Nach Jahren der Zurückhaltung könnte das Börsenjahr 2026 zu einem Wendepunkt für den internationalen IPO-Markt werden. In den USA rechnen Marktbeobachter mit einem außergewöhnlich starken Jahr – getragen von einem Nachholeffekt nach dem Regierungsshutdown und einer wachsenden Zahl reifer Börsenkandidaten. Bereits 2025 hatte der Markt wieder an Dynamik gewonnen, 2026 könnten Volumen und Zahl der Börsengänge neue Rekorde erreichen.
Im Mittelpunkt der Erwartungen stehen große Technologieunternehmen. Besonders SpaceX gilt als möglicher Eisbrecher: Der Raumfahrtkonzern könnte mit einem Börsengang nicht nur der größte des Jahres werden, sondern sogar historische Maßstäbe setzen. Als zentraler Wachstumstreiber gilt das Satellitennetz Starlink, während offen bleibt, ob das gesamte Unternehmen oder nur einzelne Sparten an die Börse gebracht werden. Auch im Bereich Künstliche Intelligenz richten sich die Blicke auf potenzielle IPOs. Während OpenAI einen Börsengang noch aufschiebt, könnte Konkurrent Anthropic früher den Schritt wagen und damit ein wichtiges Signal für den gesamten Sektor senden.
Wie das Handelsblatt berichtet, rücken neben Zukunftsthemen auch etablierte Unternehmen in den Fokus. In den USA werden mit Fannie Mae und Freddie Mac zwei Schwergewichte der Immobilienfinanzierung als mögliche Kandidaten gehandelt. In Deutschland und Europa setzt der IPO-Markt auf ein Comeback in kleineren Dimensionen. Etwa mit Unternehmen wie TK Elevators, KNDS oder Celonis. Unterstützt wird die Entwicklung durch wachsenden Verkaufsdruck bei Finanzinvestoren, die nach Jahren der Flaute wieder Rückflüsse erzielen wollen. Entscheidend dürfte dabei sein, ob frühe Börsengänge Vertrauen schaffen und weitere Emissionen nach sich ziehen.
