KMUs blicken mit Sorge auf ihre internationale Position. Viele befürchten, dass ihre globale Stärke in den kommenden Jahren nachlässt. Ausschlaggebend dafür sind sowohl die anhaltend schwache Konjunktur, Handelsrisiken und hohe Kosten als auch der technologische Aufholprozess asiatischer Wettbewerber, die in Schlüsselbereichen wie Batterietechnologie oder Chemie inzwischen auf Augenhöhe agieren.
Gleichzeitig reagieren viele Unternehmen mit einer klaren strategischen Verschiebung: Investitionen und Personalaufbau finden zunehmend im Ausland statt – insbesondere in Asien und Nordamerika. Der Anteil der Investitionen, die in Deutschland verbleiben, soll bis 2030 deutlich sinken, während sogar jeder zweite Mittelständler hierzulande mit Stellenabbau rechnet. Sichtbar wird das auch in konkreten Fällen: Unternehmen wie Wilo oder EBM-Papst verstärken Forschung und Produktion im Ausland, während Firmen wie Vorwerk am deutschen Stammsitz Personal reduzieren.
Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen: Fachkräftemangel, interne Transformationshemmnisse und Effizienzgewinne durch neue Technologien. Viele Unternehmen gestehen sich zu langsame Entscheidungen und Innovationsprozesse ein; externe Investoren übernehmen zunehmend die Rolle der Modernisierungstreiber.
Die Einschätzungen basieren auf einer aktuellen Befragung mittelständischer Unternehmen durch die Beratungsgesellschaft Horváth sowie weiteren Branchenbeobachtungen, über die das Handelsblatt berichtet. Sie zeichnen ein deutliches Bild: Der globale Wettbewerb verschärft sich und der Mittelstand steht vor tiefgreifenden Veränderungsprozessen.
