Die neue Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die soziale Marktwirtschaft zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft weiterzuentwickeln. Unabhängig von dieser geplanten Transformation stehen die Unternehmen aber auch weiterhin vor der Herausforderung, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern und sich an den beschleunigten Strukturwandel anzupassen. Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn.
Holger Clemens Hinz
Customer Experience gehört zu den entscheidenden Faktoren, ob ein Kunde oder eine Kundin wieder bei demselben Unternehmen kauft. Vor allem Mittelständler haben erkannt, wie gewinnbringend es sein kann, sich auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft einzustellen.
Kundenbedürfnisse antizipieren, flexibel auf ihre Wünsche reagieren und sich schnell anpassen können, sind entscheidende Erfolgsfaktoren von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Gerade unter herausfordernden Marktbedingungen wie in der aktuellen Coronakrise können sie sogar überlebenswichtig sein. Laut einer Umfrage betrachten rund zwei von drei KMU-Führungskräften (65 Prozent) die Customer Experience, also das Kundenerlebnis, als Umsatztreiber. Während sie nur jeder Fünfte der Befragten als Kostenstelle sieht, die reduziert werden sollte, betrachten sie mehr als 50 Prozent als Investitionsbereich, den es auszubauen gilt. 70 Prozent gaben an, dass es für ihr Team jetzt wichtiger sei als noch vor einem Jahr, sich auf die Erwartungen der Kunden einzustellen.
Die Pandemie trifft deutsche KMU in ihrer gesamten Breite. Einige Mittelständler geraten ins Taumeln. Doch nach der Krise ist vor der Krise: Für viele Firmen ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich für die Zukunft zu wappnen.
Ökonomisch betrachtet hat die Corona-Pandemie insbesondere beim deutschen Mittelstand Spuren hinterlassen. So mussten KMU im vergangenen Jahr Umsatzverluste in Höhe von 277 Milliarden Euro hinnehmen. Die enorme Anpassungsfähigkeit des Mittelstands hat jedoch Schlimmeres verhindert. Dank ihrer soliden, in den Jahren zuvor aufgebauten Eigenkapitalausstattung sind die kleinen und mittelgroßen Unternehmen trotz empfindlicher Umsatzrückgänge einigermaßen glimpflich durch die Krise gekommen.
Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (kurz „FISG“) haben sich die Anforderungen an Unternehmen von öffentlichem Interesse, insbesondere bei der Umsetzung und Überwachung der Governance-Funktionen, verschärft. Für die Verschärfung war unter anderem der Wirecard-Skandal ausschlaggebend. Die Änderungen gehen dabei mit veränderten Pflichten für den Vorstand, aber vor allem für den Aufsichtsrat einher. Ein Gastbeitrag von Dr. Christoph Schmidt, Inhaber Audit Solutions
Weg vom Massentourismus und hin zum nachhaltigen Reisen lautet die Devise bei immer mehr Reiselustigen. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, den Urlaub umweltverträglich zu gestalten.
Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend, sondern zum Lebensstil geworden. Dies spiegelt sich längst auch im Tourismus wider, wo Fernwehgeplagte zunehmend bestrebt sind, beim Erkunden neuer Länder einen fairen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Die Umweltdatenbank definiert Tourismus als nachhaltig, „wenn er einen Umgang mit allen Ressourcen in einer Art und Weise ermöglicht, dass ökonomische, soziale und ästhetische Bedürfnisse erfüllt werden können und gleichzeitig die kulturelle Integrität, essentielle ökologische Vorgänge und die Biodiversität erhalten bleiben.“
Zwar hat die Corona-Krise das Auslandsgeschäft der KMUs erschwert, doch der deutsche Mittelstand besinnt sich auf seine alten Stärken – und will auch künftig international expandieren.
Deutschland profitiert wie kaum ein anderes Land von seiner starken internationalen Ausrichtung. Doch im vergangenen Jahr hatte es die erfolgsverwöhnte Exportnation pandemiebedingt nicht leicht, ihre Ausnahmestellung im internationalen Wirtschaftsgeflecht zu untermauern. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gelten, stellte die Krise vor nicht gekannte Herausforderungen.
Steigende Preise, knappe Güter – der Mittelstand hat ein neues Dauerthema. Doch wo liegen jenseits der Herausforderungen die Chancen? Wir erklären, warum die Notenbanken Unternehmen wertvolle Zeit schenken.
Die Erzeugerpreise in Deutschland kletterten im Juni um 8,5 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit der Ölkrise 1982. Normalerweise schlagen steigende Erzeugerpreise auch auf die Konsumentenpreise durch. Das ruft wiederum die Gewerkschaften auf den Plan – steigende Lohnniveaus sind die Folge und die Voraussetzung für neuerlich locker sitzendes Geld. So die Theorie. In der Praxis sind sich Marktkenner und Volkswirte noch nicht so ganz einig. Während einige Analysten fürchten, dass die Inflationsdynamik aktuell sogar unterschätzt wird, bleiben andere Experten weitaus gelassener. Wohin geht also die Reise?
War das vergangene Corona-Jahr bei der Zahl der Börsen-Listings eher mau, legte das erste Halbjahr 2021 mit elf IPOs geradezu einen Raketenstart hin. Vor allem in den Sommermonaten wagten sich zahlreiche Neuzugänge auf das Börsenparkett. Im zweiten Halbjahr wächst die Zahl der IPOs weiter an. Zudem sind dieses Jahr erstmals gleich drei SPACs an die Börse gegangen – die Freude der Investoren hält sich hierbei jedoch noch in Grenzen.
Die Börse nimmt weiter an Fahrt auf, bis Ende Juni sind bereits elf IPOs an den Start gegangen. Unter den Listings waren auch zwei Neuzugänge mit zweistelligen Milliardenbewertungen: Die Kfz-Plattform Auto 1 ging mit einer Bewertung von satten 12 Milliarden Euro an den Start, die Vodafone-Tochter Vantage Towers wurde ebenfalls mit 12 Milliarden Euro bewertet. Auch in der zweiten Jahreshälfte setzt sich der positive Trend fort. Bis Mitte August gingen zwei weitere IPOs an den Start – die Zahl der Neuzugänge 2021 wächst somit auf 13 Unternehmen an. Zum Vergleich: 2019 gingen gerade vier Unternehmen an die Börse. Im vergangenen Jahr waren es trotz Corona immerhin sechs IPOs. Mit bisher 13 Neuzugängen wird die Messlatte für die kommenden Jahre nun deutlich höher gesetzt.
