Der Fachkräftemangel in Deutschland setzt sich fort. Insbesondere die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist angespannt. Laut dem Berufsbildungsbericht 2022 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist die Zahl der Berufsanfänger im vergangenen Jahr zwar leicht um 1,2 Prozent auf 473.100 gestiegen. Allerdings blieben zum Ausbildungsstart im September letzten Jahres 63.200 Ausbildungsstellen unbesetzt. In den kommenden Jahrzehnten soll sich die Lage aufgrund der Überalterung und geburtenschwacher Jahrgänge verschärfen.
Digitalisierung
Schon seit Jahren geht im deutschen Mittelstand das Gespenst der Digitalisierung um. Nach einer vorläufigen Belebung durch die Corona-Pandemie droht die Entwicklung derzeit wieder ins Stocken zu geraten. Vor allem in der Automatisierung laufen KMU dem Trend weiterhin hinterher. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, müssen Unternehmer gerade jetzt auf Innovation setzen.
Die Digitalisierung im deutschen Mittelstand hat durch die Corona-Pandemie einen gewaltigen Schub erlebt. Der äußere Zwang zu Home Office und Videokonferenzen brachte auch bislang wenig digitalisierte Unternehmen dazu, ihre lang gehegten Vorurteile über Bord zu werfen. Allerdings wird das Potenzial bislang nicht voll ausgeschöpft, vor allem in der Automatisierung von Prozessen.
Schwarzer Bildschirm, blockierter Login und ein Erpresserbrief – das Horrorszenario gezielter Cyberangriffe treibt längst nicht mehr nur Großunternehmen um. Auch der Mittelstand ist betroffen: Jedes vierte mittelständische Unternehmen war schon mal Opfer eines Angriffs aus dem Netz. Zwölf Tipps, wie KMU sich schützen können.
Mit zunehmender Digitalisierung in Zeiten von Homeoffice und Co. erhöht sich auch im Mittelstand die Gefahr digitaler Angriffe. Zwar setzen immer mehr KMU deshalb auf Sicherheitsmaßnahmen, doch bleibt mehr als ein Drittel der Mittelständler beim Thema Cyber-Sicherheit weiterhin inaktiv. Cyberkriminelle Vorfälle gehören laut Allianz Risk Barometer 2022 zu den größten Gefahren, die deutsche Unternehmer fürchten, getoppt nur noch von Betriebsstörungen wie Ausfällen in der Lieferkette.
Mittelständische Firmen haben das, was Jungunternehmen oft (noch) fehlt: finanzielle Mittel, Kundennetzwerke und Reputation. Viele Start-ups würden deshalb gerne mit Unternehmen zusammenarbeiten. Doch bei der Zahl der Kooperationen ist noch Luft nach oben. Dabei könnten gerade KMU davon profitieren – beispielsweise, um ihren Rückstand bei der Digitalisierung aufzuholen.
Bei der Digitalisierung hängen mittelständische Unternehmen in Deutschland hinterher. Wo große Firmen eigene Entwicklungsabteilungen unterhalten, fehlen in kleinen und mittelgroßen Unternehmen oft das nötige Knowhow, die Zeit und das Budget für den Wechsel in die Industrie 4.0. Große Firmen verfügen über mehr Ressourcen, um beispielsweise Arbeitsprozesse mithilfe digitaler Software zu optimieren. Damit KMU von den Großen langfristig nicht abgehängt werden, müssen sie andere Wege gehen. Viele etablierte Mittelständler kooperieren deshalb mit innovativen Jungunternehmern. Laut einer Studie, die im Herbst 2021 veröffentlicht wurde, haben rund ein Drittel von insgesamt 250 befragten Unternehmen bereits mit Start-ups zusammengearbeitet.
Werbetrends im deutschen Mittelstand: Mehrheit der KMU planen Budget für Onlinewerbung ein
Große Firmen nutzen schon lange Onlinewerbung, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. KMU waren bei den Themen Social Media, Google-Werbung und Suchmaschinenoptimierung (SEO) lange Zeit eher zögerlich. Doch das scheint sich zu ändern. Aus gutem Grund, denn mit der richtigen Strategie bietet Online-Werbung gerade für mittelständische Unternehmen große Chancen.
Onlinewerbung wird immer wichtiger: Eine aktuelle Studie zeigt, dass mehr als jedes dritte KMU 2022 sein Marketing-Budget aufstocken will. Insbesondere in Onlinewerbung soll deutlich mehr investiert werden. Außerdem wollen Unternehmen ihre Präsenz in den sozialen Medien verstärken. Auch Suchmaschinenoptimierung und -werbung stehen im Fokus der Marketingmaßnahmen.
Das Homeoffice wird auch nach der Corona-Pandemie ein fester Bestandteil der neuen Arbeitswelt bleiben. Zwar sind viele Unternehmen noch skeptisch, allerdings können KMU mit dem Konzept auf lange Sicht Geld sparen. Etwa indem sie Büroflächen und Energiekosten reduzieren.
Das Homeoffice hat in den vergangenen zwei Jahren in vielen mittelständischen Unternehmen einen Schub gemacht. So arbeiten mittlerweile mehr als doppelt so viele Beschäftigte im Homeoffice als vor zwei Jahren. Trotzdem besteht noch Luft nach oben – zu diesem Schluss kommen zumindest das ifo-Institut und das Institut für angewandte Sozialwissenschaften in einer gemeinsamen Studie. Demnach könnten Firmen in Deutschland rund 56 Prozent der Arbeitsplätze zumindest teilweise ins Homeoffice verlegen. Die Realität sieht aber noch anders aus: Im Juni 2021 lag die Homeoffice-Quote bei lediglich 28 Prozent.
Lange wurde um die Bildung gestritten. Tatsächlich sollten Bildungspolitiker und KMU für die Zukunft der jungen Generation streiten. Worauf es dabei ankommt und welche Rolle kleine und mittlere Unternehmen dabei spielen können.
Der Begriff des Fachkräftemangels suggeriert, dass Unternehmen mit dieser Situation leben müssen. Doch häufig ist der Fachkräftemangel im Mittelstand ein hausgemachtes Problem. Wie vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit den Herausforderungen umgehen sollten.
