Viele Anleger verbinden den Blick auf das neue Jahr mit der Hoffnung, endlich die Corona-Pandemie hinter sich zu lassen und wieder ein Stück Normalität zurückzugewinnen. Zugleich markiert 2022 einen Wendepunkt am Kapitalmarkt: Die Ära geringer Inflation und niedriger Zinsen wird aller Voraussicht nach enden.
Jerome Powell ist nicht zu beneiden: Der US-Notenbankchef muss in diesem Jahr die Inflation dämpfen, ohne den konjunkturellen Aufschwung zu gefährden – ein Balanceakt, der einer Quadratur des Kreises gleichkommt. Zwar haben die Finanzmärkte ein Jahr nach der Entdeckung von Corona-Impfstoffen die Pandemie bereits weitgehend hinter sich gelassen. Doch die Wirtschaft kämpft nach wie vor mit den unterbrochenen Lieferketten. Gleichwohl gehen die meisten Analysten zumindest mittelfristig von einer Fortsetzung der starken wirtschaftlichen Entwicklung aus. Demnach könnten die wichtigsten Industriestaaten bis Ende 2022 wieder vorpandemische Produktionsniveaus erreichen. Laut der aktuellen Prognose des ifo-Instituts dürfte hierzulande die Konjunktur im ersten Quartal noch stagnieren, bevor dann im Sommer eine deutliche Erholung einsetzt.
