Der Countdown läuft. Schon bald wird die Skisaison 2019/20 richtig Fahrt aufnehmen. Wer keinen allzu großen Wert auf 250 km präparierte Pisten legt, sollte die großen Skigebiete meiden. Das spart nicht nur eine Menge Geld, sondern auch viel Zeit vor den häufig viel zu vollen Liftanlagen. Wir stellen die besten Skigebiete in Deutschland und Österreich vor.
Draußen wird es langsam eisig, der Winter steht vor der Tür. Wo mancher gleich den nächsten Flug in den Süden bucht, freuen sich Wintersport-Freunde auf die Öffnung ihrer Lieblingspisten. Das Gefühl, auf frischem Schnee in malerische Täler zu gleiten, ist auch für erfahrene Skifahrer immer wieder ein tolles Erlebnis. Es gibt das Gefühl, eins mit der Natur zu sein – und sie doch bändigen zu können.
Nicht so naturnah dagegen sind oft die Rahmenbedingungen: Eingepfercht in riesigen Hoteldörfern, im Stehen mit einer fahrenden Sardinenbüchse zum Lift, wo dann erstmal ewig angestanden werden darf. Die großen Skigebiete bieten zwar wegen ihrer vielen Pisten die größte Abwechslung, aber oft nur noch wenig Platz für alpine Romantik.
Wer aber nicht nur für den Sport in den Urlaub fahren will, sondern ein entspannendes Rundumpaket sucht, sollte sich die folgenden fünf kleineren Skigebiete einmal genauer ansehen. Sie bieten oft den gleichen Komfort, sind aber weniger überlaufen und dadurch ruhiger und locken zudem mit mehr Skivergnügen abseits der ausgetretenen Pfade.
Kinderfreundliches Skigebiet in Bayern: Oberjoch-Unterjoch
Wer mit seinen Kindern in den Skiurlaub fährt, sucht meist nicht nach den längsten und gefährlichsten schwarzen Pisten, sondern vor allem nach Abwechslung auf, aber auch fernab der Piste und einer angenehmen Lernkurve für die Kleinen. Beides gibt es im gemütlichen Skigebiet Oberjoch-Unterjoch, das auch den Ort Bad Hindelang umfasst. Gäste, die in einem der drei Orte eine Unterkunft gebucht haben (220 Anbieter nehmen an der Aktion teil), dürfen auch die Skilifte, Busse und Bahnen in den anderen Orten kostenlos nutzen. Zusätzlich im Preis enthalten sind drei Rodelbahnen, diverse riesige Indoor-Spielhäuser für Kinder und sogar eine Tennishalle.
Doch auch das Skifahren kommt hier natürlich nicht zu kurz. Die beiden Berge Iseler (1876 Meter) und Kühgundkopf (1907 Meter) bieten über 35 Pistenkilometer, besonders Anfänger und Fortgeschrittene werden auf den zumeist blauen und roten Pisten glücklich. Zusammen mit den vielen Skischulen auch speziell für Kinder ist das der perfekte Ort, den Nachwuchs an den Schneesport heranzuführen. Und wer mal einen Tag Pause braucht, kann sich die Landschaft auf einem der malerischen Wanderwege anschauen.
Übersichtliches Skivergnügen in Osttirol: Das Hochpustertal
Auch das Hochpustertal ist sehr familienfreundlich, allen voran das Skizentrum Sillian. Für Erwachsene bietet das Gebiet alles, was ein Urlaub im glitzernden Weiß braucht – abseits des touristischen Trubels in Südtirol. Hier gibt es zwar „nur“ 22 Pistenkilometer – diese sind aber sehr abwechslungsreich und landschaftlich wunderschön.
Die vielen roten Pisten bieten dabei auch für anspruchsvolle Fahrer einiges an Nervenkitzel. Dabei fällt es dann oft schwer, sich noch auf die Umgebung zu konzentrieren. Wie praktisch, dass es eine Kinderbetreuung und auch einen Skikindergarten gibt. So steht einer romantischen Schneetour im Pferdeschlitten nichts mehr im Wege.
Das größte Skigebiet im beschaulichen Osttirol: Großglockner Resort Kals-Matrei
Am Großglockner ist alles ein bisschen größer. Zwar liegt auch dieses Gebiet in Osttirol und damit etwas abseits des Ski-Massentourismus. Mit dem Großglockner steht hier aber der höchste Berg Österreichs – 3798 Meter misst er. Das gesamte Skiresort umfasst über 60 solcher Dreitausender, womit das Gebiet wohl der Panorama-Sieger unserer Auswahl ist. Mit fast 40 Pistenkilometern und etwa fünf Kilometern an Skirouten bietet es genug Auswahl auch für einen längeren Aufenthalt.
Im größten Skigebiet Osttirols kommt wirklich jeder auf seine Kosten, was aber auch etwas Planung verlangt: Vom reinen Skisport-Aufenthalt über einen Abenteuer-Urlaub bis zu eher gediegenerem Kultur- und Kulinarikprogramm geht hier alles. Dafür sollte sich jeder Urlauber aber auch vorher überlegen, was er genau will – sonst geht er hinterher im Angebot unter.
Ein Kleinod in Vorarlberg: Das Brandnertal in Österreich
Das Brandnertal liegt inmitten mehrerer Skigebiete. Was erstmal nach Massenabfertigung klingt, hat aber den gegenteiligen Effekt: Zwischen den größeren Nachbarn wird das kleine Tal gern übersehen und bietet so die perfekten Voraussetzungen für Genussfahrer, die sich nicht gern von Rennfahrern über die Strecke jagen lassen. Hier ist noch richtig Platz auf den Pisten und in den Lifts, was natürlich auch Kindern und Anfängern zugute kommt, aber eben auch einfach angenehm ist.
Die Berghütten sind hier nicht reine Futterschmieden und Après-Ski-Zentren, sondern teils noch urige, bewirtete Hütten, wie man sie sonst in den Alpen vor allem von längeren Wandertouren kennt. Dass bei all dem auch die Familienangebote nicht zu kurz kommen, versteht sich fast von selbst – aber auch Paare und Freunde können hier einen wunderbaren, entspannten Skiurlaub verbringen.
Das Brandnertal ist außerdem ein Ganzjahres-Feriengebiet – entsprechend ist das kulinarische und kulturelle Angebot herausragend. Wer darauf neben dem Skifahren nicht verzichten will, ist hier goldrichtig.
Geheimtipp: Dachstein Krippenstein in Oberösterreich
Ein echter Geheimtipp ist Dachstein Krippenstein am Rand des Dachsteingebirges. Hier gibt es nur elf Pistenkilometer – die komplett auf die längste Talabfahrt Österreichs entfallen. Zwar kommen hier auch Anfänger auf ihre Kosten, wer aber nicht zehnmal die gleiche Abfahrt sehen möchte, muss sich auf die anderen Angebote des Örtchens einlassen.
Hier bekommt die Formulierung „fern von ausgetretenen Pfaden“ nochmal eine andere Bedeutung: Das Gebiet ist besonders bei Freeridern beliebt, gibt es hier doch zusätzlich 30 Kilometer befahrbarer Skistrecken abseits befestigter Pisten.
Das ist sicher nichts für Anfänger. Wer zum ersten Mal „off piste“ fährt, sollte dafür unbedingt einen der verfügbaren Guides buchen, die das nötige Wissen über die Strecken (-varianten) vermitteln, das abseits der Piste überlebenswichtig ist. So ermöglichen sie einem den vielleicht urtümlichsten alpinen Spaß – beispielsweise in unberührten, verschneiten Waldgebieten.
Das ist nicht für jeden etwas – aber sicher etwas ganz Besonderes. Dabei wird dann auch die teure Outdoor-Jacke, die man sich üblicherweise vor jedem Skiurlaub zulegt, endlich mal „voll ausgefahren“ und darf ihr ganzes Können unter Beweis stellen.
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