Die Wirtschaft in Deutschland geht in den nächsten Lockdown. Zwar sagt die Bundesregierung weitere finanzielle Hilfen für angeschlagene Unternehmen zu. Doch in der Vergangenheit kam die dringend benötigte Hilfe wegen bürokratischer Hürden bei den Unternehmen oft viel zu spät an. Besserung gibt es jedoch an anderer Stelle: KMU können sich mit Anleihen jetzt einfacher am Kapitalmarkt finanzieren.
Konjunktur
Um die negativen Auswirkungen des Coronavirus zu reduzieren, hat die Bundesregierung ihr Maßnahmenpaket für die Wirtschaft vorgestellt – unter anderem sind hohe Kredithilfen, Kurzarbeitergeld und Steuererleichterungen vorgesehen. Doch auf ihren Lorbeeren ausruhen sollte die Regierung sich jetzt nicht.
Wegen der Corona-Krise rutscht Deutschland in diesem Jahr in eine wirtschaftliche Rezession – vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) brechen derzeit die Aufträge weg. Messen werden abgesagt, Lieferungen aus Fernost kommen nur verzögert an, Kaufhäusern fehlt die Kundschaft und der Versand aus dem Lager wird vielerorts stark eingeschränkt. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung gehören 3,64 Millionen Firmen zum deutschen Mittelstand. Sie sind Deutschlands Jobmotor und beschäftigen knapp 32 Millionen Menschen.
Der Mittelstand hatte in den vergangenen Monaten mit einigen Unruheherden zu kämpfen. Neben dem Handelsstreit zwischen den USA und China schwebte auch das monatelange Gerangel rund um den Brexit wie ein Damoklesschwert über heimischen KMU. Mit dem Coronavirus kommt der nächste Krisenherd auf den Mittelstand zu. Problematisch ist vor allem der ungewisse, weitere Verlauf des Virus. Grund zur Panik besteht aber noch nicht.
Beschaffung, Produktion, Absatz – deutsche Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren stark gen Fernost orientiert. Nun zeigt uns die Globalisierung eine ihrer Schattenseiten: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China mussten Fabriken vorübergehend geschlossen werden. Das versetzt nicht nur dem chinesischen Wachstumsmotor einen enormen Dämpfer, auch deutsche KMU bekommen die Auswirkungen des Coronavirus im Reich der Mitte zu spüren. Viele Mittelständler haben in China Niederlassungen, die für die deutschen Werke produzieren.
Der heimische Konjunkturmotor reduzierte zuletzt ein wenig seine Drehzahl – und auch die Aussichten erscheinen nicht allzu rosig. Weshalb der Mittelstand dennoch gerade jetzt investieren und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen sollte.
Am Konjunkturhimmel sind einige dunkle Wolken aufgezogen. Die Kurve des ifo-Geschäftsklimaindex, der wichtigste Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, bewegt sich seit 2018 nach unten. Im Zuge der sich global eintrübenden Industriekonjunktur, des Handelsstreits zwischen USA und China sowie des nicht enden wollenden Brexit-Chaos hat sich auch bei den deutschen Mittelständlern die Stimmung spürbar verschlechtert.
Seit die Talsohle der letzten Wirtschaftskrise durchschritten ist, wird permanent vor der erneuten drohenden Rezession gewarnt. Auch dank andauernder politischer Chaos-Zustände sieht es tatsächlich nicht allzu rosig aus. In Panik sollten deutsche Mittelständler nun aber nicht verfallen – vorausgesetzt, KMU stellen schon jetzt die Weichen für einen langfristigen Wachstumskurs.
Die Krise scheint inzwischen Dauerzustand zu sein. Kaum ein Land, in dem es keine politischen Querelen gibt, das nicht in irgendeiner Form unzufrieden ist mit internationalen Beziehungen, das nicht eigene Interessen durchsetzen will, um die Wirtschaft zu beleben.
Der Mittelstand wird 2019 mit der einen oder anderen Herausforderung zu kämpfen haben, da sind sich nahezu alle Experten einig. Einige Mittelständler blicken besonders pessimistisch auf die kommenden Monate, doch bei weitem nicht alle KMU – und das ist auch gut so.
Das jüngste KfW-ifo-Mittelstandsbarometer legt nahe, dass es deutschen KMU gut geht. Vielleicht zu gut? Die Prognose der Bundesregierung für die deutsche Wirtschaft sowie der Ausblick des IWF für die Weltwirtschaft zeichnen nämlich aktuell ein etwas skeptischeres Bild.
Entspannt sich der internationale Handelsstreit, läuft es wieder rund bei KMU. Diese Gleichung wird zur Milchmädchenrechnung und könnte einige Unternehmen nachlässig werden lassen – ein Fehler gleich in mehrfacher Hinsicht!
Wie stark deutsche KMU von den Entwicklungen im internationalen Handelsstreit beeinflusst werden, zeigen nicht zuletzt die Zahlen des jüngsten KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. Kaum ist ein vorläufiger Waffenstillstand im Konflikt zwischen den USA und der EU vereinbart, wächst der Optimismus im deutschen Mittelstand; so legt der Geschäftsklima-Index zum zweiten Mal nacheinander zu, diesmal um 2,6 auf 17,3 Punkte. Noch deutlicher steigen die Erwartungen, sie klettern um 4,8 auf 7,1 Punkte. Grundsätzlich zeigen sich die KMU mit der aktuellen Entwicklung sehr zufrieden, worauf nicht zuletzt die 28,2 Punkte aus der Lagebeurteilung hindeuten, ein auch im historischen Vergleich hoher Wert. Kurzum: Es sieht momentan alles sehr entspannt aus bei den deutschen Mittelständlern.
