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Kapitalmarkt Blog
KMU-News

Große Welle neuer KMU-Anleihen erwartet

von Lieselotte Hasselhoff 14/01/2026

Durch eine Änderung im Standortförderungsgesetz werden Anleiheemissionen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland deutlich erleichtert.

Der Bundestag hat den entsprechenden Gesetzentwurf am 19. Dezember 2025 beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats wird für Ende Januar 2026 erwartet. Kern der Reform ist die Streichung von § 6 des Wertpapierprospektgesetzes, der für prospektfreie Wertpapieremissionen sogenannte Einzelanlagen durch nicht qualifizierte Anleger regelt und Obergrenzen für diese Investments festlegt. Je nach Höhe des Investments mussten Anleger sogar Auskunft über ihre Einkommenssituation geben, bevor sie investieren durften.  Diese Anlageschwellen sollen ebenso entfallen wie die verpflichtende Vermittlung über Wertpapierdienstleister und -vermittler. Durch die Streichung von § 6 WpPG erreichen prospektfreie Wertpapierangebote künftig ein breiteres Publikum, dass auch alle Privatanleger mit kleinerem Budget einschließt. Zusammen mit der Erhöhung des Schwellenwerts für prospektfreie Emissionen von bislang acht auf nun unter zwölf Millionen Euro durch den EU Listing Act werden kleinere Wertpapieremissionen für KMU deutlich attraktiver. Anstelle eines hundertseitigen Wertpapierprospekts genügt für diese Emissionen ein dreiseitiges Informationsblatt, dass über Chancen und Risiken aufklärt. Laut Ingo Wegerich, Präsident des Interessenverbands Kapitalmarkt KMU, dürfte die Deregulierung eine große Welle neuer KMU-Anleihen auslösen, da Unternehmen künftig schneller, kostengünstiger und mit geringerem bürokratischem Aufwand Kapital am Markt aufnehmen können.

14/01/2026 0 Kommentare
KMU-News

Steuerbonus macht Digitalisierung deutlich günstiger

von Lieselotte Hasselhoff 12/01/2026

Deutsche mittelständische Unternehmen können 2026 Investitionen in IT, Software und digitale Infrastruktur nahezu vollständig steuerlich absetzen.

Möglich wird dies durch die Kombination aus Investitionsabzugsbetrag und erhöhter Sonderabschreibung, die bereits mit der Steuererklärung 2025 vorbereitet werden kann. Grundlage sind das seit Jahresbeginn geltende Steuerfortentwicklungsgesetz sowie bestehende Abschreibungsregeln, die den digitalen Umbau in Deutschland gezielt fördern sollen. Unternehmen können bis zu 50 Prozent der geplanten Anschaffungskosten vorab steuermindernd geltend machen und nach der Investition weitere 40 Prozent als Sonderabschreibung nutzen, sodass digitale Wirtschaftsgüter wie Hardware, Server oder Software oft innerhalb kurzer Zeit vollständig abgeschrieben werden können. Steuerexperten sehen vor allem im ersten Quartal 2026 ein begrenztes Zeitfenster für umfangreiche Digitalisierungsprojekte, gleichzeitig sind jedoch strenge Gewinn-, Nutzungs- und Fristvorgaben einzuhalten.

12/01/2026 0 Kommentare
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IPO-Jahr 2026: Börsengänge mit Signalwirkung

von Philipp Rose 09/01/2026

Nach Jahren der Zurückhaltung könnte das Börsenjahr 2026 zu einem Wendepunkt für den internationalen IPO-Markt werden. In den USA rechnen Marktbeobachter mit einem außergewöhnlich starken Jahr – getragen von einem Nachholeffekt nach dem Regierungsshutdown und einer wachsenden Zahl reifer Börsenkandidaten. Bereits 2025 hatte der Markt wieder an Dynamik gewonnen, 2026 könnten Volumen und Zahl der Börsengänge neue Rekorde erreichen.

Im Mittelpunkt der Erwartungen stehen große Technologieunternehmen. Besonders SpaceX gilt als möglicher Eisbrecher: Der Raumfahrtkonzern könnte mit einem Börsengang nicht nur der größte des Jahres werden, sondern sogar historische Maßstäbe setzen. Als zentraler Wachstumstreiber gilt das Satellitennetz Starlink, während offen bleibt, ob das gesamte Unternehmen oder nur einzelne Sparten an die Börse gebracht werden. Auch im Bereich Künstliche Intelligenz richten sich die Blicke auf potenzielle IPOs. Während OpenAI einen Börsengang noch aufschiebt, könnte Konkurrent Anthropic früher den Schritt wagen und damit ein wichtiges Signal für den gesamten Sektor senden.

Wie das Handelsblatt berichtet, rücken neben Zukunftsthemen auch etablierte Unternehmen in den Fokus. In den USA werden mit Fannie Mae und Freddie Mac zwei Schwergewichte der Immobilienfinanzierung als mögliche Kandidaten gehandelt. In Deutschland und Europa setzt der IPO-Markt auf ein Comeback in kleineren Dimensionen. Etwa mit Unternehmen wie TK Elevators, KNDS oder Celonis. Unterstützt wird die Entwicklung durch wachsenden Verkaufsdruck bei Finanzinvestoren, die nach Jahren der Flaute wieder Rückflüsse erzielen wollen. Entscheidend dürfte dabei sein, ob frühe Börsengänge Vertrauen schaffen und weitere Emissionen nach sich ziehen.

09/01/2026 0 Kommentare
KMU-News

DIHK warnt vor Abwanderung von deutschen Unternehmen

von Lieselotte Hasselhoff 07/01/2026

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnt vor einer zunehmenden Abwanderung deutscher Unternehmen ins Ausland und sieht deutliche Anzeichen einer De-Industrialisierung.

Mittelständische Betriebe verlagern, laut DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov, ihre Produktion oder schließen ganz. Seit 2019 seien bereits rund 400.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen, allein 2025 habe es mehr als 1.600 Insolvenzen in der Industrie gegeben, so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Ursache seien vor allem hohe Arbeits- und Energiekosten, steigende Unternehmenssteuern und eine weiterhin große Bürokratielast. Sollte die Politik nicht entschieden gegensteuern, drohten erhebliche Verluste bei Wertschöpfung und Beschäftigung. Vor dem Hintergrund schwacher Konjunkturaussichten rechnet die DIHK für 2026 lediglich mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Eine aktuelle Umfrage unter rund 23.000 Unternehmen zeigt zudem eine pessimistische Stimmung: Nur 15 Prozent erwarten eine bessere Lage, viele planen Investitionskürzungen und Stellenabbau. Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank allein reichten laut DIHK nicht aus, um einen Aufschwung auszulösen.

07/01/2026 0 Kommentare
Kommunikation nach dem IPO
FinanzierungGastbeiträgeMittelstand

IPO geschafft, Kommunikationsziel verfehlt?

von Lieselotte Hasselhoff 07/01/2026

Mehr Sichtbarkeit dank IPO: Warum erfolgreiche Kapitalmarktkommunikation nach dem Börsengang mehr ist als ein Pflichtprogramm.

Fragt man Unternehmen nach ihren Zielen für einen Börsengang, werden häufig zwei Aspekte genannt: eine höhere Sichtbarkeit des Unternehmens in der Öffentlichkeit und ein nachhaltiger Reputationsgewinn. Der Kapitalmarkt bietet nicht nur die Möglichkeit, sich neuen Zielgruppen, nämlich den Investoren, vorzustellen. Er sorgt auch dafür, dass Unternehmen verstärkt wahrgenommen werden. Wenn Public Relations (PR) und Investor Relations (IR) Hand in Hand gehen und ihre Möglichkeiten nutzen, erhöht sich die allgemeine Aufmerksamkeit für das Unternehmen signifikant. Das gilt besonders für diejenigen, die es in die Indizes wie SDAX, MDAX, TECDAX und vor allem den DAX schaffen.

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07/01/2026 0 Kommentare
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Forschungszulage soll für Innovationen im Mittelstand sorgen

von Lieselotte Hasselhoff 05/01/2026

Ab dem 1. Januar 2026 profitieren deutsche Unternehmen, insbesondere der Mittelstand, von einer deutlich ausgeweiteten Forschungszulage.

Mit der Reform erhöht die Bundesregierung die maximale Bemessungsgrundlage für förderfähige Forschungs- und Entwicklungsausgaben von bisher zehn auf zwölf Millionen Euro pro Jahr. Dadurch können Unternehmen künftig Steuergutschriften von bis zu 4,2 Millionen Euro jährlich erhalten. Ziel der Maßnahme ist es, Innovationen zu fördern, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu stärken und die Liquidität forschender Unternehmen zu verbessern. Die Förderung gilt bundesweit und richtet sich an steuerpflichtige Unternehmen aller Branchen, die eigene oder beauftragte Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchführen. Zusätzlich sorgen vereinfachte Regelungen, eine Gemeinkostenpauschale sowie verbesserte Bedingungen für Auftragsforschung für einen spürbaren Bürokratieabbau und einen milliardenschweren Innovationsschub für den Mittelstand.

05/01/2026 0 Kommentare
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Mittelstand trägt trotz Rückgang weiterhin das Ausbildungssystem

von Lieselotte Hasselhoff 22/12/2025

Der deutsche Mittelstand bleibt die tragende Säule des dualen Ausbildungssystems: Im letzten Jahr wurden rund 1,1 Millionen Menschen in kleinen und mittleren Unternehmen ausgebildet, was mehr als 90 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland entspricht.

Trotz seiner zentralen Rolle bildet der Mittelstand jedoch seltener aus als früher: Während zwischen 2010 und 2018 im Schnitt noch etwa zwölf Prozent der mittelständischen Unternehmen mindestens einen Auszubildenden hatten, lag der Anteil 2024 nur noch bei 9,1 Prozent. Ursachen sind unter anderem die Zurückhaltung vieler Betriebe infolge der Corona-Pandemie sowie Belastungen durch Energiepreiskrise, Inflation und die angespannte konjunkturelle Lage. Gleichzeitig verlagert sich die duale Ausbildung zunehmend auf größere Betriebe, was daran erkennbar wird, dass sich immer weniger Unternehmen an der Ausbildung beteiligen, während die Zahl der Auszubildenden vergleichsweise stabil bleibt. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der KfW zur Lage der dualen Ausbildung hervor. Vor allem größere mittelständische Unternehmen übernehmen dabei einen Großteil der Ausbildung, während Kleinstbetriebe nur noch selten ausbilden. Auch regional bestehen deutliche Unterschiede: Den höchsten Anteil ausbildender Unternehmen verzeichnet Bremen, während Berlin, Brandenburg und Hamburg bundesweit zu den Schlusslichtern zählen.

22/12/2025 0 Kommentare
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Mittelstands zwischen Hoffnung und Zurückhaltung

von Philipp Rose 19/12/2025

Die mittelständische Wirtschaft in Deutschland hat im November ein kleines Umsatzplus erzielt. Nominal legten die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat saison- und kalenderbereinigt um 0,5 Prozent zu. Damit setzt sich zwar eine leichte Stabilisierung fort, eine echte Trendwende lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten. Nach einer insgesamt schwachen Umsatzentwicklung im Jahr 2025 bleibt die Lage für viele Unternehmen angespannt.

Der moderate Zuwachs zeigt sich in nahezu allen Branchen. Vor allem der Dienstleistungssektor und das Bauhauptgewerbe entwickelten sich im November besser als in den Vormonaten. Im Gastgewerbe hingegen bleibt der wirtschaftliche Druck hoch: Hier gingen die Umsätze gegenüber dem Vorjahr erneut um vier Prozent zurück, auch wenn sich im Monatsvergleich ein kleines nominales Plus abzeichnete. Unterschiede zeigen sich zudem nach Unternehmensgröße. Während kleine und mittlere Unternehmen teils deutliche Umsatzzuwächse verzeichneten, kämpfen Kleinstunternehmen – dazu zählen Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern – weiterhin mit spürbaren Rückgängen. Parallel zum Umsatzanstieg steigen die Löhne weiter kräftig. Im November legte der Lohnindex um 4,6 Prozent zu, und zwar branchen-, bundesländer- und größenübergreifend. Gleichzeitig verschärft sich jedoch die Lage am Arbeitsmarkt im Mittelstand. Die Beschäftigung ging insgesamt um 1,7 Prozent zurück, besonders stark im Bauhauptgewerbe, im Verarbeitenden Gewerbe und in der Gastronomie. In kleinen und Kleinstunternehmen fällt der Stellenabbau deutlich aus, während die Beschäftigung in mittleren Unternehmen stagniert und lediglich leicht rückläufig ist.

Der aktuelle DATEV Mittelstandsindex für Dezember 2025 unterstreicht damit die widersprüchliche Situation vieler Betriebe: steigende Kosten bei nur verhaltenem Umsatzwachstum und anhaltendem Anpassungsdruck auf der Beschäftigungsseite. Trotz erster positiver Signale bleibt der Mittelstand wirtschaftlich vorsichtig positioniert.

19/12/2025 0 Kommentare
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Hier schreiben die Kapitalmarkt-Experten der Quirin Privatbank über die deutsche Wirtschaft, den heimischen Mittelstand und die Entwicklungen an den Kapitalmärkten.

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Holger Clemens Hinz
Leiter Kapitalmarktgeschäft

Thomas Kaufmann
Stv. Leiter Kapitalmarktgeschäft

Carsten Peter
Direktor Kapitalmarktgeschäft

Daniel Kukalj
Leiter Institutionelles Research

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