Die Fördermaßnahmen der öffentlichen Hand für die Wirtschaft sind einer aktuellen OECD-Studie zufolge unausgewogen. Gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass viele Fördermittel an Großkonzerne fließen und auch Start-ups aus dem Technologiebereich auf vielfältige Förderangebote zurückgreifen können. Es gebe aber eine signifikante Lücke im Bereich etablierter Mittelständler mit Wachstumspotenzial, sofern sie nicht in technologieintensiven Sektoren angesiedelt sind oder einen Nachhaltigkeitsfokus haben. Insbesondere die KMU sind es jedoch, von denen eine erfolgreiche Transformation der Wirtschaft wesentlich abhängt. Hier sei das Angebot an öffentlichen Finanzhilfen für den Mittelstand lückenhaft und unübersichtlich.
IPO
Das Rettungskonzept für den angeschlagenen Batteriehersteller Varta hat Anleger und Aktionärsschützer empört, weil Inhaber von Varta-Aktien leer ausgehen sollen. Solche „Rettungen“ sollte der Gesetzgeber für die Zukunft verhindern.
Jedes Aktiengeschäft kann zum Totalverlust führen. Denn ein Aktienkurs kann im Extremfall auf null fallen. Normalerweise passiert das, wenn ein Unternehmen in die Insolvenz rutscht und abgewickelt wird. Doch im Fall der Varta-Aktie war es anders. Das Unternehmen war aus verschiedenen Gründen in Schieflage geraten und will sich nun selbst retten. Normalerweise wäre das für Aktionäre, die ohnehin schon dramatische Kursverluste mit der Varta-Aktie erlitten haben, eine gute Nachricht. Gelingt die Rettung, würde sich der Kurs der Varta-Aktie, die seit Jahresbeginn mehr als 90 Prozent ihres Wertes einbüßte, schnell wieder erholen und die Verluste der Anleger damit deutlich schrumpfen. Doch bei Varta sollen die freien Aktionäre ihre Varta-Aktien schon vorher komplett abschreiben.
Das Emissions- und Platzierungsvolumen am deutschen Markt für KMU-Anleihen steigt deutlich über Vorjahresniveau.
Ein Gastbeitrag von Frederic Hilke
In einem insgesamt herausfordernden Kapitalmarktumfeld, das in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht von geopolitischen und makroökonomischen Widerständen geprägt war, verzeichnete der deutsche Markt für KMU-Anleihen in der ersten Jahreshälfte 2024 entsprechend der internationalen High Yield-Anleihemärkte deutliche Erholungstendenzen und zeigte sich durch kräftig gestiegene Platzierungsvolumina aufnahmefähiger als noch ein Jahr zuvor.
Eine neue Studie „Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit“ unter deutschen Unternehmen und ihren Mitarbeitern hat vertane Chancen im Zusammenhang mit der Umsetzung der ESG–Kriterien ausgemacht. Ökologische Nachhaltigkeit und Diversität wirken sich positiv auf Mitarbeitende und Unternehmen aus, sind in deutschen KMU aber erst teilweise verankert.
Der Zeag-Studie zufolge erhöht eine stark ökologieorientierte Führung die Unternehmensleistung um 21 Prozent und die Mitarbeiterzufriedenheit um 20 Prozent, insbesondere in der Generation Z. Aber erst sechs Prozent der Unternehmen können sich bislang einen solchen Führungsstil auf die Fahnen schreiben.
Ein Börsengang (Initial Public Offering, IPO) markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Unternehmensgeschichte und stellt gleichzeitig eine immense Herausforderung dar. In diesem vielschichtigen Prozess nimmt die PR-Agentur eine zentrale Position ein, um den Erfolg des Börsengangs maßgeblich zu beeinflussen.
Ein Gastbeitrag von Klaus Rainer Kirchhoff und Jens Hecht
Etwa 90 Prozent der Vorbereitungszeit für einen IPO fließen in Due Diligence, Jahresabschlüsse und die Erstellung des Wertpapierprospekts. Doch letztendlich ist es die überzeugende Kommunikation der Equity Story, die über den Erfolg entscheidet. Hier entfaltet sich die Schlüsselrolle der PR-Agentur: Sie transformiert die nüchternen Fakten in eine fesselnde Unternehmenserzählung, die potenzielle Investoren begeistert und das Fundament für einen erfolgreichen Börsengang legt.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat in Berlin die neue „Bundesförderung Industrie und Klimaschutz“ (BIK) vorgestellt. Das Programm schließt eine Förderlücke und unterstützt klimafreundliche Projekte im Mittelstand.
Die BIK soll die Umstellung auf klimafreundliche Prozesse im Mittelstand mit Fördermitteln in Höhe von 3,3 Milliarden Euro bis 2030 unterstützen. Das berichtet unter anderem die Tagesschau. Voraussichtlich ab September können KMU drei Monate lang ihre Klimaschutzprojekte einreichen. Unternehmen, die ihren CO2-Ausstoß um 40 Prozent reduzieren wollen, sollen maximal 200 Millionen Euro erhalten. Auch Investitionen in die Abscheidung, Speicherung und Nutzung von CO2 sollen mit bis zu 30 Millionen Euro gefördert werden, Forschungsprojekte in diesem Bereich sogar mit bis zu 35 Millionen Euro.
Im Fokus stehen vor allem Produktionsanlagen für Zement, Kalk, Stahl, Glas, Keramik und Papier, die allesamt sehr CO2-intensiv sind. Dabei startet die Förderung ab einer Projektgröße von 500.000 Euro für kleine und mittlere Unternehmen sowie einer Million Euro für große Betriebe. Ab einem Projektvolumen von 15 Millionen Euro ist eine Co-Finanzierung der Bundesländer in Höhe von 30 Prozent vorgesehen.
Großunternehmen fordern zunehmend Nachhaltigkeitsdaten von ihren mittelständischen Geschäftspartnern. Das belastet viele KMU, die laut Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU eigentlich erst in 2026 berichtspflichtig wären, zumal viele noch nicht das nötige Fachwissen aufgebaut haben. Doch es gibt Hilfe.
Einem Handelsblatt-Bericht zufolge sorgt der sogenannte Trickle-Down-Effekt dafür, dass viele Firmen aus dem Mittelstand derzeit ihre Belastungsgrenzen erreichen. Da eine Nachhaltigkeitsberichtserstattung bereits für kapitalmarktorientierte Großunternehmen verpflichend ist und diese ihre Lieferketten transparent machen müssen, überhäufen sie ihre KMU-Geschäftspartner mit Fragebögen und fordern Nachhaltigkeitsdaten an, etwa zu deren CO2-Emissionen oder zur Einhaltung ethischer Standards. Mittelständler erhalten derlei Anfragen sowohl von ihren Banken, als auch von Kunden und Lieferanten. Externe ESG-Berater und Unternehmensverbände haben dem Bericht zufolge eine Zunahme der Beratungsanfragen verzeichnet. Sie helfen mit standardisierten Berichten und kennen die relevanten Regelwerke und Vorschriften. Auch Online-Portale und die Handelskammern helfen betroffenenen Unternehmen bei den ersten Schritten.
Das Projekt eines Börsengangs gleicht stark der Produktion eines Filmes mit dem Unternehmen in der Hauptrolle und der begleitenden Investmentbank für Regie und Co-Produktion. Und es gibt noch viele weitere Akteure, die beim IPO wichtige Aufgaben am Set übernehmen.
Das klare Ziel ist natürlich, dass mit dem IPO ein „Blockbuster“ produziert wird; alles andere wäre möglicherweise auch ein Problem für die Außenwahrnehmung des Unternehmens. Eine Investmentbank verantwortet als Regisseur und Co-Produzent die Produktion und zieht die Fäden im gesamten Projekt. Das Casting der Hauptdarsteller, des Unternehmers, der Vorstände oder Geschäftsführer eines Unternehmens, ist in der Sekunde der Mandatierung meistens abgeschlossen. Nun gilt es, das Drehbuch, die Equity Story, zu schreiben und das Szenenbild zu entwickeln.
