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Mehr Kredite für den Mittelstand, aber Vorsicht bleibt

von Lieselotte Hasselhoff 10/09/2025

Die wirtschaftliche Lage des deutschen Mittelstands bleibt angespannt, trotz leicht gestiegener Kreditvergabe. Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) sank der Umsatz im Mittelstand im ersten Halbjahr 2025 um vier Prozent, das Betriebsergebnis sogar um 13 Prozent, während die Umsatzrendite nur noch bei vier Prozent liegt.

Sparkassenpräsident Ulrich Reuter betont, dass die Eigenkapitalquote mit durchschnittlich 38 Prozent zwar Stabilität zeige, die Risiken jedoch deutlich zunähmen. Besonders betroffen seien Metall- und Fahrzeugbau sowie Maschinenbau, während das Baugewerbe leichte Umsatzzuwächse verzeichnen konnte. Trotz Investitionszurückhaltung wurden im ersten Halbjahr 2025 rund 43,1 Milliarden Euro an neuen Krediten vergeben, ein Plus von 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Reuter warnte jedoch davor, dass dies kein kurzfristiges „Strohfeuer“ bleiben dürfe. Er forderte eine mutige Reformagenda, die weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sowie eine gezielte Nutzung von Digitalisierung und Zuwanderung umfasst. Auch Sozialreformen in Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung seien dringend notwendig. Darüber hinaus hob der Sparkassenpräsident die Bedeutung privaten Kapitals für die Infrastruktur hervor, etwa im Rahmen des Sondervermögens „Infrastruktur und Klimaneutralität“ über 500 Milliarden Euro. Dieses könne allein jedoch keine langfristige Zukunftssicherung gewährleisten, wenn unrealistische Bankenregulierungen Investitionen behindern. Insgesamt zeigt sich, dass der Mittelstand zwar widerstandsfähig bleibt, aber auf echte politische und strukturelle Reformen angewiesen ist, um langfristig stabil zu bleiben.

10/09/2025 0 Kommentare
Börsennotierung: Deutsche und österreichische Unternehmen zieht es ins Ausland
FinanzierungMittelstand

Wo deutsche und österreichische Unternehmen börsennotiert sind

von Holger Clemens Hinz 09/09/2025

Deutschland gehört wirtschaftlich zu den Schwergewichten der Welt: Exportweltmeister, Technologietreiber, Heimat globaler Marktführer. Doch beim Blick auf die Börsenlandschaft zeigt sich ein anderes Bild. Während deutsche und ebenso österreichische Unternehmen international in der Champions League spielen, wirkt ihr Heimatkapitalmarkt eher wie die zweite Liga. Besonders deutlich wurde das im Jahr 2023, als der Gasspezialist Linde als echten Tiefpunkt endgültig der Frankfurter Börse den Rücken kehrte.

Von Holger Clemens Hinz

Linde – ein Lehrstück für den Standortnachteil

Linde war bis dahin das wertvollste Unternehmen im DAX. Nach der Fusion mit Praxair 2018 hatte die neue Linde plc zwar noch ein Zweitlisting in Frankfurt, doch der Fokus lag längst auf der Börsennotierung in New York. Das Handelsvolumen dort war höher, die Bewertung besser. Als die Aktionäre 2023 für das Delisting in Frankfurt stimmten, war das ein Schock für viele Börsenbeobachter – und ein Symbol: Der deutsche Kapitalmarkt kann mit den USA nicht mithalten. Seitdem ist Linde im S&P 500 vertreten und hat seine Marktkapitalisierung von rund 150 auf knapp 200 Milliarden Euro gesteigert.

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09/09/2025 0 Kommentare
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EU will Vergabe für den Mittelstand fairer machen

von Lieselotte Hasselhoff 08/09/2025

Das Europäische Parlament wird am 9. September 2025 über einen Initiativbericht des Binnenmarktausschusses (IMCO) abstimmen, der die sogenannte Losvergabe als Regelfall bei öffentlichen Aufträgen vorsieht.

Ziel der Reform ist es, kleinen und mittleren Handwerksbetrieben den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen zu erleichtern. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) mit Generalsekretär Holger Schwannecke ruft die Abgeordneten dazu auf, dem Bericht zuzustimmen und damit den Mittelstand zu stärken. Hintergrund ist, dass große, gebündelte Aufträge bislang vor allem für größere Konzerne attraktiv sind, während kleinere Betriebe oft ausgeschlossen bleiben. Durch die verpflichtende Aufteilung in kleinere Auftragslose könnten mehr regionale und handwerkliche Unternehmen zum Zug kommen. Nach der Abstimmung liegt der Ball bei der EU-Kommission: Sie soll ihren für Ende 2026 geplanten Vorschlag zur Reform der Vergaberichtlinie nutzen, um den Grundsatz der verpflichtenden Losvergabe als Standard europaweit zu verankern und damit den fairen Wettbewerb zu fördern.

08/09/2025 0 Kommentare
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Reform soll Betriebsrenten für KMU attraktiver machen

von Lieselotte Hasselhoff 05/09/2025

Das Bundeskabinett hat am 3. September den Entwurf für das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz verabschiedet. Ziel ist es, die betriebliche Altersversorgung (bAV) neben der gesetzlichen Rente auszubauen und Mittelstand sowie KMUs die Einführung einer Betriebsrente zu erleichtern.

Mit höheren Förderungen, vereinfachtem Zugang und mehr Flexibilität will die Bundesregierung Betriebsrenten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) attraktiver machen und insbesondere die Altersvorsorge von Beschäftigten mit geringem Einkommen verbessern. Zum einen will die Regierung die Einkommensgrenzen für die Förderung nach oben verschieben und fortlaufend anpassen, zum anderen die Förderbeträge selbst erhöhen. Menschen mit geringem Einkommen sollen eine höhere Förderung erhalten, wenn ihnen der Arbeitgeber eine bAV anbietet. Zudem sollen künftig auch nicht nur Mitarbeiter in Unternehmen mit Tarifvertrag von einer bAV profitieren, sondern auch Angestellte von Betrieben ohne großen Tarifvertrag. Damit die angesparte betriebliche Altersversorgung eine höhere Verzinsung erhält, will die Bundesregierung  auch die bislang strengen Anlagerichtlinien lockern. Die genannten Maßnahmen sollen auch helfen, die Attraktivität von KMU als Arbeitgeber zu erhöhen.

05/09/2025 0 Kommentare
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Mittelstand braucht neue HR-Strategien gegen Fachkräftemangel

von Lieselotte Hasselhoff 03/09/2025

Der deutsche Mittelstand sieht sich zunehmend mit Fachkräftemangel und demografischem Wandel konfrontiert.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und Talente zu gewinnen, empfiehlt KPMG vier zentrale Strategien:

1. People Enablement: maßgeschneiderte Weiterbildungsprogramme, die über reines Training hinausgehen und echtes Wachstum ermöglichen. Besonders wirksam ist laut KPMG die emotionale Bindung: Mitarbeitende, die stolz auf das Produkt sind und an dessen Entstehung beteiligt werden, fühlen sich als Teil des Ganzen. Praktische Beispiele wie gemeinsame Produktlaunch-Feiern mit Stickern, Postern oder Werbekampagnen verstärken diese Identifikation.

2.  Digitalisierung & Innovation: moderne Technologien und Automatisierung können Produktionsprozesse effizienter gestalten und moderne Arbeitswelten attraktiv machen. Viele Mittelständler jedoch kämpfen mit fragmentierten Systemen, fehlender Integration oder rudimentärem Einsatz von KI. KPMG betont, dass eine ganzheitliche IT-Infrastruktur dafür essenziell ist. 

3. Compensation & Benefits: Da große Konzerne oft finanziell nicht zu übertreffen sind, empfiehlt KPMG KMUs, attraktivere Zusatzleistungen (z. B. im Gesundheitsbereich) zu bieten, um niedrigere Gehälter auszugleichen und die Wertschätzung der Mitarbeitenden zu steigern

4. Einheitliche & standardisierte Prozesse: Transparente und standardisierte Abläufe schaffen Klarheit, fördern Teamarbeit und reduzieren Fehler. Das wirkt sich positiv auf Effizienz und Wachstum aus.

Das Ziel dieser Maßnahmen: Tradition und Werte des Mittelstands mit modernen Arbeitskonzepten zu verbinden – um Fachkräfte zu binden, Nachwuchs zu sichern und im Wettbewerb um Talente langfristig bestehen zu können.

03/09/2025 0 Kommentare
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Mittelstand droht ohne KI Innovationslücke

von Lieselotte Hasselhoff 01/09/2025

Der deutsche Mittelstand steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Eine aktuelle Analyse, veröffentlicht am 30. August 2025, zeigt: Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen deutsche Unternehmen jetzt den KI-Turbo.

Gemeint ist nicht der Einsatz riesiger, rechenintensiver Sprachmodelle, wie sie in den USA oder China dominieren, sondern maßgeschneiderte Small Language Models (SLMs) und branchenspezifische KI-Lösungen. Diese können Prozesse effizienter machen, Ressourcen sparen und gleichzeitig datensouverän arbeiten. Hintergrund ist zunehmender Druck: hohe Energiepreise, wachsende Steuerlast, Bürokratie und sinkende Gründungszahlen schwächen die Wirtschaftskraft. Laut einer OECD-Studie fällt Deutschland im Digitalisierungsgrad international zurück. Künstliche Intelligenz gilt daher als strategisches Thema, das nicht länger als reines IT-Projekt betrachtet werden darf. Doch es fehlt vielerorts an Know-how, klaren Umsetzungsplänen und vor allem am Commitment aus der Chefetage. Im Magazin Focus warnen Experten: Wer wartet, riskiert, den Anschluss endgültig zu verlieren – und damit auch die Zukunftsfähigkeit von Millionen Arbeitsplätzen, die direkt am Mittelstand hängen. KI ist damit nicht nur eine technologische, sondern eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit, die über den Standort Deutschland entscheidet.

01/09/2025 0 Kommentare
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Geschäftsklima im Mittelstand rutscht nach fünf Anstiegen ab

von Lieselotte Hasselhoff 29/08/2025

Im August 2025 hat sich die Stimmung im deutschen Mittelstand nach fünf Anstiegen erstmals wieder eingetrübt. Laut dem aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer sank der Geschäftsklimaindex auf –13,1 Punkte.

Betroffen sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen, besonders im Dienstleistungssektor, aber auch im Einzelhandel und im verarbeitenden Gewerbe. Leicht positiver entwickelte sich die Lage hingegen im Bauhauptgewerbe und im Großhandel. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang sind die zuletzt getroffenen Zollvereinbarungen mit den USA, deren Wirkung viele Unternehmen offenbar skeptisch beurteilen. Zudem verschlechterten sich die Exporterwartungen deutlich. Trotz der aktuellen Eintrübung rechnet KfW-Chefvolkswirt Dr. Dirk Schumacher damit, dass sich die Stimmung zum Jahresende wieder aufhellt – insbesondere durch ein angekündigtes Fiskalpaket und stark steigende Staatsausgaben im Jahr 2026, die die Konjunktur stützen sollen.

29/08/2025 0 Kommentare
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MIT-Studie: 95 Prozent der KI-Projekte zur Umsatzsteigerung scheitern

von Lieselotte Hasselhoff 27/08/2025

Einer Studie der renommierten Technologie-Hochschule MIT in den USA zufolge laufen 95 Prozent aller generativen KI-Pilotprojekte in Unternehmen zur Steigerung des Umsatzwachstums ins Leere.

Die Hauptursache dafür sei, dass generische KI-Tools für Prozesse in Unternehmen ungeeignet seien. Sie würden sich aufgrund ihrer Flexibilität hervorragend für die Unterstützung von Einzelpersonen eignen, seien aber nicht gut darin, aus Arbeitsabläufen zu lernen oder sich an diese anzupassen. Das berichtet der Industrieanzeiger. „Was die MIT-Forscher herausgefunden haben, bestätigt unsere Erfahrungen“, erklärt Michael Wintergerst, Chief AI Officer beim Unternehmensdienstleister Proalpha. Demnach funktionierten vorgefertigte Standard-KI-Lösungen oft besser als spezifische, angepasste KI-Tools. „Das ist für den industriellen Mittelstand wirklich ein Gamechanger“, so Wintergerst. Weil gerade im industriellen Umfeld die IT-Infrastruktur oft schon Jahrzehnte alt sei und entsprechende Schnittstellen zu vorhandener Software fehlten, sei eine nahtlose Integration von KI-Tools häufig nicht möglich. In der Folge scheitern viele KI-Projekte weniger an der Technologie, sondern primär an mangelnder Datenqualität, fehlenden technischen Voraussetzungen und organisatorischen Faktoren.

 

27/08/2025 0 Kommentare
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Direktor Kapitalmarktgeschäft

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Leiter Institutionelles Research

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