In der Beitrags-Serie erklären die Kapitalmarkt-Experten der Quirin Privatbank Schritt für Schritt wie ein Börsengang (Initial Public Offering – IPO) abläuft. Von den Vorbereitungen bis hin zum Start auf dem Börsenparkett erfahren am Kapitalmarkt interessierte Unternehmer und Unternehmen, worauf es bei einem IPO ankommt. Im zweiten Teil erklärt Carsten Peter, Direktor Corporate Finance bei der Quirin Privatbank, die Etappen nach dem Start: die Erstellung des Wertpapierprospekts und die Entwicklung der Equity Story sowie die Due Diligence.
Konjunktur
Kapitalmarkt-Serie Teil 1: „Ein IPO ist ein komplexer Prozess, der im Vorfeld viel Vorbereitung erfordert“
In einer neuen Beitrags-Serie erklären die Kapitalmarkt-Experten von der Quirin Privatbank Schritt für Schritt wie ein Initial Public Offering (IPO) abläuft. Von den Vorbereitungen bis hin zum Start auf dem Börsenparkett erfahren Kapitalmarktinteressierte Unternehmen, worauf es bei einem IPO ankommt. Im ersten Beitrag erklärt Carsten Peter, Direktor Corporate Finance bei der Quirin Privatbank, warum sich ein IPO für Mittelständler lohnt und welche Aufgaben und Herausforderungen auf Unternehmen am Anfang zukommen.
Die Welt erholt sich allmählich von den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. Doch vielerorts stockt der Erholungskurs. Besonders bemerkbar macht sich das in den globalen Lieferketten. Die Lieferungen von Rohstoffen und Werkteilen hinken massiv hinter der starken Nachfrage vieler Industrieunternehmen hinterher. Dem deutschen Mittelstand macht das zunehmend zu schaffen.
3,7 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr lautet die Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) für das deutsche BIP im Jahr 2022. Die deutsche Wirtschaftsleistung würde damit auch in diesem Jahr nicht ihr Vorkrisenniveau erreichen. Mit Blick auf die globale Wirtschaftsentwicklung korrigierte die Weltbank im Januar ihre Wachstumsprognose von 4,3 auf 4,1 Prozent nach unten.
Seit fast 30 Jahren hat Deutschland keine so starke Inflation erlebt wie in diesen Monaten. Darüber hinaus werden die wirtschaftlichen Probleme des vergangenen Jahres auch 2022 andauern. Lieferengpässe und steigende Materialkosten bedrohen das Geschäft. Ein Hoffnungsschimmer ist der WSF-Stabilisierungsfonds, der von der Bundesregierung nun endlich verlängert wurde.
Die Inflationsrate in Deutschland ist derzeit so hoch wie seit 28 Jahren nicht mehr. Im vergangenen Jahr stieg sie auf durchschnittlich 3,1 Prozent – den höchsten Stand seit 1993. Allein im Dezember stieg die Teuerungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,3 Prozent. Im gesamten Euroraum lag die jährliche Rate im November bei 4,9 Prozent. Das ist enorm, wenn man bedenkt, dass der EZB zufolge das Inflationsziel in der gesamten Eurozone grundsätzlich bei 2 Prozent liegt.
Die Immobilienpreise sind in den vergangenen Quartalen massiv gestiegen – voraussichtlich wird sich dieser Trend auch 2022 fortsetzen. Nicht nur Deutschland ist betroffen, die EZB sieht starke Anstiege in der gesamten Eurozone. Gleichzeitig befeuert sie Preissteigerungen durch niedrige Leitzinsen. Mehr Wohnraum als auch Abbau bei der Bürokratie, könnten für Abkühlung auf dem Immobilienmarkt sorgen.
Für Immobilieninvestoren war 2021 ein rosiges Jahr. Alleine im dritten Quartal 2021 sind die Preise für Wohn- und Gewerbeimmobilien im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent gestiegen. Preise für Mehrfamilienhäuser und selbstgenutztes Wohneigentum legten sogar um 11,4 Prozent zu. Die Preise für Gewerbeimmobilien hingegen gaben um 0,9 Prozent nach. Befeuert wird der Preisanstieg durch mangelndes Angebot an neuem Wohneigentum und niedrigen Leitzinsen. Gleichzeitig versuchen Anleger ihr Geld durch Investitionen in Immobilien vor der Inflation zu schützen. Engpässe bei Lieferketten sorgen zudem seit Monaten für Knappheit und steigende Materialpreise.
Der Kohleausstieg ist in unmittelbare Nähe gerückt. Das schürt die Sorge um die eine stabile Stromversorgung. Gleichzeitig ist das grundsätzliche Interesse mittelständischer Unternehmen an erneuerbaren Energien groß – es fehlen allerdings nach wie vor die nötigen Handreichungen seitens der Politik.
Die neue Ampel-Koalition hat sich für die Energiewende viel vorgenommen. Das hat auch Auswirkung auf den deutschen Mittelstand. So haben sich die Parteien im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, bis 2030 vollständig aus der Kohleverstromung auszusteigen. Gleichzeitig sollen bis dahin 80 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen. Unter anderem sollen dazu die Photovoltaik-Kapazitäten von derzeit 54 Gigawatt auf 200 Gigawatt steigen.
Die Ampelkoalition will Deutschlands Rentensystem verändern. Dazu soll ein Teil der Vorsorgegelder künftig am Kapitalmarkt angelegt werden – über zwei eigens dafür geschaffene staatliche Fonds. Das verspricht Kapitalzuflüsse in zweistelliger Milliardenhöhe.
Deutschland bekommt einen Staatsfonds. So steht es zumindest im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien. Die neue Regierung werde „zur langfristigen Stabilisierung von Rentenniveau und Rentenbeitragssatz in eine teilweise Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung einsteigen“, heißt es darin. Der Fonds soll von einer öffentlich-rechtlichen Stelle verwaltet werden, diese könne das Geld global anlegen. Für die Märkte bedeutet das einen enormen Kapitalzufluss und für die Arbeitnehmer ein neues Rentensystem.
Viele Anleger verbinden den Blick auf das neue Jahr mit der Hoffnung, endlich die Corona-Pandemie hinter sich zu lassen und wieder ein Stück Normalität zurückzugewinnen. Zugleich markiert 2022 einen Wendepunkt am Kapitalmarkt: Die Ära geringer Inflation und niedriger Zinsen wird aller Voraussicht nach enden.
Jerome Powell ist nicht zu beneiden: Der US-Notenbankchef muss in diesem Jahr die Inflation dämpfen, ohne den konjunkturellen Aufschwung zu gefährden – ein Balanceakt, der einer Quadratur des Kreises gleichkommt. Zwar haben die Finanzmärkte ein Jahr nach der Entdeckung von Corona-Impfstoffen die Pandemie bereits weitgehend hinter sich gelassen. Doch die Wirtschaft kämpft nach wie vor mit den unterbrochenen Lieferketten. Gleichwohl gehen die meisten Analysten zumindest mittelfristig von einer Fortsetzung der starken wirtschaftlichen Entwicklung aus. Demnach könnten die wichtigsten Industriestaaten bis Ende 2022 wieder vorpandemische Produktionsniveaus erreichen. Laut der aktuellen Prognose des ifo-Instituts dürfte hierzulande die Konjunktur im ersten Quartal noch stagnieren, bevor dann im Sommer eine deutliche Erholung einsetzt.
