ESG-Aspekte spielen in Kreditverhandlungen des Mittelstands bislang nur eine untergeordnete Rolle, gewinnen aber zunehmend an Bedeutung. Zwar wird das Thema weiterhin nur bei rund jedem siebten Kreditgespräch kleiner und mittlerer Unternehmen angesprochen, doch insbesondere größere KMU sowie Unternehmen aus Industrie, Bau und Handel rücken stärker in den Fokus der Banken. Hintergrund sind steigende Anforderungen an Transparenz und Risikobewertung im Zuge der nachhaltigen Transformation der Wirtschaft.
Während Nachhaltigkeit bei sehr kleinen Unternehmen nur selten Teil von Kreditverhandlungen ist, zeigt sich bei größeren KMU ein klarer Trend: In Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten wurde das Thema zuletzt in mehr als jedem dritten Kreditgespräch adressiert. Auch in Branchen mit höherer Klimarelevanz nahm die Häufigkeit entsprechender Nachfragen deutlich zu. Banken verlangen dort zunehmend Informationen zu Nachhaltigkeitsprofilen und ESG-Aspekten.
Zugleich beeinflussen Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend die Kreditbedingungen. Banken berichten, dass klimabedingte Risiken restriktiv auf die Kreditvergabe an Unternehmen mit hohen Emissionen wirken, während nachhaltiger aufgestellte Betriebe eher von günstigeren Konditionen profitieren. Auch wenn mögliche Vereinfachungen der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung den bürokratischen Aufwand senken sollen, bleibt der Informationsbedarf der Banken bestehen und somit relevant für die Unternehmensfinanzierung. Darauf weisen aktuelle Auswertungen des KfW-Mittelstandspanels hin. Für KMU wird es damit wichtiger, sich systematisch mit dem eigenen Nachhaltigkeitsprofil auseinanderzusetzen und relevante Daten bereitzuhalten, auch ohne formale Berichtspflicht.
