Die Automobilindustrie ist das Markenzeichen der deutschen Wirtschaft – noch. Denn der Mobilitätssektor befindet sich im größten Umbruch seiner Geschichte. Digitalisierung, autonomes Fahren und Elektromotor sind die neuen Schlüsselwörter. KMU sind maßgeblich an der Wertschöpfung im Mobilitätsbereich beteiligt und müssen jetzt umdenken, um nicht den Anschluss zu verpassen.
Mittelstand
Immer mehr Mittelständler steigen auf digitale Prozesse um. Doch der Aufbau einer eigenen IT-Infrastruktur kostet viel Geld und braucht technisches Know-how. Cloud-Systeme bieten KMU einen guten Kompromiss: Leistungen werden nach Bedarf gebucht, Wartung und Problembehebung übernimmt der Anbieter. Gleichzeitig macht die Cloud den Mittelstand krisenresistenter.
Wer ein Smartphone nutzt, nimmt in der Regel auch Cloud-Leistungen in Anspruch. Sei es für das Speichern und Teilen von Fotos und Videos oder zur Sicherung wichtiger Dokumente. Offenbar entdecken auch immer mehr KMU die Vorteile der digitalen Wolke für sich. Laut einer Studie nutzen bereits vier von fünf der befragten Unternehmen Cloud-Leistungen. Auch wenn immer mehr Mittelständler auf digitale Prozesse umschalten, steht die Digitalisierung bei vielen kleineren Unternehmen nicht weit oben auf der Agenda. Grund dafür sind vergleichsweise hohe Anschaffungskosten, mangelndes IT-Wissen und Angst vor Datendiebstahl. Die Cloud schafft einige dieser Probleme aus dem Weg und ist für KMU daher eine lohnenswerte Option.
Junge aufstrebende Unternehmen brauchen Kapital, Mittelständler brauchen Fachkräfte und digitales Knowhow. Zudem können junge Unternehmen vom Mittelstand lernen, wie langfristiges und nachhaltiges Wachstum generiert werden kann. Die Kooperation von Startups und KMU kann durchaus eine Win-win-Situation sein.
Apple, Tesla, Amazon und Google haben eins gemeinsam: Vor ihrem großen Durchbruch haben alle als Startup angefangen. Startups sind die Raketen der Wirtschaftswelt: Nicht jede Rakete zündet, aber wenn sie es tut, geht es oft schnell und hoch hinaus. Denn zu Beginn eines Startups steht häufig eine innovative und bahnbrechende Idee, die das Zeug dazu hat, Bestehendes auf den Kopf zu stellen. Deutsche Mittelständler erkennen dies zunehmend und gehen Kooperation ein – das Potenzial erkennend. Nicht selten läuft diese Liaison auf eine gemeinsame Produktentwicklung oder eine finanzielle Beteiligung an dem Startup hinaus. Laut einer Umfrage ist die Zusammenarbeit der Branchen auf einem neuen Höchststand: 9 von 10 Startups geben an, aktuell mit Mittelständlern und Konzernen zu kooperieren. Dabei steht meist die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, aber auch der Wissenstransfer von digitalen Technologien im Mittelpunkt.
Das Bundeskriminalamt hat Ende September die Zahlen der Internetkriminalität aus dem Jahr 2019 vorgestellt. Das ernüchternde Ergebnis: Immer mehr Unternehmen geraten in das Visier von Datendieben. Mittelständler nehmen die Entwicklungen vermehrt ernst, doch immer noch mangelt es in vielen Unternehmen an Schutzmaßnahmen.
Das Bundeskriminalamt hat Ende September die neuesten Zahlen zur Cyberkriminalität bekanntgegeben. Das traurige Ergebnis: Die Cyberkriminalität hat im Vorjahr deutlich zugenommen. Demnach registrierte die Polizei im vergangenen Jahr mit 100.514 Taten einen Anstieg von insgesamt 15 Prozent. Beliebtestes Ziel der Digitalverbrecher sind nach wie vor Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Jüngstes Beispiel der Cyberkriminalität: Kürzlich legten Hacker das System der Uniklinik Düsseldorf für mehrere Wochen lahm – eine Patientin verstarb wegen des Angriffs. Das Beispiel zeigt: Kriminelle aus dem Netz schrecken vor keinem Angriff zurück und wenden sich selbst gegen zentrale Einrichtungen. Das BKA rät Unternehmen deshalb dazu, Cyberkriminalität ernst zu nehmen und sich gegen mögliche digitale Erpressungen und weitere Attacken zu rüsten.
Erfolgreiche Werbekampagnen setzen heutzutage vermehrt auf Influencer. Die Internet-Stars schaffen bei ihren Fans Kaufanreize und können dabei helfen, Marken schnell und effektiv aufzubauen. Für kleinere Unternehmen besonders interessant: Auch mit wenig Budget lässt sich ein großer Effekt erzielen.
Marketing-Kampagnen kommen derzeit kaum noch an Influencern auf Social Media-Plattformen wie Instagram & Co vorbei, traditionelle Werbestrategien verlieren an Bedeutung: Vor allem jüngere Generationen lassen sich durch altbekannte Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitung kaum noch erreichen. Mittelständler sollten daher nicht davor zurückschrecken, einen Teil ihres Budgets für Influencer-Marketing zu verwenden. Mit einer gut geplanten Kampagne lassen sich im In- und Ausland Marken schnell und effektiv aufbauen, die Reichweite erhöhen und das eigene Standing des Unternehmens auf sozialen Plattformen verstärken.
Die Technik hinter Kryptowährungen wie Bitcoin & Co hat das Zeug dazu, die digitale Welt auf den Kopf zu stellen. Schon jetzt eröffnet die Blockchain mittelständischen Unternehmen konkrete Anwendungsbereiche. KMU sollten die neue Technologie daher genau im Auge behalten, um den Anschluss nicht zu verpassen.
Die Industrie 4.0 setzt auf Vernetzung, vollautomatische Prozesse und Effizienzgewinne. Die nächste Stufe – die Industrie 5.0 – baut darauf auf. Autonome Roboter kommen vermehrt zum Einsatz, doch auch menschliche Mitarbeiter sind in den neuen Industrieprozessen stark gefragt. Kreativität und Produktpersonalisierung stehen im Fokus.
Die Industrie 4.0 ist für einen großen Teil der mittelständischen Unternehmen kein Zukunftstraum mehr, sondern längst Realität. Roboter kümmern sich in vielen Fabriken bereits um den Fertigungsablauf und alle möglichen Maschinen in der Industrie laufen vollautomatisiert. Gerätschaften sind mit dem Internet verbunden und ergeben einen kontinuierlich wachsenden Strom an Daten. Der dürfte mit der kommenden 5G-Vernetzung bald sogar noch weiter zunehmen. Die Idee hinter der Industrie 4.0 ist es, hochautomatisierte Fabriken zu schaffen, in denen alle möglichen Maschinen und Sensoren miteinander verknüpft sind. Die ständige Auswertung und Zunahme an Datensätzen machen nicht nur eine höhere Produktivität, sondern auch steigende Effizienzgewinne möglich. Doch auf 4 folgt 5 und auch die Industrie 4.0 könnte schon bald in die nächste Phase wechseln. Was hält die neue Generation der Industrie 5.0 bereit und welche Chancen bietet sie KMU?
In der globalen Wirtschaft sind Herstellung und Handel über Ländergrenzen hinweg miteinander vernetzt. Eine gut verwaltete Lieferkette kann KMU Vorteile sichern: Risiken werden minimiert und Schwachstellen können schnell ausgebessert werden. Gleichzeitig beziehen immer mehr Kunden Nachhaltigkeit in ihre Kaufentscheidung ein.
Die Bundesregierung plant im Rahmen ihrer EU-Ratspräsidentschaft verbindliche Regeln für die Lieferketten europäischer Unternehmen. Die Zahl der Stationen, die ein Produkt von der Fertigung bis zum Verbrauch durchläuft, steigt kontinuierlich. Immer mehr Menschen sind an der Produktion beteiligt. Das neue Lieferkettengesetz will Menschen – aber auch die Umwelt – welche durch die Produktion benachteiligt werden, stärker schützen. Für KMU, die einen erheblichen Teil der deutschen Wirtschaft bilden, könnte ein neues Lieferkettengesetz schon bald bindend werden. Wer seine Lieferkette gut organisiert, kann sich Vorteile sichern – doch dafür braucht es eine durchdachte Strategie.
