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Kapitalmarkt Blog
Die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen erweisen sich als Bürokratiemonster
FinanzierungMittelstand

Von der Zähmung des Bürokratiemonsters

von Holger Clemens Hinz 02/07/2025

ESG, Taxonomie, CSRD, ESRS und zuletzt Omnibus: Die kryptischen Abkürzungen und Begriffe stehen für die Regeln der EU zu verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichten, in denen Unternehmen ihren Einfluss auf die Umwelt, Gesellschaft und Belegschaft dokumentieren sollen. Damit hat der Gesetzgeber ein Bürokratiemonster geschaffen, das insbesondere kleinere Unternehmen überfordert – es hagelte Kritik aus der Wirtschaft. Mit der neuen Omnibus-Verordnung der Europäischen Kommission sollen nun vor allem KMU entlastet werden. Ist das realistisch?

Von Holger Clemens Hinz

Eigentlich sollten ab 2026 viele Mittelständler Nachhaltigkeitsberichte vorlegen. Zuvor waren bereits börsennotierte bzw. kapitalmarktorientierte Firmen sowie Großunternehmen zu den umfangreichen Berichten verpflichtet. Seit Langem bereiten sich die Unternehmen darauf vor, einige Firmen erstellen die Berichte sogar schon freiwillig. Denn die Berichte sollen nicht nur lästige Pflicht sein, sondern den Unternehmen selbst Mehrwert bieten und ihnen zum Beispiel dank dokumentierter Nachhaltigkeitsbemühungen den Weg zu Investoren- und Börsenkapital ebnen.

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02/07/2025 0 Kommentare
KMU-News

Frisches Geld gesucht: So bleibt der Mittelstand zukunftsfähig

von Lieselotte Hasselhoff 02/07/2025

Der deutsche Mittelstand hält sich derzeit mit Investitionen stark zurück: Laut einer aktuellen Umfrage von Creditreform planen nur noch rund 42 Prozent der Unternehmen Investitionen – ein ähnlich niedriger Wert wurde zuletzt während der Finanzkrise 2008 gemessen.

Hauptgründe dafür sind eine zunehmend restriktive Kreditvergabe durch Banken, gestiegene Zinsen sowie eine schwache Konjunktur. Im ersten Quartal 2025 stuften laut KfW-ifo-Kredithürde 33,8 Prozent der Mittelständler die Kreditverhandlungen als erschwert ein – der höchste Wert seit 2017. Der Bedarf an frischem Kapital ist dennoch hoch: Viele Unternehmen kämpfen mit Liquiditätsengpässen, Zahlungsausfällen und sinkenden Umsätzen. Gleichzeitig sind Investitionen in Digitalisierung, Innovation und nachhaltige Geschäftsmodelle notwendig, um zukunftsfähig zu bleiben. Im Jahr 2023 finanzierte der Mittelstand laut KfW seine Investitionen zu 32 Prozent über Bankkredite und zu 13 Prozent über Fördermittel. Eine wachsende Bedeutung kommt der Eigenkapitalfinanzierung zu: Etwa die Hälfte der Mittel stammt inzwischen aus Rücklagen, Gewinnen oder dem Cashflow. Dagegen spielen Beteiligungskapital, Mezzanine-Kapital und Mittelstandsanleihen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle – zu aufwendig und zu teuer für viele KMU. Außerdem gibt es umfangreiche Dokumentationspflichten und bürokratische Hürden, die vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) belasten und Finanzierungskosten zusätzlich in die Höhe treiben. Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) sieht die Politik in der Pflicht: Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungen und eine verlässliche Energiepolitik seien nötig, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Erst dann werde der Mittelstand wieder investieren und so die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland aktiv mitgestalten, heißt es im Artikel des Impact Mediaverlags.

02/07/2025 0 Kommentare
KMU-News

Mittelstand kritisiert Mindestlohnerhöhung

von Lieselotte Hasselhoff 30/06/2025

Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) warnt vor negativen Folgen der geplanten Mindestlohnerhöhung für kleine und mittlere Unternehmen.

Die Mindestlohnkommission hat am 27. Juni 2025 beschlossen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Stufen deutlich anzuheben: zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro und zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro. Der DMB, vertreten durch den geschäftsführenden Vorstand Marc S. Tenbieg, kritisiert vor allem die Höhe des Anstiegs, der laut Verband für viele Betriebe im Mittelstand kaum zu stemmen sei. Besonders betroffen seien Unternehmen aus den Bereichen Dienstleistung, Handel und Landwirtschaft, die bereits jetzt unter einer angespannten wirtschaftlichen Lage leiden. Der DMB warnt davor, dass die steigenden Lohn- und Sozialkosten zu einer Überlastung führen könnten, was wiederum Arbeitsplätze gefährdet. Zudem könnte die Ausbildungsbereitschaft sinken, was langfristig den Fachkräftemangel verschärfen würde. Die Kritik des DMB richtet sich aber nicht nur gegen die Erhöhung selbst, sondern auch gegen das Fehlen politischer Entlastungsmaßnahmen. Der Verband fordert gezielte Entlastungen wie steuerfreie Zuschläge, Bonuszahlungen und eine Reform der Steuerprogression, um das Nettoeinkommen der Beschäftigten zu steigern, ohne die Unternehmen zusätzlich zu belasten. Andernfalls drohten erhebliche Wettbewerbsnachteile für den deutschen Mittelstand.

30/06/2025 0 Kommentare
KMU-News

EU-Staaten planen weitere Lockerungen beim Lieferkettengesetz

von Lieselotte Hasselhoff 25/06/2025

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich auf zusätzliche Abschwächungen des geplanten Lieferkettengesetzes verständigt.

Laut dem am Montagabend beschlossenen Verhandlungskompromiss sollen die Regeln künftig nur noch für Unternehmen mit mindestens 5.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro gelten. Ursprünglich lag die Grenze bei 1.000 Mitarbeitern. Zudem ist geplant, dass die Verantwortung der Unternehmen nur noch auf direkte Zulieferer beschränkt werden soll, bislang waren auch indirekte Zulieferer einbezogen. Das Gesetz, das eigentlich ab Juli 2027 in Kraft treten sollte, wird nun voraussichtlich erst ab dem Juli 2028 gelten. Ziel der Änderungen ist es, die wirtschaftliche Belastung für Unternehmen zu verringern. Kritiker warnen jedoch vor einer deutlichen Entschärfung der ursprünglich geplanten Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. Die neue Fassung des Gesetzes soll nun in die abschließenden Verhandlungen mit dem EU-Parlament gehen.

25/06/2025 0 Kommentare
KMU-News

Mittelstand investiert zunehmend gezielt in den Klimaschutz

von Lieselotte Hasselhoff 23/06/2025

Laut einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung BCG und der Beteiligungsgesellschaft Argos Wityu aus dem Handelsblatt, haben 48  Prozent der befragten Unternehmen bereits stark in die Reduktion von CO₂-Emissionen investiert – das sind fast dreimal so viele wie im Jahr 2023.

Die Erhebung, die zwischen März und Juni 2025 unter 700 mittelständischen Betrieben mit 50 bis 5000 Mitarbeitenden durchgeführt wurde, zeigt: 85  Prozent der Unternehmen sehen die Klimatransformation inzwischen eher als Chance. Diese Entwicklung steht im Kontrast zur allgemeinen gesellschaftlichen Tendenz, durch die das Interesse am Klimaschutz sinkt. Wissenschaftler führen das Engagement der Mittelständler vor allem auf ökonomische Gründe zurück. Energieeinsparungen senken direkt die Betriebskosten, und Unternehmen profitieren davon, wenn sie „grünere“ Zulieferer für größere Konzerne werden, die aufgrund regulatorischer Vorgaben Emissionen in ihren Wertschöpfungsketten senken müssen. Statt grundlegender Technologiewechsel setzen viele Unternehmen jedoch zunächst auf inkrementelle Maßnahmen wie effizientere Gaskessel oder bessere Dämmung. Der großflächige Einsatz von Wasserstoff hingegen wird laut Studie frühestens ab 2032 möglich sein.

23/06/2025 0 Kommentare
Wie Small Caps an der Börse sichtbar werden
FinanzierungGastbeiträgeMittelstand

Wann Investoren zuhören – und Small- und Mid Caps davon profitieren

von Carsten Peter 20/06/2025

Trotz robuster Zahlen und intakter Geschäftsmodelle bleiben viele deutsche Small- und Mid Caps am Kapitalmarkt unter ihrem Potenzial. Während Kapital in größerem Umfang nach Europa fließt, profitieren vor allem Large Caps von Indexzugehörigkeit und Sichtbarkeit. Für börsennotierte Mittelständler hingegen stellt sich eine andere Frage: Was können sie tun, um im globalen Wettbewerb der Investmentideen überhaupt wahrgenommen zu werden? Die Antwort liegt nicht in noch mehr Daten – sondern in der Fähigkeit, Relevanz herzustellen: durch klare KPIs, strategische Einordnung und nachvollziehbare Zukunftsaussichten.

Ein Gastbeitrag von Alexander Schmidt, Managing Director, RosenbergSC

Kapitalflüsse und Marktlogik bei Small Caps

Das Jahr 2025 ist geprägt von geopolitischer Unsicherheit und wirtschaftspolitischer Fragmentierung. Kapital sucht Stabilität – und findet sie zunehmend in Europa statt den USA. Laut Reuters flossen bis Mai 34 Milliarden Euro in europäische Aktienfonds, während US-Pendants nur 8,2 Milliarden Euro einsammelten¹. Der DAX markierte ein neues Allzeithoch², der MSCI Europe stieg zweistellig³.

Aber: Kapitalrotation erfolgt selektiv. Large Caps profitieren von ETFs, Indizes und Benchmarks. Small- und Mid Caps brauchen aktives Interesse – das entsteht nur, wenn das Geschäftsmodell und die unternehmerische Perspektive klar und investierbar sind.

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20/06/2025 0 Kommentare
KMU-News

Deutscher Mittelstand unter Absicherungsdruck

von Lieselotte Hasselhoff 18/06/2025

Der starke Euro und der schwächelnde US-Dollar setzen den deutschen Mittelstand zunehmend unter Absicherungsdruck.

Besonders exportorientierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sehen sich dadurch vor Herausforderungen gestellt, da die aktuelle Schwäche des US-Dollar Importe zwar günstiger macht, Exporte aber deutlich teurer werden. Grund für die Entwicklung ist vor allem auf geopolitische Unsicherheiten, protektionistische Töne aus den USA sowie eine vergleichsweise restriktivere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zurückzuführen. Viele Unternehmen hätten ihre Fremdwährungsrisiken bislang nicht ausreichend abgesichert und müssten nun schnell reagieren, so Besart Shala, Country Manager Germany bei iBanFirst. Um ihre Margen zu schützen, empfehlen sich unter anderem eine aktive Währungsabsicherung, flexible Preismodelle sowie eine gezielte Mischkalkulation bei Angebotspreisen. Besonders für Importeure könne es sinnvoll sein, jetzt günstige Wechselkurse abzusichern, da eine weitere Aufwertung des Euro nicht ausgeschlossen ist.

18/06/2025 0 Kommentare
Unternehmen verkaufen? Mittelständler suchen den Exit, doch Unternehmensnachfolger sind schwer zu finden
FinanzierungGastbeiträgeMittelstand

Ist Ihr Unternehmen bereit für die Übergabe?

von Lieselotte Hasselhoff 16/06/2025

Das eigene Unternehmen verkaufen oder übergeben: Die Nachfolge in Familienunternehmen – eine Aufgabe mit emotionaler und finanzieller Tragweite. Warum Exit Readiness für Familienunternehmen über Erfolg oder Misserfolg der Nachfolge entscheidet.

Ein Gastbeitrag von Marcel Brix, BLOK Management

In Deutschland sind rund 90 Prozent aller Unternehmen familiengeführt. Sie bilden das Rückgrat der Wirtschaft – lokal verwurzelt, langfristig orientiert, oft über Generationen hinweg aufgebaut. Doch genau diese Struktur bringt eine besondere Herausforderung mit sich: die Unternehmensnachfolge. In den kommenden fünf Jahren steht bei mehr als 190.000 Unternehmen ein Generationswechsel an. Die zentrale Frage dabei lautet: Ist mein Unternehmen überhaupt bereit für einen Verkauf oder eine Übergabe?

Erstaunlich viele Unternehmer unterschätzen diese Fragestellung. Statt Exit Readiness gezielt vorzubereiten, wird oft zu spät reagiert oder gar nicht. Dabei gilt: Wer frühzeitig strategisch plant, steigert nicht nur den Wert des Unternehmens, sondern sorgt auch dafür, dass es erfolgreich in die nächste Generation oder an neue Eigentümer übergeht.

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16/06/2025 0 Kommentare
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Leiter Kapitalmarktgeschäft

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Stv. Leiter Kapitalmarktgeschäft

Carsten Peter
Direktor Kapitalmarktgeschäft

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Leiter Institutionelles Research

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