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Weiterbildung in KMUs besser als ihr Ruf

von Philipp Rose

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden ihre Beschäftigten pro Kopf intensiver weiter als Großunternehmen. Trotz struktureller Nachteile bei strategischer Planung und formalen Prozessen. Das zeigen Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Laut einer repräsentativen Befragung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung investierten kleine Unternehmen 2023 durchschnittlich 24 Weiterbildungsstunden je Beschäftigtem, während Großunternehmen nur auf 18 Stunden kamen. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch informelles Lernen. Wissensvermittlung am Arbeitsplatz, kollegialer Austausch und Coaching gehören in vielen KMU fest zum Alltag. Weil jede Schulungsmaßnahme unmittelbar betrieblichen Nutzen stiften muss, ist das Lernen eng an konkrete Projekte und technische Neuerungen geknüpft. Ein Ansatz, der Transferverluste minimiert.

Gleichzeitig bestehen strukturelle Schwachstellen: Strategische Qualifizierungsplanung bleibt in vielen Betrieben unterentwickelt, weil operative Auslastung kaum Raum lässt. Bestimmte Beschäftigtengruppen – etwa Ältere oder Teilzeitkräfte – laufen Gefahr, bei fehlenden Konzepten übergangen zu werden. Zudem hängt Weiterbildung häufig an einzelnen Schlüsselpersonen, was Kontinuität gefährdet. Abhilfe schaffen können branchenübergreifende Weiterbildungsverbünde und Netzwerke wie der Weiterbildungsverbund Region Stuttgart oder das Familienunternehmensnetzwerk Maschinenraum, die Kosten teilen und strategische Orientierung bieten, wie Haufe berichtet. Für den Mittelstand liegt die Stärke in der Agilität – diese gilt es künftig gezielter nach außen sichtbar zu machen.

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