024 bestehen.
