Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im deutschen Mittelstand hat sich binnen sechs Jahren verfünffacht. Inzwischen nutzen 20 Prozent der Unternehmen mindestens eine KI-Technologie, wobei vor allem leicht zugängliche Anwendungen mit breiten Einsatzmöglichkeiten verbreitet sind.
Am häufigsten setzen mittelständische Unternehmen Technologien zur Erzeugung natürlicher Sprache ein. Ihr Anteil liegt bei 14 Prozent. Dazu zählen etwa Chatbots, die Erstellung von Produktbeschreibungen oder Übersetzungen. Weitere zehn Prozent nutzen Technologien zur Texterkennung, beispielsweise für die Vorsortierung von E-Mails oder die automatisierte Rechnungsverarbeitung. Anspruchsvollere Anwendungen bleiben dagegen deutlich seltener. Jeweils fünf Prozent verwenden KI für die Automatisierung von Arbeitsabläufen, die Entscheidungsunterstützung, Spracherkennung oder Bilderkennung und Bilderzeugung. Auf Data Analytics entfallen drei Prozent, auf Technologien für die autonome Bewegung von Maschinen lediglich ein Prozent. Das geht aus einem aktuellen KfW Research hervor.
Für mittelständische Unternehmen bedeutet das, dass KI-Nutzung nicht allein von der Betriebsgröße abhängt. Entscheidend sind vielmehr der Digitalisierungsgrad, internes Know-how, Innovationsaktivitäten und die Beschäftigung von Hochschulabsolventen. Eine Digitalisierungsstrategie erhöht die Nutzungswahrscheinlichkeit um bis zu neun Prozentpunkte. Zudem steht die Bedeutung von Informationsangeboten wie Fachzeitschriften, Messen und Websites in einem moderaten Zusammenhang mit dem KI-Einsatz. Empfohlen werden deshalb Investitionen in Datenkultur, IT-Infrastruktur und Weiterbildung.
