Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton kommt in einer Analyse der Private-Equity-Branche in Deutschland zu dem Ergebnis, dass bereits mehr als 400 Unternehmensbeteiligungen länger als fünf Jahre gehalten werden und damit „überreif“ sind. Die durchschnittliche Haltedauer liegt inzwischen bei über sieben Jahren, üblich sind maximal fünf Jahre. Aus Sicht von Grant Thornton liegen die Ursachen dafür in zu unterschiedlichen Bewertungen bei Käufern und Verkäufern und einer restriktiven Finanzierung durch Banken und Debt Fonds. Außerdem führen große Unsicherheiten beim Exit-Timing aufgrund geopolitischer und konjunktureller Risiken zu einer abwartenden Haltung in der Hoffnung auf günstigere Marktbedingungen. Da auch IPOs vor diesem Hintergrund schwierig und Exit-Alternativen ohnehin begrenzt sind, können die Private-Equity-Investoren ihre Beteiligungen nicht wie erhofft verkaufen. Eine sorgfältige Exit-Vorbereitung mit optimierter Finanzierung, effizienten Prozessen und einer klaren Wachstumsstrategie wird in diesen herausfordernden Zeiten daher immer wichtiger, um Käufer für Private-Equity-Beteiligungen zu finden.
Finanzierung
Eine aktuelle Visa-Studie zeigt, dass Liquidität für den deutschen Mittelstand längst nicht mehr nur ein Sicherheitsnetz ist, sondern ein entscheidender Wachstumstreiber.
Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen vor Herausforderungen wie steigenden Finanzierungskosten, Fachkräftemangel sowie der Notwendigkeit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit voranzutreiben. Wer seinen Cashflow aktiv steuert, kann schneller reagieren, günstiger wirtschaften und Wettbewerbsvorteile sichern. Laut dem “Middle-Market Growth Corporates Working Capital Index 2024-2025” setzen mittlerweile rund 80 Prozent der CFOs und Treasurer auf Working-Capital-Lösungen. Dabei spielen drei Säulen eine zentrale Rolle: Kreditkarten für schnellen Kapitalzugriff, Embedded-Finance-Lösungen, die Finanzdienste direkt in Geschäftsprozesse integrieren, sowie klassische Bankpartnerschaften für Stabilität. Der Artikel auf Payment & Banking betont, dass Unternehmen Liquidität nicht erst im Krisenfall, sondern als strategisches Werkzeug begreifen müssen, um langfristig erfolgreich zu wachsen.
Das Bundeskabinett hat am 3. September den Entwurf für das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz verabschiedet. Ziel ist es, die betriebliche Altersversorgung (bAV) neben der gesetzlichen Rente auszubauen und Mittelstand sowie KMUs die Einführung einer Betriebsrente zu erleichtern.
Mit höheren Förderungen, vereinfachtem Zugang und mehr Flexibilität will die Bundesregierung Betriebsrenten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) attraktiver machen und insbesondere die Altersvorsorge von Beschäftigten mit geringem Einkommen verbessern. Zum einen will die Regierung die Einkommensgrenzen für die Förderung nach oben verschieben und fortlaufend anpassen, zum anderen die Förderbeträge selbst erhöhen. Menschen mit geringem Einkommen sollen eine höhere Förderung erhalten, wenn ihnen der Arbeitgeber eine bAV anbietet. Zudem sollen künftig auch nicht nur Mitarbeiter in Unternehmen mit Tarifvertrag von einer bAV profitieren, sondern auch Angestellte von Betrieben ohne großen Tarifvertrag. Damit die angesparte betriebliche Altersversorgung eine höhere Verzinsung erhält, will die Bundesregierung auch die bislang strengen Anlagerichtlinien lockern. Die genannten Maßnahmen sollen auch helfen, die Attraktivität von KMU als Arbeitgeber zu erhöhen.
Einer Studie der renommierten Technologie-Hochschule MIT in den USA zufolge laufen 95 Prozent aller generativen KI-Pilotprojekte in Unternehmen zur Steigerung des Umsatzwachstums ins Leere.
Die Hauptursache dafür sei, dass generische KI-Tools für Prozesse in Unternehmen ungeeignet seien. Sie würden sich aufgrund ihrer Flexibilität hervorragend für die Unterstützung von Einzelpersonen eignen, seien aber nicht gut darin, aus Arbeitsabläufen zu lernen oder sich an diese anzupassen. Das berichtet der Industrieanzeiger. „Was die MIT-Forscher herausgefunden haben, bestätigt unsere Erfahrungen“, erklärt Michael Wintergerst, Chief AI Officer beim Unternehmensdienstleister Proalpha. Demnach funktionierten vorgefertigte Standard-KI-Lösungen oft besser als spezifische, angepasste KI-Tools. „Das ist für den industriellen Mittelstand wirklich ein Gamechanger“, so Wintergerst. Weil gerade im industriellen Umfeld die IT-Infrastruktur oft schon Jahrzehnte alt sei und entsprechende Schnittstellen zu vorhandener Software fehlten, sei eine nahtlose Integration von KI-Tools häufig nicht möglich. In der Folge scheitern viele KI-Projekte weniger an der Technologie, sondern primär an mangelnder Datenqualität, fehlenden technischen Voraussetzungen und organisatorischen Faktoren.
Während Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) höhere Steuern für Vermögende vorschlägt, um den Bundeshaushalt zu entlasten, erteilt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dem eine klare Absage. „Mit einer Bundesregierung unter meiner Führung wird es eine Erhöhung der Einkommenssteuer für die mittelständischen Unternehmen in Deutschland nicht geben!“, sagte Merz auf dem CDU-Parteitag in Osnabrück.
Merz bekräftigte weiter, dass es eine Neuausrichtung der Sozialpolitik braucht: „Ich werde mich durch Worte wie Sozialabbau und Kahlschlag und was da alles kommt nicht irritieren lassen“, machte Merz dabei klar. Denn der Sozialstaat, wie Deutschland ihn heute habe, sei mit dem, was man volkswirtschaftlich leisten könne, nicht mehr finanzierbar. Dem Koalitionspartner will es Merz nicht zu einfach machen, berichtete DPA. Die bisherige Zusammenarbeit mit der SPD in der Bundesregierung sieht Merz kritisch. Zwar seien eine neue Migrationspolitik und Impulse für eine wirtschaftliche Wende angestoßen worden, doch er sei mit dem, was man bis jetzt geschafft habe, nicht zufrieden.
Bis Ende Juli hat es bereits 20 Übernahmen und Fusionen in der Lebensmittelindustrie gegeben, fast so viele wie gesamten Vorjahr. Kleine und mittelständische Betrieben stehen durch die Pandemiefolgen, stark gestiegene Energiekosten, hohe Preise für Agrargüter und gestiegene Löhne besonders unter Druck. Der Verkauf des Familienbetriebes ist dabei oft die beste Lösung, um Unternehmen zukunftsfest zu machen.
Die Zahl der Übernahmen und Fusionen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist bereits Ende Juli auf 20 gestiegen. Zum Vergleich: 2024 waren es im Gesamtjahr 24, im Jahr zuvor 32. Zwar handele es sich nach Handelsblatt-Recherchen nicht um Notverkäufe, doch sorgten sich insbesondere kleinere und mittlere Betriebe angesichts der Entwicklung zunehmend um ihr langfristiges Überleben. Inflation, Konsumzurückhaltung und Preiskämpfe haben vielen Mittelständlern zugesetzt. Viele Preiserhöhungen können nicht oder nur teilweise an die Kunden weitergeben, große Unternehmen hätten bessere Chancen, ihre Margen zu halten. Zudem fehlt es vielen KMU an der nötigen Finanzkraft, um zu investieren und zu wachsen. Falle eine große Handelskette als Abnehmer aus, gerieten viele Unternehmen in Existenznot, zitiert das Handelsblatt einen Branchenexperten. Problematisch seien die niedrigen Unternehmensbewertungen, insbesondere für kleinere Betriebe. „Schätzungsweise 15 bis 30 Prozent der Unternehmen finden keinen Käufer, der einen Preis bietet, zu dem sie verkaufen wollen“, so ein M&A-Experte im Handelsblatt.
Die Diskussion um eine längere Lebensarbeitszeit stößt im deutschen Mittelstand auf Skepsis. Zwar wird der Fachkräftemangel als zentrales Problem anerkannt, doch der Vorschlag, das Arbeitsleben pauschal zu verlängern, greift aus Sicht vieler Mittelständler zu kurz.
Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) stellt klar: Nicht die Zahl der Arbeitsjahre, sondern die Produktivität müsse im Fokus stehen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sei es entscheidender, unternehmerische Prozesse zu optimieren und Wertschöpfung zu steigern, anstatt auf mehr Lebensarbeitszeit zu setzen. Ein bloßes „Mehr an Arbeit“ löse keines der strukturellen Probleme, mit denen sich viele Betriebe konfrontiert sehen – etwa hohe Energiepreise, überbordende Bürokratie oder stockende Digitalisierung.
Die Debatte wurde durch Aussagen der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche angestoßen. Sie kritisierte, dass die Deutschen nur rund zwei Drittel ihres Erwachsenenlebens erwerbstätig seien, und forderte eine Ausweitung der Lebensarbeitszeit als Beitrag zur Rentenstabilisierung. Der Mittelstand hingegen warnt vor symbolpolitischen Vorschlägen ohne wirtschaftliche Wirkung und betont die Notwendigkeit realwirtschaftlicher Anreize und struktureller Verbesserungen.
Wie n-tv berichtet, stellt der Mittelstand dem politischen Vorschlag ein klares Nein entgegen und setzt stattdessen auf Effizienz, Innovationskraft sowie Investitionssicherheit als Hebel für nachhaltiges Wachstum.
Der deutsche Mittelstand steht bei der energetischen Modernisierung unter Handlungsdruck. Dennoch werden zahlreiche förderfähige Maßnahmen zur Energieeffizienz bislang nur selten genutzt – trotz erheblicher Zuschüsse von bis zu 60 Prozent.
Besonders auffällig zeigt sich das beim neuen Elektrifizierungsmodul im EEW-Programm, das speziell auf kleine Unternehmen zugeschnitten ist. Hier können Maßnahmen wie der Umstieg auf elektrische Anlagen mit bis zu 90.000 Euro bezuschusst werden. Trotzdem verzeichnet das Programm laut Förderexperten bislang nur geringe Antragstellerzahlen. Auch in anderen Bereichen – von LED-Beleuchtung und Wärmepumpen über Lüftungs- und Kältetechnik bis hin zu Prozesswärme aus erneuerbaren Quellen – bleiben attraktive Fördersummen häufig ungenutzt. Dabei lassen sich selbst bei überschaubaren Investitionen fünf- bis sechsstellige Förderbeträge realisieren, was viele Projekte wirtschaftlich deutlich interessanter macht. Die K-Zeitung zeigt sieben besonders relevante Förderbereiche für KMU auf, die über die Programme BEG und EEW abgedeckt werden. Förderbeispiele aus der Praxis zeigen: Der finanzielle Hebel ist hoch, der Zugang vergleichsweise einfach – doch der Mittelstand schöpft das Potenzial bislang nicht aus.
